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DAX-Chartanalyse: Bis 7950 Punkte ist noch ein weiter Weg

Krisen? Welche Krisen? Während der Dow Jones erneut auf ein frisches Rekordhoch stürmt, backen die Anleger in Europa deutlich kleinere Brötchen. Immerhin: Die Chancen auf eine Bodenbildung im DAX sind durchaus gegeben. Die Chartanalyse für den 10. April 2013.  

 

Die Aktienmärkte auf beiden Seiten des Atlantiks zeigen ein eher ungewöhnliches Verhalten. Normalerweise werden Kursgewinne an der Wall Street vom DAX noch etwas stärker nachgebildet, gleiches gilt natürlich auch bei fallenden Kursen. Grundästzlich laufen die Indizes aber in eine ähnliche Richtung, wobei natürlich die Amerikaner die Richtung vorgeben. Seit Anfang Februar scheint diese Börsenweisheit aber wohl (vorerst) außer Kraft zu sein. Bestes Beispiel war der gestrige Handelstag. Während der DAX nur kurz im positiven Terrain zu finden war und erneut tiefer den Handel beendete, erklomm der Dow Jones im Verlauf bei 14.716,46 Punkten den höchsten Stand in seiner über hundertjährigen Geschichte. Auch der nach Marktkapitalisierung wesentlich bedeutsamere S&P 500 blieb mit 1573, 89 Zählern nur knapp unter dem bisherigen Spitzenwert von 1576,09 Punkten aus dem Oktober 2007.

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Der Chart spricht eine eindeutige Sprache: Abgebildet sehen Sie die relative Performance des Dow Jones (rot), S&P 500 ( schwarz), Dax Performance Index (blau), DAX Kursindex (magenta) und des Euro Stoxx 50 (grün). Große Unterschiede zeigen die Indizes vor allem in Abschwungphasen. Während die europäischen Märkte Anfang Februar und vor allem zuletzt ab Mitte März deutliche Schwäche zeigten, tendierte die Wall Street nur seitwärts.

Im Blickpunkt steht heute am Abend die Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls der US-Notenbank. Das letzte FOMC-Protokoll hatte Spekulationen ausgelöst, nach denen die Fed ihr Anleihekaufprogramm (und damit das Schmiermittel der Aktienhausse) bereits früher als bislang erwartet reduzieren oder sogar ganz beenden könnte. Wichtige Notenbanker waren im Anschluss gezwungen, diese Befürchtungen wieder zu zerstreuen. Aktuell ist eine ähnliche Entwicklung nicht zu erwarten, da einige viel beachtete Indikatoren (ISM-Indizes, Arbeitsmarktbericht) enttäuschten.

 


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

 

Angetäuscht und ausgetrickst – der kurze Ausflug des DAX über die 7700er-Marke verpuffte am Dienstag bereits wieder bis zum Mittag. Bis zur Schlussglocke drückten die Bären den heimischen DAX mit 7608 Punkten nicht nur auf ein neuen Verlaufstief sondern um rund 20 Punkte unter die 100-Tage-Linie.

Insgesamt bestätigte der Markt die aktuelle Macht der Verkäuferseite. Für Panik besteht aber kein Grund, ganz im Gegenteil. Für tragfähige langfristige Aufwärtsbewegungen ist es notwendig, dass die Aktienmärkte auch Konsolidierungsphasen zeigen, um verlässliche Unterstützungen auszubilden.

Im DAX ist das Risiko nach unten zumindest überschaubar. Denn mit den bereits mehrfach geprüften zyklischen Tiefpunkten aus dem Dezember und Februar liegt um 7550 Punkten ein recht zuverlässiges Bollwerk. Sollte der DAX zur Wochenmitte auf ein neues Verlaufstief fallen, dürften die Verkäufer erneut den Widerstandsbereich aufs Korn nehmen. Zumindest in der ersten Handelshälfte ist eine technische Gegenreaktion aber wahrscheinlicher, da der DAX kurzfristig überverkauft ist.

Erster Zielbereich ist erneut die 7700er-Marke. Darüber könnte der Marke mit Kursen über dem gestrigen Hoch bei 7723 Zählern eine etwas umfassendere Aufwärtsbewegung bis 7750, maximal 7800 Punkte zeigen. Auch in diesem Szenario bleibt das Heft aber weiter in der Hand der Bären. Die kurzfristige Einschätzung ändert sich erst bei einer Rückeroberung des letzten Bewegungshochs bei 7950 Zählern.

 

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Kennzahlen:

DAX-Pivot-Punkte für den 10. April:

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

 

 

 



 

 

 

200-Tage-Linie rückt näher

Bereits in der Vorwoche hinterließ der DAX im Tageschart einen angeschlagenen Eindruck, hielt sich aber noch mit viel Mühe bis vergangenen Freitag über der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie. Kurz vor dem Wochenende wurde die Haussegerade aber deutlich nach unten verletzt. Der DAX setzte zugleich wie vermutet seine seit dem Jahreshoch bestehende Serie von fallenden Hoch- und Tiefpunkten fort, was kurzfristig für eine Dominanz der Bären spricht.

Bisher korrigierte der DAX ausgehend vom Jahreshoch um rund fünf Prozent und zeigte bisher im übergeordnet intakten langfristigen Aufwärtstrend auf Wochenbasis nur eine gesunde Korrektur. Unter dem Strich besteht somit kein Grund zur Panik, denn der Index baut lediglich seinen überhitzten Zustand ab. Als gutes Barometer dient der Abstand zur 200-Tage-Linie. Im ersten Quartal waren historisch hohe Werte von bis zu zwölf Prozent fast die Regel. Aktuell liegt die  Differenz bei knapp fünf Prozent und lässt somit noch etwas Luft nach unten.

Richtung Norden gilt unverändert das letzte Bewegungshoch bei 7950 Punkten als Schlüsselstelle, die der DAX für ein zaghaftes Kaufsignal überwinden müsste. Darüber käme erst wieder das Jahrshoch und später das Rekordhoch in Schlagdistanz. Eine solche Gegenbewegung zeichnet sich derzeit aber nicht ab, sodass vorerst die Abwärtsrisiken üerwiegen. Richtung Süden gilt es die wichtige Leitplanke an der im Februar bereits mehrfach bewährten Unterstützung um 7560 Punkten im Blick zu behalten. Sollte der DAX ein neues Jahrestief ausbilden, findet sich um 7435 bis 7480 Zählern eine weitere veritable Unterstützungszone. Allerdings hat der Bereich seine Qualität als Nachfragegebiet bisher noch nicht unter Beweis gestellt.

Für eine Fortsetzung der Korrektur sprechen weiterhin auch die Indikatoren. Trendfolgende Indikatoren wie der MACD bildeten in den vergangenen Wochen negative Divergenzen aus, die nun ihre Wirkung entfalten. Zudem verläuft seit Ende der vergangenen Woche die MACD-Linie unter der Signallinie – ein deutlicher Hinweis auf eine nachlassende Trenddynamik.

 

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DAX bleibt im ersten Halbjahr in der Range gefangen

Ende vergangenen Jahres lieferte der DAX mit der Rückeroberung der 7500/7550er-Marke das letzte wichtige Kaufsignal. Vor allem im Feburar wurde die Kursregion mehrfach von oben angelaufen und bestätigt, was grundsätzlich für eine nachhaltige Bewegung spricht. Als nächste Hürde lauert das Rekordhoch bei 8151 Punkten. Unmittelbar bevorstehende charttechnische Hürden lassen sich nicht erkennen.

Der erste Anlauf des Marktes an das Top Mitte März scheiterte bereits deutlich unter dem Top und bestätigt zunächst die an dieser Stelle seit Jahresbeginn vermutete Überlegung, dass der DAX zumindest in der ersten Jahreshälfte ein ähnliches Kursverhalten zeigen wird wie im Frühjahr / Sommer 2007. Bereist damals war der DAX über Monate in der Spanne zwischen 7500 / 8200 Zähler gefangen. In den kommenden Monaten wäre somit übergeordnet zunächst nicht mit keiner klaren Trendbewegung zu rechnen. Produkte, die über den Zeitwert zulegen, sind daher zu favorisieren. Erst wenn der DAX per Wochenschlusskurs die Ober- oder Untergrenze deutlich hinter sich lässt, entsteht wieder ein deutlicheres Bild über die weitere Entwicklung.

Etwas Rückenwind kommt von Seiten der Indikatoren. Nach der Winter-Rally wurde der deutlich überhitzte Marktzustand über die Zeitebene abgebaut. Der DSS Bresser verläuft ausgehend vom überverkauften Niveau wieder ansteigend.

 

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DAX über 10.000 möglich, wenn…

Der Monatschart weckt viel Kursfantasie, denn sehr langfristig betrachtet besteht durchaus die Chance auf Auflösung eines sehr großen aufsteigenden Dreiecks. Fünfstellige DAX-Kurse sind somit auch charttechnischer Sicht durchaus in Reichweite. Zwingende Voraussetzung dafür ist aber, dass der DAX auch neue Rekordstände markiert.

Ob dies bereits während der laufenden Aufwärtsbewegung erfolgt oder erst nach einem Rücksetzer (bis maximal an die noch nicht bestätigte untere Trendlinie bei knapp 5000 Punkten), lässt sich aktuell nicht vorhersagen. Immerhin spielt die zeitliche Komponente den Bullen in die Karten. Seit dem Jahr 2000 verkürzen sich die Hausse- und Baissephasen. So dauerte die erste Abschwungphase beginnend Anfang 2000 rund drei Jahre. Der scharfe Rücksetzer ab Anfang 2008 stoppte rund 15 Monate später, in 2011 kapitulierten die Bären nach 5 Monaten. Ähnlich verhält es sich auch mit den Aufwärtsbewegungen.

Auch von Seiten der Indikatoren ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Der trendfolgende MACD notiert aktuell noch deutlich unter den Extremwerten in 1998, 2000 und 2007, ab denen jeweils die Baissephasen einsetzten.

 

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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