By 20. Oktober 2014 Read More →

DAX: Bisher nur ein Tropfen auf den heißen Stein

Mit dem höchsten Tagesgewinn seit August 2012 schaffte der DAX am vergangenen Freitag noch die Wende und beendete eine dreiwöchige Verlustserie. Auf Wochensicht rückte das Barometer um 0,7 Prozent vor, auch in Asien und den USA zeigten sich Aktienmärkte in den vergangenen beiden Tagen jeweils kräftige Erholungen. Ist dies schon die Trendwende?  

Auch wenn die Erholung durchaus kräftig ausfällt, sollten die Zugewinne nicht überbewertet werden. Bisher handelt es sich nur um eine ganz normale Bärenmarktrally nach dem scharfen Rücksetzer in den vergangenen Wochen. Diese Phasen der technischen Gegenbewegung sind vollkommen normalen und sollten nicht als Anlass genommen werden, wieder mit größeren Positionen auf steigende Kurse zu setzen. Der Markt findet durch die Erholung lediglich wieder ins Gleichgewicht zurück. Nach der Übertreibung auf der negativen Seite sind nun die Käufer am Drücker. Derzeit ist noch vollkommen offen, wie weit diese Erholung reichen wird. Sollten die Bullen charttechnisch wichtige Barrieren zurückerobern, könnte die Einschätzung durchaus wieder freundlicher ausfallen. Noch aber handelt es sich nur um eine Erholung innerhalb einer unverändert intakten Abwärtsbewegung.

 

DAX: Stunden- und Tagesanalyse

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Seit dem frischen Jahrestief vom vergangenen Donnerstag erholte sich der DAX um rund 485 Punkte. Eine stramme Leistung, die aber nach dem Rücksetzer von 1500 Zählern seit Mitte September noch nicht für eine optimistischere Einschätzung der kurzfristigen Lage ausreicht. Im kurzfristigen Chart auf Stundenbasis wird die Ausgangslage zu Wochenbeginn deutlich: Der DAX eroberte bisher einen kurzfristigen Abwärtstrend sowie eine leichte horizontale Hürde und das 23,6 Prozent Fibonacci-Niveau zurück. Vorbörslich werden Kurse von 8863 aufgerufen, bei 8870 sowie 8900 liegen weitere eher als schwach einzuschätzende Widerstände. Spannend wird es erst wieder zwischen 8900 bis 9000.

In dieser Zone liegen einige Wendepunkte aus den vergangenen Monaten, der DAX bildete hier die Untergrenze der alten Seitwärtsbewegung aus. Erst wenn dieser Bereich wieder nachhaltig erobert wird, steigen wieder die Chancen für eine Erholung bis 9400 oder sogar auch 9800. Ähnlich ist auch die Lage an der Wall Street. Hier steht der S&P vor der 1900er-Marke. Es ist durchaus möglich, dass der DAX die 8900/9000 nur dann zurückerobert, wenn auch der S&P wieder über 1900 notiert.

Scheitert der DAX hingegen an der 8900 / 9000, wäre dies ein deutliches Signal für kurz- bis mittelfristig schwache Notierungen. Kritisch wird es wenn neue Verlaufstiefs ausgebildet werden. Dies gilt sowohl für frische Schlusskurse unterhalb von 8570 als auch Intraday-Tiefs südlich von 8354.

Morgen findet wieder ein kostenloses Webinar statt, hier werden wir uns die Charts noch wesentlich genauer anschauen. Sie können sich schon jetzt gerne hier anmelden.

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Wochenanalyse:

Top-Formation wurde aufgelöst

Mit den jüngsten Verlusten hat der DAX die breite Schiebezone zwischen 9000 bis 10.000 nach unten hin verlassen und ein klassisches Verkaufssignal geliefert. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Bewegung seit Herbst 2013 als Rechteck, Dreifach-Top, SKS oder was auch immer klassifiziert wird, denn die Kurszielbestimmung ist bei allen Varianten gleich. Um das Abwärtspotenzial zu bestimmen, wird die Höhe der Formation an den Ausbruchspunkt gespiegelt, hier zeigt der Chart weitere Risiken bis rund 7750 (rote Balken). Es könnte also durchaus sein, dass die 2000 / 2007er-Hochs unterboten werden und auch die letzten Optimisten aufgeben, bevor eine Erholung einsetzt. Diese Kursziel bleibt vorerst bestehen, solange der DAX nicht per Wochenschluss die 9000 zurückerobert.

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Monatsanalyse:

Die Würfel sind offenbar gefallen

Im langfristigen Monatschart standen zwei Szenarien bisher im Blickpunkt: Entweder eine kurze Konsolidierung bei 10.000 mit anschließend weiter steigenden Kursen oder ein klassischer Retest der 2000 / 2007er-Hochs. Gerade die bearische Variante erschien zuletzt deutlich wahrscheinlicher, und so kam es nun auch. Der MACD leistete erneut sehr gute Dienste und warnte frühzeitig vor einer Korrektur. Ich hatte zuletzt mehrfach auf die erhöhten Risiken hingewiesen.

Für Anleger, die den Ausbruch Mitte 2013 verpassten, eröffnet sich somit auf den ersten Blick noch einmal eine gute Gelegenheit zum Einstieg. Allerdings hat sich die Lage im MACD noch längst nicht abgekühlt, wir handeln unverändert auf einem erhöhten Niveau, dass Verkaufssignal ist intakt. Bis in den Bereich um 7750 / 8000 bleibt das Szenario einer Retest-Bewegung noch möglich. Darunter wird es dann deutlich bearischer, Kursverluste bis an die gestrichelte Aufwärtstrendlinie (Hilfslinie) bei rund 6000 wären denkbar, wenn auch das Kursziel aus der Wochenanalyse unterboten werden sollte. Noch aber besteht Grund zur Hoffnung, dass wir diese Kursregionen nicht sehen werden.   

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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