By 7. Oktober 2013 Read More →

Daimler – deutlicher Rücksetzer oder starkes Kaufsignal?

Ähnlich wie der DAX bewegt sich auch die Daimler-Aktie seit mehreren Tagen nicht mehr vom Fleck. Kein Wunder, steht die Aktie doch vor einer Hürde, die sich bis in das Jahr 2001 zurückverfolgen lässt. Wie sind die Aussichten?

 

In den vergangenen Jahren und somit langfristig betrachtet sind Anleger mit der BMW- oder VW-Aktie deutlich besser gefahren, daran besteht kein Zweifel. Zumindest in diesem Jahr haben die Stuttgarter im Branchenranking aber eindeutig die Nase vorn. Während sich die VW-Papiere mit Verlusten von sechs Prozent sogar nur wenig besser entwickelten als E.ON, rückten BMW um rund fünf Prozent vor. Daimler steht hingegen mit einem Aufschlag von 36 Prozent seit Jahresbeginn im Performance-Ranking der 30 DAX-Werte aktuell auf dem Bronzerang.

Aktuell gönnt sich die Daimler-Aktie einen ausgiebigen Boxenstopp und parkt unter der Marke von 60 Euro. Im langfristigen Wochenchart zeigt sich auch der Grund: Seit dem Jahr 2001 scheint dieses Kursniveau eine besondere Rolle zu spielen. Mehrfach kam es hier zu einem Richtungswechsel.

 

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Charttechnik – Ausgangslage

Da die Aktie aktuell knapp darunter notiert, liegt charttechnisch ein robuster Widerstand vor. Einige Anleger, die in 2012 oder 2013 eingestiegen sind, dürften im Bereich 58 bis 60 Euro verstärkt Gewinne mitnehmen. Erst wenn der Verkaufsdruck nachlässt und die Aktie sich per Wochenschluss über 60 Euro behauptet, dürften vor allem auch langfristig orientierte Investoren Interesse bekunden und für zusätzlichen Auftrieb sorgen. Im Erfolgsfall winken weitere Gewinne bis 65 Euro, 70 Euro sowie an das 2007er-Hoch bei knapp 80 Euro. Dieses bullische Szenario ist aufgrund des seit 2009 bestehenden langfristigen Aufwärtstrends klar zu favorisieren und sollte nur eine Frage der Zeit sein. Kurzfristig droht aber eine Korrektur.

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Charttechnik – Prognose

Im Tageschart seit Jahresbeginn lässt sich eine obere Aufwärtstrendlinie einzeichnen, die Mitte September angelaufen und bestätigt wurde. Aktuell verläuft die Begrenzung bereits knapp oberhalb der 60er-Marke und limitiert somit zusätzlich die Avancen Richtung Norden. Auch auf der Unterseite kann über die Tiefs von April und Juni eine Trendlinie eingezeichnet werden, die allerdings noch nicht mit einem dritten Test bestätigt wurde. Dennoch besteht die Gefahr der Ausbildung einer möglichen Keilformation – ein Korrekturmuster, das ebenfalls in einigen Leitindizes möglich ist. Auch die Indikatoren sprechen für eine Atempause. Der DSS Bressert verläuft bereits seit zwei Wochen fallend. Beachten Sie den zeitlichen Vorlauf des Indikators in diesem Jahr. Bereits einige Wochen vor den Korrekturen im März, Juni und August zeigte die fallende Linie eine nachlassende Kaufkraft. Passend dazu kommen multiple negative Divergenzen im MACD seit Mitte Mai. Neue Bewegungshochs in der Aktie wurden nicht mehr durch den Trendfolger bestätigt.

 

Fazit: Eine Korrektur bis an die „Aufwärtstrendlinie“ bei aktuell 54 Euro ist durchaus zu erwarten. Auch bei einem Rücksetzer von rund zehn Prozent bis an die nächste Unterstützung (August-Tief) bei knapp 52 Euro bleibt die Börsenampel noch auf Grün und stellt eine gute Einstiegsgelegenheit für Nachzügler dar (Jahresendrally). Sollte die Aktie allerdings auch unter 50 Euro zurückfallen, droht ein erneuter Test der seit 2009 bestehenden Aufwärtstrendlinie bei derzeit 43 Euro (deutlicher Anstieg der Markttiefe zwischen 43 bis 46 Euro). Die negativen Szenarien werden hinfällig, sobald sich die Aktie über 60 Euro behaupten kann.

 

Anlagealternativen

Ein Einstieg auf der Long-Seite, vor allem auch im gehebelten Bereich, ist aktuell nicht ratsam. Erst wenn der Deckel gelüftet wird und die Aktie neue Bewegungshochs mit Kursen oberhalb von 60 Euro ausbildet, bietet sich die Aktie als Rallykandidat für das letzte Quartal an. Kurzfristig können risikobereite Anleger auf eine Korrektur setzen, wobei zwingend ein enger Stopp gesetzt werden sollte. Eher defensiv ist ein Capped-Put mit einem Strike bei 65 und Cap bei 60 Euro (WKN: PA0QC6). Sollte die Aktie am 20. Dezember 2013 auf oder unter 60 Euro notieren, klettert der Schein auf fünf Euro. Die Maximalrendite liegt somit bei 27 Prozent oder 118 Prozent p.a. Ab einem Kurs von mehr als 65 Euro zum Jahresende verfällt das Papier wertlos. Alternativ bietet sich auch ein Put-Optionsschein an. Neben der Chance, von fallenden Kursen zu profitieren sollte auch die aktuell noch tiefe und später anziehende Vola dem Schein in die Karten spielen. Interessant erscheint ein Papier, das mit einem Basispreis von 59 Euro aktuell am Geld notiert und eine implizite Vola von 28 Punkten aufweist (WKN: CF4LD2).  Der effektive Hebel (Omega) liegt bei 4,4, die Laufzeit endet Mitte Juni 2014. Der Zeitwertverlust spielt somit derzeit nur eine sehr geringe Rolle.

 

Posted in: Aktien, Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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