By 7. Oktober 2013 Read More →

Crash-Gerüchte mehren sich – bleiben wir bei den Fakten

Themen des Tages:  Haushaltsstreit startet in eine neue Woche +++  Bankrun und Börsencrash +++ DAX erleidet Rücksetzer +++ SAP im Blick

 

Die Finanzmärkte bleiben auch zu Wochenbeginn noch entspannt. Natürlich hängt der Budgetstreit in den USA wie ein Damoklesschwert über den Börsen, eine erhöhte Nervosität oder sogar Panik lässt sich aber (noch) nicht diagnostizieren. In Asien tendierten die Aktienmärkte etwas leichter, Angstindikatoren wie der amerikanische Volatilitätsindex VIX oder das deutsche Pendant VDAX-New notieren derzeit aber nur auf einem leicht erhöhten Niveau. Anders formuliert: Noch sind Puts zur Absicherung von Long-Positionen günstig zu haben. Sollte die erhoffte Einigung in Washington bis zum 17. Oktober tatsächlich ausbleiben, legen die Bear-Scheine gleich doppelt zu – sowohl über fallende Kurse als auch durch den zu erwartenden, deutlichen Anstieg der Volatilität.

Auch über das Wochenende blieben die Fronten zwischen Demokraten und Republikanern verhärtet. Nun will sich US-Präsident Barack Obama persönlich in die Diskussion einbringen und hat eine für diese Woche geplante Asienreise abgesagt. In einem solchen Umfeld mehren sich natürlich auch Spekulationen um einen bevorstehenden Börsencrash. In einigen Blogs ist sogar schon von einem geplanten Börsencrash die Rede. Demnach soll der Dow innerhalb von sieben Werktagen um 4000 Punkte abstürzen und der Dollar rund 40 Prozent an Wert verlieren. Den Beitrag mit Podcast finden Sie HIER.

Eine nette Geschichte, die uns aktuell aber nicht weiter beschäftigen sollte. Bis Mitte Oktober werden ähnliche Gerüchte sicherlich vermehrt aufkommen, hier heißt es locker bleiben und auf die Fakten zu achten. In den Charts lassen sich aktuell noch keine größeren Gefahrenpotenziale ausmachen und auch unter der Oberfläche scheinen sich selbst institutionelle Investoren noch nicht auf stürmischere Zeiten vorzubereiten. Als Beispiele seien neben dem VIX-Index auch das Put-Call-Ratio bzw. Aktien-Put-Call-Ratio an der Wall Street angeführt. Natürlich steigt aber die Unsicherheit, je näher der kritische Zeitpunkt rückt. Zudem verliert die Börse mit dem Ausbleiben von wichtigen makroökonomischen Daten wie z.B. dem US-Arbeitsmarktbericht am vergangenen Freitag eine wichtige Orientierungshilfe bei der Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage.

Bei den Banken laufen offenbar Vorbereitungen, um einen möglichen Bankrun durch die Bevölkerung abzufedern. Nach Informationen der Financial Times beginnen zwei der zehn größten US-Banken, die Geldautomaten mit 20 bis 30 Prozent mehr Bargeld zu füllen. Zugleich wird hinter verschlossenen Türen an einem Notfallplan gearbeitet, wobei sich die Top-Banker offenbar an den Ausarbeitungen aus dem Jahr 2011 orientieren, als sich die Politiker erst in „letzter Sekunde“ auf ein neues Schuldenlimit einigten.

 

 

 

Zum heutigen Handelstag

Zum Wochenauftakt orientiert sich der Markt nach unten, der DAX fällt um rund ein Prozent auf 8540. Mit E.ON und RWE behaupten sich nur zwei Aktien in der Gewinnzone, während vor allem Indexschwergewichte wie Siemens, BASF und SAP deutlich abgeben. Die Walldorfer stehen aktuell unter verschärfter Beobachtung, nachdem zuletzt Berichte veröffentlicht wurden, dass der Konzern sein Hauptquartier in die USA verlagern könnte. Die Spekulationen wurden aber umgehend dementiert Nicht äußern wollte sich das Unternehmen aber zu angeblichen Gesprächen mit Blackberry. Der taumelnde Smartphone-Hersteller sträubt sich offenbar gegen den Verkauf an den Finanzdienstleister Fairfax und lotet Alternativen aus. Vor allem die Servernetze und die Patente könnten für SAP interessant sein. Experten schätzen den Wert auf vier Mrd. Dollar für die Servernetze und zwei bis drei Mrd. Dollar für die Patente.

 

 


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

 

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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