By 4. Februar 2013 Read More →

Commerzbank-Aktie ist angeschlagen

Überraschung zu Wochenbeginn: Rund zwei Wochen früher als erwartet gewährt die Commerzbank einen flüchtigen Blick in die Bücher. Charttechnisch befindet sich die Aktie an einem kritischen Niveau.

 

Demnach verzeichnete die Nummer zwei in Deutschland im vierten Quartal und auf vorläufiger Basis einen Verlust von rund 720 Mio. Euro. Dazu trugen Abschreibungen auf Steueransprüche allein 560 Mio. Euro bei. Analysten hatten mit einem geringeren Minus von rund 560 Mio. Euro gerechnet. Für das Gesamtjahr kalkuliert der teilverstaatlichte Konzern mit einem Konzernergebnis von 6 Mio. Euro. Ein deutlicher Rückgang gegenüber den 638 Mio. Euro, die noch 2011 erzielt wurden. Für das erste Quartal sei zudem mit weiteren Belastungen zu rechnen, teilte die Bank in einer Ad-hoc-Meldung mit.

 

So dürften insbesondere hohe Restrukturierungskosten den Jahresauftakt vermiesen. Bis zum Jahr 2016 sollen rund 4000 bis 6000 Vollzeitstellen gestrichen werden. Den damit einhergehenden Restrukturierungsaufwand beziffert das Management mit einer halben Milliarde Euro. Genauere Infos sollen am 15. Februar bekannt gegeben werden.

 

An der Börse springt die Aktie kurz nach Veröffentlichung in die Gewinnzone und dreht bis Mittag wieder abwärts. Aktuell steht der Wert 2,1 Prozent tiefer bei 1,58 Euro. Sollte der Wert heute die Intraday-Tiefs der vergangenen Tage unterbieten und mit Kursen von weniger als 1,57 Euro den Handel beenden (Bruch des kurzfristigen Aufwärtstrends und Abschluss eines kleines absteigenden Dreiecks), könnte der Startschuss für eine ausgeprägte Konsolidierung fallen. Ein mögliches Zielgebiet stellt für dieses Szenario die runde Schwelle von 1,50 bis 1,52 Euro dar. Hier verlaufen aktuell der 55- und 100-Tage-Durchschnitt, der zum Jahreswechsel überwundene Abwärtstrend und das 38,2 Prozent Fibo-Niveau der jüngsten Aufwärtsbewegung. Kritisch wird es für den Wert ab Kursen unterhalb von 1,36 Euro.

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Fazit: Auch spekulative Anleger sollten bei der Commerzbank-Aktie derzeit die Long-Seite meiden. Zwar ist der Wert auf Tagesbasis überverkauft, so lange aber kein neuen Verlaufshoch und damit die Marke von 1,72 Euro aufgerufen wird, bleibt die Aktie nur ein Wert für die Beobachtungsliste. Konservative Anleger lassen grundsätzlich die Finger von der Commerzbank.

Posted in: Aktien

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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