By 21. Januar 2015 Read More →

Barrick Gold verliert den Anschluss, Goldcorp & Co. starten durch

Bei den meisten Rohstoffen setzt sich der Trend des vergangenen Jahres fort – und der lautet überwiegend abwärts. Nur die Edelmetalle sind seit wenigen Wochen gefragt, inzwischen haben sich die charttechnischen Aussichten teilweise deutlich verbessert. Auch die Minenaktien springen an, allerdings recht unterschiedlich.

Analystenschätzungen sind sicherlich hilfreich, um die Meinung der Profis zu einem bestimmten Basiswert zu erhalten. Manchmal liegen die Finanzexperten recht gut, oft auch sieht die Wirklichkeit ganz anders aus. Vor allem wenn nur das Lager der Bullen oder Bären gefüllt ist, sollten Anleger vorsichtig werden und die Signale eher als Kontraindikator nehmen. Gold ist so ein Beispiel, die Jahresprognosen liegen im Bereich um 1200 Dollar – einige Experten sehen sogar Kurse von weniger als 1000 Dollar.

Zumindest der Auftakt lässt eher an eine Renaissance der Edelmetalle hoffen. Lediglich Palladium liegt etwas tiefer (bestätigte in dieser Woche aber exakt die Untergrenze eines langfristigen Aufwärtskanals), während Gold bereits rund acht und Silber um 14 Prozent höher stehen. Argumente für steigende Notierungen sind reichlich vorhanden. Die Aussicht auf ein breit angelegtes Ankaufprogramm für Staatsanleihen durch die EZB am Donnerstag lässt die Nachfrage ebenso steigen wie die Entscheidung der Schweizer Nationalbank, die Untergrenze von 1,20 CHF aufzuheben. Mit der Eliminierung des „sicheren Hafens“ Schweizer Franken wird Kapital in Gold umgeschichtet. Zudem fallen die Renditen bei den Bonds, damit sinken die Opportunitätskosten. Auch die Wahl in Griechenland als weiterer Unsicherheitsfaktor stützt den Preis wie auch die jüngst recht volatile Entwicklung an den Aktienmärkten.

In Euro gerechnet notiert Gold bereits auf einem 20-Monatshoch, auf Dollar-Basis immerhin auf dem höchsten Stand seit August 2014. Gold-ETFs verzeichneten zuletzt die höchsten Zuflüsse an zwei aufeinanderfolgenden Tagen seit November 2011. Auch am Terminmarkt wendet sich das Blatt, die spekulativen Long-Positionen haben wieder die Schwelle von 100.000 Kontrakten überschritten.

Flankiert wird der Anstieg von einer sich kontinuierlich verbessernden Charttechnik. Signalwirkung hatte besonders der Anstieg am 15. Januar. Die Feinunze kletterte sowohl über den Widerstand bei 1250 Dollar (Zwischenhoch von Mitte Oktober) als auch die fallende 200-Tage-Linie. Ebenfalls kein Problem stellte ein steiler, seit März bestehender Abwärtstrend bei 1275 Dollar dar. Die nächste Zielmarke auf der Oberseite lauert in Form einer horizontalen Hürde um 1330 Dollar, die aus mehreren Umkehrpunkten aus dem Vorjahr abgeleitet werden kann. Ob dieser Kursbereich allerdings noch erreicht wird, ist derzeit offen. Charttechnische vorgelagerte Widerstände sind zwar nicht vorhanden, dafür sendet die Markttechnik klare Anzeichen einer Überhitzung. Der Goldpreis notiert derzeit um 6,5 Prozent über seiner 21-Tage-Linie, dies ist das höchste Niveau seit Mitte Juli 2013. Auch in den Jahren zuvor wurde ein ähnlicher Wert nur selten erreicht (September 2012, Januar 2012, November 2011, August 2011), nahezu immer folgte eine Konsolidierung mit Korrektur. Die Bewegung im Juli 2013 könnte daher als mögliche Blaupause für die kommenden Wochen dienen. Eine Retest der ehemaligen Abwärtstrendlinie um 1275 ist recht wahrscheinlich, bei einem Rücksetzer bis 1250 Dollar eröffnet sich für Schnäppchenjäger noch einmal eine sehr gute Gelegenheit. Grundsätzlich bleiben die Risiken auf der Long-Seite aber noch hoch. Erst oberhalb von 1350 Dollar springt die mittelfristige Prognosen auf bullisch.

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Zum Teil deutlich mehr Bewegung zeigen einige Goldminenaktien. Die Aktien von Branchenprimus Barrick Gold stehen nach den jüngsten Gewinnen vor einigen charttechnischen Hürden, im Vergleich zu anderen Werten fällt die jüngste Dynamik aber eher verhalten aus (fundamental begründet mit hohen Schulden und der Unsicherheit des Megaprojekts Pascua-Lama). Mit einem wesentlich höheren Momentum fällt hingegen Goldcorp auf, die Aktie eroberte bereits den 200-Tage-Durchschnitt zurück. Nun steht der langfristige Abwärtstrend auf der Agenda.

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Teil 1:

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Teil 2:

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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