By 8. Februar 2013 Read More →

Anleger werden mutiger und greifen zu Aktien

Den starken Schlussspurt zum Jahresende und der ordentliche Auftakt lässt die Zuversicht bei den deutschen Aktien- und Derivateanlegern spürbar steigen. Zuletzt orderten Anleger vor allem die beiden deutschen Energiewerte sowie ausländische Tech-Titel, während eine heimische Bankaktie in Ungnade fiel.

 

Eigentlich war der Spurt des DAX bis auf 8000 Punkte schon ausgemachte Sache. Schließlich knackte in den USA der S&P 500 die Marke von 1500 Zählern und der Dow Jones behauptete sich kurzzeitig über der wichtigen 14.000er-Schwelle. Grund genug offenbar für viele Anleger, ebenfalls wieder etwas mutiger bei der Portfolioausrichtung zu agieren.

Dies zeigen auch Daten der UBS. Die Schweizer veröffentlichen jeden Monat den UBS Sentiment Index, der die Risikobereitschaft der Käufer von UBS Discount-Zertifikaten auf den DAX misst. Demnach lag der durchschnittlich gewählte Cap im Januar um 17,76 Prozent unter dem jeweils aktuellen Stand des DAX. Anleger hatten sich somit im Durchschnitt für einen Cap entschieden, der 1,26 Prozentpunkte näher am Basiswert lag als im Vormonat. Im Dezember hatte der Durchschnitts-Cap noch 19,02 Prozent unter dem DAX gelegen.

Der UBS Index misst die Höhe der Caps, die Anleger beim Kauf von UBS Discount Zertifikaten auf den DAX gewählt haben und vergleicht diese Werte mit dem jeweiligen Stand des deutschen Aktienindex. Erreicht der DAX am Laufzeitende den Cap oder liegt sogar darüber, erzielen die Inhaber der Discount-Zertifikate die maximal mögliche Rendite. Liegt der Cap weit unterhalb des DAX, zeigt dies, dass Anleger größere Kursrückgänge erwarten.

Quelle: UBS

Quelle: UBS

Bemerkenswert ist, dass der Optimismus der Anleger im Verlauf des Januars stark zugenommen hat. Am Anfang des Monats waren die Anleger noch sehr risikoavers – das lässt sich daran ablesen, dass der durchschnittlich gewählte Cap in den ersten Tagen des Jahres 23,96 Prozent unter dem damals aktuellen DAX-Stand lag. Anschließend wuchs die Risikobereitschaft der Anleger. So lag der Durchschnittscap zur Monatsmitte 12,87 Prozent und zum Monatsende 14,96 Prozent unter dem jeweiligen DAX-Stand. Damit zeigten sich die Anleger etwas optimistischer als im Gesamtjahr 2012. Denn in den vergangenen zwölf Monaten lag der durchschnittlich gewählte Cap 15,22 Prozent unterhalb des DAX.

„Die Marktteilnehmer und auch die Anleger gehen offenbar von einer Normalisierung der Euro-Schuldenkrise aus. Dass die USA die Fiskalklippe vorerst umschifft und milliardenschwere Ausgabenkürzungen zumindest vorerst verhindert haben, hat den Märkten einen positiven Impuls gegeben“, sagte Marcel Langer von der UBS.

 

E.ON und RWE Top, Deutsche Bank Flop

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine Meldung der comdirect. Zu Beginn des Jahres meldete der Online-Broker eine gegenüber den Vormonaten deutlich gestiegene Nachfrage nach Aktien sowie Zertifikaten und Optionsscheinen. „Besonders bei Aktien erleben wir derzeit eine Kehrtwende: Am Markt agieren keine Schnäppchenjäger, sondern überwiegend Privatanleger, die strategisch planen und langfristig investieren“, sagt Stefan Wolf, Produktmanager Trading bei comdirect. Neben den beiden deutschen Versorgern EON und RWE waren Technologie-Titel von Nokia und Apple gefragt. Auf der Verkaufsliste stand vor allem die Aktie der Deutschen Bank.

Von ungezügelter Euphorie kann aber keine Rede sein. Denn nach den kräftigen Zugewinnen seit Mitte November rechnen offenbar einige Investoren auch mit einem saftigen Rückschlag und positionieren sich. So legte die Kaufbereitschaft bei Optionsscheinen deutlich zu und erreichte den höchsten Stand seit August 2011. Auf der Kaufliste standen sowohl Put- als auch Call-Optionen auf den Dax. „Das zeigt, dass das anhaltend hohe Kursniveau des Dax viele Privatanleger verunsichert. Sie erwarten teilweise deutliche Kursausschläge – nach oben wie nach unten“, so Wolf.

Posted in: Marktanalysen

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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