Achtung – Märkte im Bernanke-Modus

Themen des Tages: Leitindex vor der Entscheidung +++ High Noon um 20.00 +++ US-BIP und ADP +++ HeidelbergCement, VW und K+S

 

 

Die Vorgaben für den heutigen Auftakt fallen durchwachsen aus. In Asien knickte der Nikkei rund ein Prozent ein, für den Shanghai Composite ging es um 0,2 Prozent aufwärts. Ein ähnliches Bild liefert auch die Wall Street: Sowohl der Dow Jones als auch der marktbreite S&P 500 beendeten den Handelstag nahezu unverändert. Vor allem im US-Leitindex sehen wir aktuell eine spannende charttechnische Situation. Der seit 2009 bestehende Aufwärtskanal (grün) lässt eigentlich noch Luft bis 1725 Punkte. Bisher kletterte der S&P zwar knapp über das im Mai markierte Hoch, die Oberkante der Range wurde mit 1698 Zählern aber noch nicht ausgeschöpft. Zugleich kann aber auch noch nicht von einem Fehlausbruch gesprochen werden, denn der Index hält sich über dem Mai-Hoch. Wohin geht nun die Reise – bis an die nördliche Begrenzung der Tradingrange oder testet der Markt erneut die mittelfristig entscheidende Zone um 1550 / 1575 Zähler (Rekordhochs aus 2000 und 2007)? Eine mögliche Tendenz liefert – ähnlich wie im DAX – der MACD. Zuletzt drehte der Oszillator unter dem Mai-Hoch wieder nach unten und bestätigte somit nicht das neue Verlaufshoch im Index. Diese sog. negative Divergenz ist ein Warnzeichen, mehr aber auch nicht. Allerdings steht der MACD auch kurz davor, unter seine Signallinie zu fallen und ein Verkaufssignal zu generieren. Zusammen mit dem überkauften Gesamtmarkt ( Stochastik-Oszillator im oberen Extrembereich) eine gefährliche Mischung, die eher auf einen Rücksetzer schließen lässt.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Den entscheidenden Impuls könnte am Abend Fed-Chef Ben Bernanke liefern. Es wäre nicht das erste Mal, dass Notenbanken den Märkten an charttechnisch wichtigen Regionen den entscheidenden Impuls geben. Mit Blick auf die heutige Ausgangslage wären daher klarere Signale für einen QE-Ausstieg zu erwarten, die sehr wahrscheinlich für Abwärtsdruck sorgen dürften. Zumindest auf der heutigen Fed-Zinssitzung rechnet die Mehrzahl der Analysten noch nicht mit einer konkreten Ankündigung, dass die Anleihekäufe zurückgefahren werden. Wahrscheinlicher erscheint ein QE-Ausstieg auf dem nächsten Termin am 17/18. September, wenn Bernanke die Möglichkeit hat, die Anpassung und weitere Strategie im Rahmen einer Pressekonferenz zu erläutern. Am Abend wird hingegen nur das übliche Sitzungsergebnis veröffentlicht.

 

 

Zum heutigen Handelstag

Bis zur US-Notenbanksitzung dürften sich  die Strategen in Zurückhaltung üben. Zumindest am Vormittag stehen mit Konsumdaten und den Arbeitsmarktdaten aus Deutschland kaum kursbewegende Termine auf der Agenda. Spannender wird es gegen 14.15 Uhr, wenn der ADP-Beschäftigungsreport erwartet wird. Mit Blick auf den offiziellen Arbeitsmarktbericht am Freitag ist aufgrund der zuletzt eher geringen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sogar ein robuster Stellenzuwachs möglich. Aufmerksamkeit wird auch die erste Schätzung für das US-BIP im zweiten Quartal auf sich ziehen. Sollte diese besser ausfallen als erwartet (+1%), könnten kurzfristig erneut Spekulationen um eine Reduzierung der Wertpapierkäufe durch die Fed aufkommen.

In Deutschland setzt sich der Quartalszahlen-Reigen auch heute unvermindert fort. VW präsentierte gestern nach Handelsschluss wenig inspirierende Daten, dafür überraschte HeidelbergCement am Morgen positiv. Bayer bestätigte zwar seine eigene Prognose, sieht die Zielerreichung aber zunehmend ambitioniert. Im Blickpunkt steht natürlich auch K+S. Gestern rauschten die Papiere um fast 24 Prozent in den Keller, vorbörslich zahlen Anleger heute zwei Prozent mehr.

 

 


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

 

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

3 Comments on "Achtung – Märkte im Bernanke-Modus"

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  1. urbstrader sagt:

    Warum lässt der grüne Aufwärtstrend noch Luft bis 1725? Ich sehe noch Luft bis fast 1800 Punkte im S&P500.

    • Hallo Urbstrader
      Der seit Ende 2009 bestehende AufwärtsKANAL (grün hinterlegte Fläche) notiert auf der Oberseite aktuell bei rund 1725 Punkten. Erst wenn diese, in den vergangenen Jahren mehrfach vergeblich getestete Range nach oben hin verlassen wird (Trendbeschleunigung), kommt der seit Ende 2012 eingezeichnete Aufwärtstrend bei derzeit rund 1800 Punkten ins Spiel.

      Der MACD ist gestern unter seine Signallinie gefallen….

  2. Caroline sagt:

    Ein spekulationsträchtiger Tag, anders kann man das heute nicht nennen. Je nachdem wie die Nachrichten des Tages ausfallen, kann sich einiges verändern. Trotzdem spekuliere ich auf einen konstanten Kurs, zumindest was den DAX angeht.

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