By 6. Juni 2013 Read More →

Angstmodus noch nicht erreicht, aber der DAX schwächelt

Die Volatilität aber auch der innere Markt senden derzeit noch keine klaren Warnsignale. Viel ungemütlicher für  uns Anleger sieht es ausgerechnet im DAX aus.

 

Liebe Leserinnen und Leser,

zuletzt wurden wir Anleger gleich mit zwei Ereignissen konfrontiert, die in unserer Erinnerung schon sehr deutlich verblasst sind. Einige Leser werden sich vielleicht sogar kaum noch daran erinnern können. Jedenfalls kommen die Kurse deutlich wie schon seit Wochen nicht mehr unter Druck – und die Sonne lacht über uns und den meisten Regionen Deutschlands. In diesem Zusammenhang hoffe ich auch, dass Sie nicht vom Hochwasser betroffen sind und Ihre Keller und Füße trocken geblieben sind.

In der vergangenen Woche habe ich hier geschrieben, dass der innere Markt zyklisch unter Druck gerät, wir nun in eine Konsolidierung geraten könnten, dass bisher aber alles in geordneten Bahnen verläuft. Auch heute kann ich nach wie vor diese These vertreten, obwohl sich im DAX ein Verkaufssignal der P & F Technik gebildet hat. Auch sollten Sie natürlich bedenken, dass sich aus jeder kleinen Brise ein ordentliches Tiefdrucksystem entwickeln kann. Vor allem an der Börse. Daher muss man sich als Anleger immer wieder vergewissern, dass jede Form der Chartanalyse eine Auseinandersetzung mit Wahrscheinlichkeiten darstellt. Solange Sie über keine Glaskugel verfügen, sollten Sie immer mit dem Ereignis mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit kalkulieren. Und nicht darauf spekulieren, dass ausgerechnet JETZT alles anders ist. Die Ursache dafür ist gar nicht so schwierig herzuleiten und hat damit zu tun, dass sich die Gewohnheiten der Menschen wie z.B. Angst und Gier nicht verändern. Bitte beachten Sie auch meinen informativen Newsletter.

 

Vola noch nicht im Angstmodus

Wenn die See unruhiger wird und in den Medien über das Ende der Hausse spekuliert wird, sollten Sie möglichst rasch einen Blick auf die Veränderung der Volatilität werfen. Die Vola wird gerne als das Angstbarometer der Börse bezeichnet Völlig zurecht wie ich meine, denn mittelfristige Hochs der Indizes werden praktisch immer von lokalen Tiefpunkten der Volatilität begleitet, die Sorglosigkeit der Anleger visualisieren. Umgekehrt aber werden Börsentiefs von Hochs bzw. regelrechten Ausbrüchen der Volatilität begleitet, die Panik der Investoren belegen. Heute jedenfalls ist von Nervosität oder gar Angst der Anleger noch gar nichts zu spüren oder zu sehen, wie Sie diesem Chart entnehmen können.

 

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Quelle: stockcharts.com

Immerhin hat die Verunsicherung der Akteure einen Niederschlag in der X-Säule gefunden, die sich in den ersten Junitagen (Ziffer 6 im rechten Bereich) gebildet hat. Der Anstieg der Verunsicherung war aber nicht deutlich genug um ein frisches  Kaufsignal zu bilden. Dafür hätte die X-Säule das Niveau der vorherigen bei 18 übersteigen müssen. Außerdem scheiterte die X-Säule an der fallenden Widerstandslinie, die dadurch bestätigt wurde. Insgesamt scheint sich eine Bodenbildung der Volatilität zu zeigen, die bisher nicht besorgniserregend ist. Da übergeordnet die Vola aber nach wie vor weit unter dem langjährigen Mittel von etwa 23 notiert, würde ich davon ausgehen, dass wir uns wieder diesem Niveau annähern. Vor allem sobald die kommende X-Säule den doppelten Widerstand bei 18 überwindet, wäre dies ein Anzeichen dafür, dass die internationalen Börsen zumindest in ruhigere Fahrwasser einkehren würden. Die ganz stürmische Phase der Hausse sollte dann mindestens vorrübergehend beendet sein und die verdiente Sommerpause vor der Türe stehen. Aber wie oben gesagt, noch ist nicht viel passiert, behalten Sie den Widerstand bei 18 gut im Blick und beachten Sie gegebenenfalls aufmerksam Ihre Stopps.

 

Innerer Markt deutet auf Erholungschance

Ähnlich wie bei der oben diskutierten Vola hat sich auch im inneren Markt noch nicht viel ereignet. Wie Sie hier sehen, handelt der sehr wichtige mittelfristige Risiko-Indikator, der die Anzahl der Titel an der NYSE zählt die oberhalb ihrer 50-Tage-Linie handeln knapp oberhalb einer wichtigen Unterstützung. Bei etwa 50 verläuft die aufsteigende positive Unterstützungslinie. Erst unterhalb davon sollte man mit einer Ausweitung der Korrektur rechnen.

 

Negativ schlägt die Tatsache zu Buche, dass das frisch gebildete Projektionsziel auf ein Kursziel von 22 deutet. Demnach könnten wir auch tief unten in der extremen Zone landen.

Positiv und sehr wichtig ist aber, dass der konjunktursensitive Transportsektor weiterhin im Sinne der P & F Technik praktisch unbeschadet ist und daher auf das Bullenlager deutet.

Auch der wichtigste Risikoindikator,der NYSE Bullish Percent, steht wie ein Fels in der Brandung. Natürlich bleibt er nach wie vor überkauft, deutet aber noch keineswegs auf größere Abflüsse hin. Demnach partizipieren sehr viele Titel an der Hausse und tragen den Kursaufschwung mit. Ein sehr positives Szenario .Erst unterhalb von 70 % würde es hier kritisch im Sinne der P & F Philosophie.

Mehr über P & F Charts erfahren Sie hier.

 

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Quelle: stockcharts.com

 

Nur kurz zur Erinnerung:

Der NYSE BPI wird berechnet, indem alle an der New Yorker Börse gelisteten Aktien ausgewertet und gezählt werden, wieviele von ihnen sich auf einem Point & Figure Kaufsignal befinden. Diese Anzahl wird durch die Gesamtzahl der an der NYSE gelisteten Aktien dividiert und auf 100 Prozent bezogen.

Wenn nun eine größere Anzahl an Aktien von einem Point & Figure Verkaufsignal in ein Point & Figure Kaufsignal wechseln, so lässt sich daraus folgern, dass in einem gewissen Umfang Kapital in den Markt fließt.  Und natürlich umgekehrt.

Damit bleibt noch die Frage, ab wann ein derartiger Mittelzufluss oder Kapitalabzug relevant ist. Denn man möchte sich ja als Anleger nicht bei jeder kleinen Kursbewegung erneut die Frage stellen, wie nun vorzugehen ist und ob sich ein neuer wichtiger Trend etablieren könnte. Historisch bewährt hat sich hier die Schwelle von 3 Boxen. Wenn also der Index über 3 Boxen steigt oder fällt, findet ein Wechsel in eine neue X- oder O-Spalte statt. Deswegen stehen in einer Spalte auch entweder nur X oder 0. Entweder sind die Bullen oder die Bären eindeutig im Vorteil in einer bestimmten Marktphase und entsprechend sollten Sie agieren

 

DAX: Verkaufssignal

Viel ungemütlicher für  uns Anleger sieht es ausgerechnet im DAX aus, der ein Verkaufssignal gebildet hat. Die erste Unterstützung bei 8.300 wurde relativ leicht unterschritten und es bildete sich ein Verkaufssignal. Dies bedeutet noch keinen Weltuntergang. Aber der Verkaufsdruck in dieser Region ist heute größer als in der Vorwoche. Dies sollten Sie zur Kenntnis nehmen und nicht zu lange über die Ursachen grübeln. Immerhin halten sich die guten und die schlechten Nachrichten seit Tagen in etwa die Waage. Umgekehrt bedeutet dies, dass die schlechten Nachrichten nicht mehr ignoriert werden wie in den Vorwochen. Die Lage wird also etwas holperiger, obwohl der übergeordnete Trend noch längst nicht in Gefahr ist.

 

 

Bitte beachten Sie auch, dass das Projektionsziel in dieser etwas groben Einstellung mit der Kästchengröße von 50 DAX-Punkten auf ein mittleres Kursziel von 7.900 deutet. Dies wäre keine Katastrophe, wäre aber ein Kursniveau von dem aus wieder verstärkt Kaufinteressenten parat stehen würden. Hier geht es zu den konkreten Ein- und Ausstiegssignalen im Sinne der P & F Charts.

 

Viel Glück mit Ihren Positionen und genießen Sie das tolle Wetter.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Klaus Buhl

 

 

 

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

About the Author:

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

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