By 28. März 2013 Read More →

US-Aktien erreichen kritische Fallhöhe

An Zypern wurde ein lehrreiches Exempel statuiert und zukünftig ist nicht mehr jede (Banken) Rettung „alternativlos“. Weitere Kursrückgänge im DAX sind keine Katastrophe sondern ein gesundes Ausatmen nach der Rally. Deutlich besser sieht derzeit noch das Bild an der Wall Street aus.

Liebe Leserinnen und Leser,

 

obwohl Zypern ein ökonomischer Zwerg ist, Sie die Fakten der „Rettung“ und wie die Führungsspitze der EU vorgeführt wurde, live verfolgen konnten, will ich die praktischen Folgerungen daraus für Sie und Ihr Vermögen noch einmal kurz beleuchten.

Am Montag nach dem nächtlichen Deal eröffneten die europäischen Börsen wie erwartet sehr fest. Viele Anleger haben offenbar vermutet, dass nun wieder eine gewisse Routine und Sicherheit einkehren würde. Nun, eine gewisse Routine ist wirklich zu beobachten, aber nicht die von uns erhoffte. Denn aus der Non-Bail-Out Klausel des Vertrags von Maastricht ist jetzt endgültig eine ständige Bail-Out Klausel geworden.

Gegen Handelsende am Montag drehten die Kurse ins Minus und es bildete sich ein negatives Überdeckungsmuster im DAX-Chart. Dies war zwar nach Angaben der meisten Kommentatoren den widersprüchlichen Aussagen des Vorsitzenden der Eurogruppe geschuldet. Meiner Meinung nach handelten jedoch einige große Adressen nach dem Motto „Sell the Good News“ und waren sich im Klaren darüber, dass die EU neben Griechenland nun mit Zypern einen weiteren teuren Dauerpatienten in den Büchern hat.

Wir dürfen also gespannt sein, ob die Indizes jetzt wirklich schnell wieder zur Tagesordnung und neuen Rekorden zurückkehren – oder ob sich in den kommenden Tagen die vorsichtigere Gangart durchsetzt, was ich befürchte.

Persönlich kann ich die Aufregung um die Äußerung des Vorsitzenden der Euro-Gruppe Dijsselbloem nicht nachvollziehen. Dieser sagte lediglich, dass die Rettung Zyperns ein Einschnitt im Kampf gegen die Schuldenkrise sei, und die Risiken des Bankensektors nicht permanent auf die privaten Haushalte transferiert werden können. Natürlich hören die Bank-Lobbyisten derlei nicht gerne – aber was ist denn dabei? Schließlich müssen in jedem anderen Industriesektor zuerst die Anleihegläubiger und die Aktionäre ihren Kopf hinhalten – und dann erst der Steuerzahler. Ebenfalls hat die angebliche Rettung Zyperns gezeigt, dass wir Sparer letztendlich Gläubiger der Banken sind und dass im Falle einer Bankenpleite ein Teil der Einlage weg sein kann. Jedenfalls wenn keine staatliche Einlagengarantie greift.

Das Vertrauen der Menschen in den Bankensektor hat daher in den vergangenen Tagen einen ordentlichen Dämpfer erhalten. Wie groß er ist, wird sich in den kommenden Tagen und Wochen noch zeigen. Im negativen Fall wohl in Spanien, Italien oder Frankreich, falls die Krise sich nochmals deutlich verschärfen sollte.

Mein Fazit: an Zypern wurde ein lehrreiches Exempel statuiert und zukünftig ist nicht mehr jede (Banken) Rettung „alternativlos“. Dies bedeutet, dass neben Qualitätstiteln, Aktienfonds und anderen Investments sogar Geldmarktfonds bessere Alternativen als Festgeldkonten und Bareinlagen sind. Falls Sie Fragen dazu haben, oder nach meinem bestem Wissen und Gewissen sichere und sinnvoll diversifizierte Anlagen suchen, unterstütze ich Sie gerne. Es ist in diesem Zusammenhang auch kein Zufall, dass ich vor allem mit dem privaten Bankhaus Metzler zusammenarbeite. Dieses existiert seit etwa 335 Jahren und hat alle Bankenkrisen überlebt. Nicht aus Zufall, sondern da es als private und Eigentümergeführte Bank zuerst auf die Risiken achtet und außerdem kein riskantes Kreditgeschäft betreibt.

 

 

DAX testet offenes Gap

Der DAX macht sich auf den Weg nach unten und testet momentan die wichtigen Unterstützungen bei 7.800 Punkten. Hier wird es also spannend – vor allem natürlich auf Basis des Schlusskurses. Ein interessanter Anziehungspunkt für den DAX ist übrigens auch die offene Kurslücke bei etwa 7.760 Punkten. Wie Sie wissen, hat der DAX die Angewohnheit, diese sogenannten Gaps früher oder später zu schließen bzw. zu testen. Da sich natürlich viele Augen und Handelsprogramme auf diesen Bereich konzentrieren, zeige ich heute den schnörkellosen P & F Chart, der etwas Ruhe in das hektische Handelsgeschehen bringt.

Quelle: stockcharts.com

Quelle: stockcharts.com

 

Ein starker Anziehungspunkt für die kommenden Tage aus Sicht der P & F Charts wäre die Gegend von 7.650. Bitte bedenken Sie, dass dies noch längst keine Katastrophe sondern ein gesundes Ausatmen der Kurse wäre. Immerhin müssen nach jedem Anstieg zunächst ein paar Optimisten und Investoren abgeschüttelt werden, um neue Käufer anzulocken.

Bekanntlich wird sogar an der Börse nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Wegen der Osterfeiertage und der Ferienzeit sind die Umsätze recht dünn. Interessierte Kreise haben es leichter als üblich, die Kurse in die von ihnen präferierte Zone zu bugsieren. Daher würde ich momentan Stopps etwas großzügiger als üblich setzen und mich nicht zu schnell ins Bockshorn jagen lassen. Ein mittelfristiges Verkaufssignal würde der DAX erst bei 7.600 auslösen. Dann wird ein Test der steigenden Unterstützungsgeraden wahrscheinlich. Wie Sie sehen, hat der DAX die Angewohnheit, diese immer wieder mal zu testen. Im positiven Fall ergeben sich hier die besten Einstiegsgelegenheiten.

Fazit: Ein Test der Unterstützungszone bei 7650 bis 7.600 ist nun recht wahrscheinlich. Dies ist keine Katastrophe und kein Ende des Aufwärtstrends. Aber ein schnelles neues Hoch bei 8.150 können wir wahrscheinlich für eine Weile abhaken.

Der innere Markt bleibt positiv

Heute zeige ich noch rasch den wichtigsten Risikoindikator des inneren Marktes, den NYSE Bullish Percent. Dieser zeigt Ihnen, wieviele Titel an der NYSE (in Prozent) auf einem definierten Kaufsignal der P & F Technik handeln. Bereits seit Wochen befindet sich der Indikator in der oberen extremen Zone. Die Hausse wird also von einer großen Anzahl von Aktien aus den verschiedensten Sektoren getragen. Die Markbreite ist hoch – und dies ist positiv.

Es stellt sich also vor allem die Frage, wie lange es noch so positiv weitergehen kann? Immerhin kommt irgendwann immer der Zeitpunkt, an dem gut informierte Kreise oder frühe Anleger ihre Chips vom Tisch nehmen und Gewinne realisieren.

Quelle: stockcharts.com

Quelle: stockcharts.com

Bitte bedenken Sie, dass für Hedgefonds und viele institutionelle Anleger nicht nur der Kauf, sondern auch der (Leer) Verkauf einer Aktie eine Möglichkeit darstellt, um die Rendite ihres Portfolios zu erhöhen. Aus diesem Grunde befindet sich der Markt an einem Punkt, der zwar positiv ist, aber an dem man sich fragen muss, wie lange er noch bestehen bleiben kann. Daher sollte man in jeder Marktphase stets die potentielle Fallhöhe im Hinterkopf haben. Dieser Indikator zeigt Sie Ihnen ungeschminkt und objektiv.

 

Falls Sie Fragen haben, oder sich für eine meiner Dienstlistungen interessieren, sprechen Sie mich einfach an. Ebenfalls, falls Sie sich für einen unverbindlichen Depotcheck interessieren.

Nun aber wünsche ich Ihnen frohe und hoffentlich sonnige Ostertage und viel Erfolg mit Ihren Positionen.

 

Mit herzlichen Grüßen aus Bonn,

 

Ihr Klaus Buhl

 

 

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

About the Author:

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

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