By 8. März 2013 Read More →

Traum oder Albtraum

In den wichtigsten US-Indizes hat sich die Situation zuletzt deutlich verbessert. Kursziele von 1800 Punkten im S&P 500 sind durchaus in Reichweite. Richtig spannende Trading-Chancen eröffnen sich aktuell aber auch auf dem Ölmarkt.

 

Liebe Leserinnen und Leser,

vielleicht haben Sie sich über meine Überschrift gewundert – oder geschmunzelt. Mich jedenfalls erinnert die aktuelle Börsensituation an den Einkauf im Supermarkt heutzutage, wo ein Lebensmittelskandal den nächsten jagt. Man ist als durchschnittliche Städter auf den Einzelhandel angewiesen, traut sich aber kaum mehr in den Supermarkt, da man nicht einordnen kann, welche Schadstoffe und Skandale sich in den bunten Tüten verbergen.

Und an der Börse? Ja, die konjunkturellen Daten und die Geschäftsberichte der Unternehmen lesen sich ganz ordentlich – aber rechtfertigt dies neue Rekordhochs an den wichtigsten Börsenplätzen? Ich habe das Gefühl, die Aktien werden von institutionellen Investoren hochgetrieben aus purer Angst vor Anleihen – und die meisten privaten sind wieder mal kaum dabei, stehen an der Seitenlinie und steigen ein, wenn der Apfel mehr oder weniger gegessen sein wird. Irgendwie kein gutes Gefühl – „aber so ist Börse“.

Trotz der positiven Überraschungen der vergangenen Tage bin ich davon überzeugt, dass eine Menge Anleger heute lange Gesichter macht und nur teilweise investiert ist. Ich selber habe – da bin ich ganz ehrlich – für diese Woche keine neuen Hochs erwartet. Aber wie schon häufig gesagt, kommt es an der Börse darauf an, zu handeln was man sieht, und nicht was man denkt oder zu wissen glaubt. Der Markt hat bekanntlich immer Recht.

Deshalb habe ich auch in unserer neuen Vermögensverwaltung sehr schnell wieder die Aktienquote nach oben angepasst und aussichtsreiche Sektoren nachgekauft – bleibe aber stets bremsbereit.

 

US-Aktien nach vier Jahren wieder auf „Vorkrisenniveau“

Nach dem wochenlangen Seitwärtstrend mit teils heftigen Ausschlägen in beide Richtungen war es eine faustdicke Überraschung, dass ausgerechnet die Eskalation im US-Haushaltsstreits die Indizes unter Dampf gesetzt hat. Ich kann mir dies nur so erklären, dass offenbar große institutionelle Anleger überzeugt sind, dass die FED die dadurch drohende Verunsicherung wie gewohnt mit frischer Liquidität ertränken wird. Jedenfalls ist seither die Diskussion um ein frühzeitiges Ende von „QE“ schlagartig vom Tisch und die Verkäufer wieder überraschend in der Defensive. Prompt wurden viele Anleger, die in den vergangenen Wochen der Unsicherheit auf fallende Kurse gewettet und Positionen leer verkauft hatten, auf dem falschen Fuß erwischt und müssen nun hektisch eindecken, um ihre Verluste zu begrenzen.

Wie der P % F Chart des führenden US-Index S & P 500 zeigt, wurde das alte Hoch bei etwa 1.530 Punkten systematisch überboten. Ganz nebenbei wurde auch das positives Chartmuster des aufsteigenden Dreiecks nach oben aufgelöst.

 

Fazit:

Das neue Projektionsziel des Charts deutet nun auf 1.800 Punkte – aber Vorsicht. Üblicherweise werden diese Ziele erreicht, aber meist erst nach einigen Schleifen und Verwirrungen der Anleger durch die launische „Miss Börse“.

Übrigens haben die Bullen jetzt endlich etwas sehr beeindruckendes geschafft. Seit dem Tief der Finanzkrise im März 2009 haben sich die Kurse nicht nur verdoppelt. Jetzt endlich wurde sogar wieder das Niveau von vor dem Ausbruch der Krise erreicht. In nur vier Jahren – wer hätte das damals gedacht? Dies ist eine Tatsache, die gegen die „Buy and Hold Strategie“ und ganz eindeutig für aktives Risiko-Management und Sektorstrategien spricht.

 

Innerer Markt auch kurzfristig wieder positiv

In den vergangenen Wochen war ich hier häufig skeptisch – wegen dieses Indikators, der mir zeigte, dass die großen Investoren bereits sehr stark engagiert waren und evtl. nur noch auf eine gute Gelegenheit warteten, um Gewinne mitzunehmen und ihre Positionen auf uns kleine Anleger umzuverteilen. In der Tat gab es auch einen Prozess der Umverteilung, der nun aber abgeschlossen zu sein scheint.

Überprüfen Sie selber, wie sich die Anzahl der Aktien im S & P 500 jetzt wieder erhöht, die ihre wichtige 50-Tage-Linie zurückerobert. Es fließt also wieder frisches Kapital in die Breite des Marktes (nicht nur in wenige Sektoren) und das Risiko nimmt ab.

 

Der Indikator hat exakt auf seiner steigenden 200-Tage-Linie gedreht. Vor allem aber wurde die schwache Tendenz abgewehrt und nun steigt wieder die Anzahl an Aktien, die Ihre wichtigste Unterstützung zurückerobert.

 

Öl: Tradingchance

Interessant schaut der P & F Chart des leichten US-Öls aus und deutet eine frühe – und daher noch riskante – Tradinggelegenheit an.

 

 

Wie Sie sehen, handelt der Preis ganz eindeutig in einer negativen 0-Spalte. Demnach sind die Verkäufer objektiv im Vorteil und der Markt wird vom Angebot bestimmt. Nicht zu verleugnen ist auch, dass das Kursziel der übergeordneten Projektionstechnik auf die Gegend von 81 $ zeigt, also nach unten. Was aber deutet auf eine Wende zum Besseren? Vor allem hat sich Ende des vergangenen Jahres eine frische aufsteigende und daher positive Trendlinie gebildet – und diese könnte genau JETZT Ihre Wirkung entfalten. In den vergangenen Tagen und Wochen hat der Ölpreis stark korrigiert – im Gegensatz zu Aktien. Die meiste Zeit sind beide aber recht hoch positiv korreliert. Solllte sich dieser übliche Zusammenhang nun wieder durchsetzen, beflügelt von einem positiven konjunkturellen Umfeld, würde jetzt eine gute Einstiegsgelegenheit sein. Ich jedenfalls tippe auf eine baldige Erholung des Ölpreises. Schließlich stehen ja auch bald die Ostertage und der Beginn der in den USA sogenannten „Driving-Season“ an. Da haben auch die Ölkonzerne ein gewisses Interesse an hohen Preisen…

 

Bei Interesse für eine meiner Dienstleistungen oder weiteren Fragen wenden Sie sich bitte einfach an mich. Ebenfalls, falls Sie sich für einen fairen Depot-check interessieren, oder ganz einfach Fragen und Anregungen zum Text haben.

Mit herzlichen Grüßen aus Bonn,

Ihr Klaus Buhl

 

 

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

Posted in: Gastbeiträge

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Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

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