By 20. März 2015 Read More →

Startet bei Apple & Co. die Aufholjagd?

Obwohl die gesamte Aufmerksamkeit der europäischen Anleger auf den Heimat-Kontinent fixiert zu sein scheint, zeigt die US-Börse interessant eine interessante Entwicklung. Nach wochenlangen Seitwärtstrend wird dieser gerade nach oben aufgelöst, was eine Trendbeschleunigung zur Folge hätte. Die zyklischen Nebenwerte und der wichtige „Innere Markt“ jedenfalls deuten klar auf das Lager der Bullen.

Liebe Leserinnen und Leser,

heute will ich Sie mit der aktuell so beliebten Diskussion verschonen, ob die europäischen Märkte überhitzt sind oder nicht. Da derzeit die üblichen Marktgesetze in Europa nicht zu gelten scheinen, sollte sich jeder Anleger überlegen, ob seine Angst größer ist etwas zu verpassen oder unmittelbar vor einer Korrektur einzusteigen oder weitere Positionen aufzubauen. Nach wie vor gültig ist aber die Börsenregel, dass die Masse der Anleger an der Börse auf längere Sicht nur selten richtig liegt.

Nachdem die Präsidentin der US-Notenbank gestern das wichtige Wort „geduldig“ aus dem Protokoll gestrichen hat, hätten viele Anleger nun auf Gewinnmitnahmen getippt. Aber das Gegenteil trat ein, die Kurse rasten in den grünen Bereich. Die Ursache dafür war die glaubhafte Versicherung der FED, die Zinsen trotzdem noch nicht auf der nächsten Sitzung anzuheben und die Geldpolitik grundsätzlich nur sehr moderat zu straffen. Die ganze Aufregung und die schlechte Performance der US Börsen ist damit wahrscheinlich hinfällig.

Steht die US -Börse vor einer Trendbeschleunigung?

Eine clevere Möglichkeit der Diskussion aus dem Weg zu gehen, ob der DAX überhitzt ist oder nicht, ist die Beschäftigung mit der wichtigen US- Börse. Diese ist nämlich gemessen an der Methodik der P & F Charts eindeutig nicht überkauft und hat sogar ein gewisses Nachhol-Potenzial. Vor allem, wenn nun der Euro eine Gegenbewegung antritt – wovon ich übrigens ausgehe, und nicht die Parität ansteuert, was aber der Konsens ist. Dies ist ein sehr wichtiger Punkt für die US- Industrie, da infolge des festen Dollars die Margen der Exporteure fast zwangsläufig fallen müssen. Dann aber wiederum kämen schon bald die Firmengewinne unter Druck – und natürlich die Aktien. Sollte sich nun der Euro wieder stabilisieren, wäre das ein wichtiges Signal für die US Exporteure, aber auch für die Rohstoffe, die ja in Dollar gehandelt werden.

Da bekanntlich ein Chart mehr sagt als viele Worte, zeige ich Ihnen mit dem Russell Index den Kursverlauf der wichtigen US- Nebenwerte. Aus mindestens zwei Gründen halte ich die Nebenwerte aktuell für sehr wichtig für den weiteren Kursverlauf. Einerseits sind die sehr zyklischen Nebenwerte ein guter Indikator für das Risikoempfinden der Anleger. Steigen die Nebenwerte oder markieren gar ein neues Hoch, sind die Investoren sehr risikobereit.

Eine derartige Marktphase erleben wir aktuell. Gestern haben die Nebenwerte das Hoch der Vorwoche übersprungen und dabei ein neues Kaufsignal generiert. Die aktuelle X- Achse hat sich über die vorhergehende geschoben und ganz nebenbei den seit einem Jahr gültigen Seitwärtstrend nach oben aufgelöst. Ebenfalls wurde ein neues Projektionsziel „ausgerufen“ welches auf das nächste Ziel  von knapp 1.500 Punkten deutet. Bis dahin ist der Weg natürlich noch steinig, ich würde das Kaufsignal bei den Nebenwerten aber durchaus ernst nehmen.

Der innere Markt sieht die Nachfrage im Vorteil

Obwohl die wichtigsten US-Indizes in diesem Jahr etwa auf der Null-Linie pendeln, und damit gemessen an der Jahresperformance um etwa 20 Prozent hinter den europäischen Indizes herzuckeln, deuten die Risikoindikatoren nach wie vor auf das Lager der Käufer – und verbessern sich sogar jetzt wieder.

Hier sehen Sie die Relation der Kaufsignale nach P & F im breiten Markt der New York Stock Exchange (NYSE). Trotz der ruhigen Gangart der vergangenen Wochen in den USA handeln nach wie vor 61 % der gelisteten Aktien auf einem Kaufsignal der P & F Technik. Dies ist eine gute Ausgangslage, da sie noch ausbaufähig ist, wir uns also noch in ausreichendem Abstand von der oberen extremen Zone befinden. Positiv ist aber vor allem, dass wir in einer X-Achse handeln, die Anzahl der Aktien also zunimmt, die ihre wichtigste Unterstützung zurückerobert. Oder in anderen Worten: aus irgendwelchen Gründen investieren große Anleger „frisches“ Kapital in US-Aktien. Übergeordnet ist dies wiederum auch für die übrigen weltweiten Börsen kein schlechtes Signal.

Nur kurz zur Erinnerung: hier sehen Sie den Prozentsatz der Aktien, die auf einem Kaufsignal der P & F Technik handeln. Dies ist kein Timing-Indikator, sondern ein Risikoindikator. In Zeiten wie jetzt, in denen systematisch Geld in den Markt fließt, können Sie sich relativ sicher auf der Long-Seite bewegen, da in positiven Marktphasen etwa 85 % der Aktien steigen. Unterhalb von 30 % ist der Markt überverkauft und man sollte nach Einstiegsgelegenheiten bzw. einem Pullback Ausschau halten. Oberhalb von 70 % wird die Luft dünner und eine Korrektur wahrscheinlicher, obwohl man in diesem Fall immer zunächst eine neue 0-Spalte abwarten sollte, da erst dann das Übergewicht der Verkäufer signifikant wird. Unterhalb von 30 % verhält es sich natürlich umgekehrt.

Kaufgelegenheit bei Intel?

Vielleicht ist es keine schlechte Idee, sich derzeit vor allem bei den etablierten Firmen umzusehen, die wahrscheinlich besser mit dem schwachen Dollar (und dem schwierigen Export) zurecht kommen werden. Dazu gehört auch der Chip-Hersteller Intel, der nach einer Umsatzwarnung etwa 10 % unterhalb des Hochs handelt. Hintergrund sind aber auch die immer wieder aufflammenden Befürchtungen, Intel würde stark unter den zurückgehenden PC- Verkäufen leiden. Dieser Gefahr tritt Intel aber deutlich entgegen und baut seinen Anteil an Chips für mobile Anwendungen immer stärker aus. Es sprechen also auch fundamentale Gründe für Intel.

Doch falls sich nun der Euro etwas erholt, könnte sich die Gunst der Anleger wieder deutlich verbessern. Die charttechnisch interessante Ausgangslage zeigt Ihnen der besonnene P & F Chart, der sich seit sechs Jahren in einem Aufwärtstrend befindet. Vergangenen Herbst hat die Aktie bei 37 $ ein Hoch gebildet, dieses aber nicht verteidigen können. Auf der anderen Seite wurde aber auch kein Verkaufssignal gebildet und der Wert konsolidiert auf hohem Niveau. Sehr gut verdeutlicht der Chart die gute Unterstützung bei etwa 30 $. Wer nun davon ausgeht, dass die US-Börsen ihren Trend wieder beschleunigen und der Euro für eine Gegenbewegung fällig ist, der könnte bei Intel jetzt eine interessante Gelegenheit finden.

Bitte beachten Sie auch meinen Gratis-Börsenbrief und mein Gratis-E-Book über die Philosophie der P & F Charts.

Weiterhin gute Investments und einen erfolgreichen Tag,

Ihr Klaus Buhl

 

Posted in: Gastbeiträge

About the Author:

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

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