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By 16. November 2015 Read More →

DAX stabil – Rohstoffe schwach – kann das gut gehen ?

Wie immer scheint auch aktuell zu gelten, dass Kurse die Nachrichten machen – und nicht umgekehrt. Ebenfalls haben sich die internationalen Indizes nach der beeindruckenden Rallye von etwa 10 % dafür entschieden, einfach mal auszuatmen und die Sache etwas ruhiger anzugehen.

Liebe Anlegerinnen und Anleger,

Obwohl an diesem Wochenende, nach den feigen Anschlägen in Paris auf das Leben, die Gesundheit und die Freiheit von unschuldigen Menschen die Themen Anlegen und Investieren nicht im Vordergrund stehen, will ich einen Ausblick wagen.

Vergleichsweise spannend war die Woche für unseren DAX, der es zwar redlich versucht hat, letztendlich aber nicht den Sprung über die psychologisch wichtige Marke von 11.000 Punkten geschafft hat. Geschweige denn die noch viel bedeutendere 200- Tage- Linie, die für viele Investoren die Demarkationslinie zwischen Auf- und Abwärtstrend darstellt.

Vordergründig verantwortlich für die aktuelle Seitwärtskonsolidierung ist wieder einmal die nervige Diskussion darüber, ob die US-Notenbank FED nun die Zinsen anhebt oder nicht. Entsprechend ihren eigenen Steuerungsgrößen Arbeitsmarkt und Inflationsziel hat sie genügend Gründe dafür. Ebenfalls, falls sie nicht die Lufthoheit über den Stammtischen verlieren und an Reputation einbüßen will. Die Auswirkungen von einem solchen Schritt für die Märkte halte ich für vertretbar, da sich nach der monatelangen Diskussion jeder Investor entsprechend positionieren konnte.

Der innere Markt konsolidiert auf hohem Niveau

Dieses bisher vollkommen unbedenkliche und sogar begrüßenswerte Verhalten spiegelt sich im kurzfristig relevanten Risikoindikator des inneren Marktes schon seit etwa drei Wochen. Die folgende Grafik zeigt Ihnen den Prozentsatz der an der NYSE gehandelten Aktien, die oberhalb ihrer wichtigen 50- Tage- Linie handeln. Nur noch etwa 48 % der Titel handeln heute oberhalb ihrer wichtigsten Unterstützung, nachdem es kürzlich noch 75 % waren.

Nach dem fulminanten Anstieg aus der unteren extremen Zone in den überhitzten Bereich oberhalb von 70 % ist diese Konsolidierung wirklich kein Wunder und ist bisher kein Grund zur Beunruhigung. Da der übergeordnete Trend weiterhin intakt ist, gehe ich sogar davon aus, dass wir derzeit eine Gelegenheit für Nachkäufe sehen und die Rallye noch ein wenig weitergeht. Auch in meinem Premiumbrief verfolge ich diesen Ansatz und belauere einige attraktive Titel aus den relativ stärksten Sektoren, da diese auch nach einer kurzen Ruhepause mit einiger Wahrscheinlichkeit das höchste Potenzial bis zum Jahresende haben werden.

 Rohstoffe – Aufreger der Woche

Wieder einmal machen die Rohstoffe und insbesondere die Industriemetalle von sich reden. Hier scheint der Preisverfall kein Ende zu nehmen – jedenfalls ist der Abwärtstrend vollkommen intakt. Natürlich ist dies auch für uns Anleger ein wichtiges Thema, da doch die Nachfrage nach Industriemetallen und Basisrohstoffen ein wichtiger Indikator für die Verfassung der Weltwirtschaft sind. Insofern ist es eigentlich ein Zeichen von Stärke, dass die Aktienmärkte nicht viel stärker unter Druck stehen. Immerhin deutet der folgende Chart der wichtigsten Industriemetalle nicht darauf, dass sich die Weltwirtschaft in rosiger Verfassung befindet.

Ganz im Gegenteil hat sich in dieser Woche ein neues Verkaufssignal im besonnenen P & F Chart gebildet.

Bei etwa 260 Punkten schob sich die aktuelle negative 0-Spallte im rechten Bereich der Grafik unter den dreifachen Boden und durchschlug diese Unterstützung. Der Weg nach unten scheint damit frei zu sein und Kaufpositionen in Rohstoffen bleiben mit großen Risiken behaftet. Eine Erholung der Aktienkurse könnte daher noch ein paar Tage auf sich warten lassen. Es sei denn, wir erleben hier einen falschen charttechnischen Ausbruch, der in kommenden Tagen die Leerverkäufer zum Eindecken zwingen könnte.

DAX nun unterhalb der wichtigen Unterstützung bei 10.700 Punkten

Heute zeige ich Ihnen den gelassenen P & F Chart per Wochenschluss. Denn in dieser Einstellung erkennen Sie sehr gut die ehemalige Unterstützung bei 10.700 Punkten, die nun zunächst zu einem Widerstand wird. Daher gehe ich nun davon aus, dass die aktuelle Konsolidierung etwas länger andauern wird als am Freitag noch erwartet. Bitte erinnern Sie sich daran, dass Verkaufssignale oberhalb der positiven Unterstützungsgeraden nicht so gravierend sind wie unterhalb der wichtigen Trendgeraden. Deswegen ist es noch viel zu früh in Panik zu verfallen, auch wenn die Medien in der neuen Woche bestimmt nicht zimperlich mit dem Thema umgehen werden.

Neben der leidigen Zinsdiskussion kommt nun noch die wachsende Verunsicherung nach den feigen Anschlägen auf uns zu, die den Verlauf der kommenden Woche erschweren werden.

Sehr deutlich sehen Sie hier die Bedeutung der ehemaligen Unterstützung von 10.700 Punkten, die sich nun zu einem Widerstand wandelt. Mittelfristig wird hier eine wichtige Schlacht zwischen Angebot und Nachfrage ausgefochten. Sollten wir deutlich unterhalb dieser Region in die neue Woche starten, womit wir rechnen müssen, gehe ich davon aus, dass sich der DAX in Richtung der aufsteigenden Trendgerade nach unten bewegen wird. Die Region von 10.450 wäre eine erste logische Unterstützung. Auch optisch würde das Sinn machen, da häufig starke Kursbewegungen etwa zur Hälfte korrigiert werden. Davon einmal abgesehen stellt die aufsteigende Unterstützungsgerade auch einen magnetischen Anziehungspunkt dar, der immer wieder einmal getestet wird. Und im positiven Falle natürlich dann als Trendgerade bestätigt wird – und genau davon gehe ich aus. Denn nicht nur die saisonal betrachtet günstige Jahreszeit, auch die gesamte Bullish Percent Theorie und natürlich der Präsidentschaftszyklus (wir befinden uns in einem Vorwahljahr) deutet auf das Lager der Bullen.

Nun aber wünsche ich Ihnen viel Erfolg mit ihren Transaktionen.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Klaus Buhl

Posted in: Gastbeiträge

About the Author:

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

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