By 16. Juni 2014 Read More →

DAX-P&F-Kursziel lässt noch viel Platz nach oben

Börse oder Fußball heißt ab jetzt die Frage. Jedenfalls sinken die Umsätze, während die wichtigsten internationalen Indizes nach wie vor nahe ihrer Hochs notieren. Für Aufregung ist es viel zu früh – vor allem, da der innere Markt eindeutig auf das Lager der Bullen deutet.

Liebe Leserinnen und Leser,

vielleicht liegt es ja an der sommerlichen Hitze oder auch an der Fußballweltmeisterschaft. Auf jeden Fall hat das Interesse an der Börse stark nachgelassen. Die Umsätze sind abgesackt und der DAX konnte sein jüngstes Hoch nicht verteidigen. Dies kann man natürlich als schlechtes Vorzeichen für die Käufer interpretieren – oder auch ganz anders sehen. Denn eine Konsolidierung auf hohem Niveau deutet auf relative Stärke – was man im Falle einer scharfen Korrektur nicht behaupten kann. Entsprechend der klassischen charttechnischen Analyse sollten neue Hochs in den Indizes von starken Umsätzen begleitet sein. Meiner Meinung nach kommt es aber vor allen Dingen auf den Preis an. Denn der ist der wichtigste Indikator und zugleich das Ergebnis des Kampfes zwischen Angebot und Nachfrage. Ich jedenfalls kenne keinen wichtigeren Börsenindikator als den Kurs einer Aktie.

Daher führt es zu nichts, krampfhaft für jede Kursbewegung eine sinnvolle Begründung zu suchen. Denn im Nachhinein kann man natürlich für jeden Kursverlauf immer eine schlaue Begründung finden. Grundsätzlich aber schwanken die Märkte einfach zwischen ihren jeweiligen überkauften und überverkauften Markzuständen, die man deshalb möglichst klar identifizieren sollte. Dafür eignen sich besonders die P & F Charts und die Philosophie des inneren Marktes.

Werfen wir also deshalb einen Blick auf den wenig aufgeregten P & F Chart des DAX, der das Kräfteverhältnis zwischen Bullen und Bären spiegelt.

DAX: positiver Impuls bleibt erhalten

Beim Anblick des Charts muss man sich fragen, wie die Diskussion um die fehlende Dynamik überhaupt entstehen konnte. Immerhin sehen wir hier einen eindeutig positiven Impuls und eine intakte Unterstützungslinie. Trotz der gegenwärtigen Kursberuhigung bleibt das Kaufsignal eindeutig gültig. Die positive X Achse im rechten Bereich zeigt Ihnen, dass die Käufer eindeutig am Ball sind und der Markt von der Nachfrage gelenkt wird. Auch wenn die Kurse in der nahen Zukunft im Rahmen einer Korrektur bis etwa 9.750 Punkten zurückfallen sollten, kann ich kein nennenswertes Problem aus Sicht des P & F Charts erkennen.

Immerhin muss man den Marktteilnehmern auch ein gewisses durchatmen gönnen. Bitte vergessen Sie niemals, dass Kurse nicht immer in Trends verlaufen und meist gar keine eindeutigen Trends vorliegen. Auch wenn eine Beruhigungsphase jetzt wünschenswert ist, würde ich mich nicht wundern, wenn wir schneller als von vielen erwartet das Projektionsziel bei etwa 10.400 Punkten erreichen würden. Immerhin sind diese Kursziele recht zuverlässig – auch wenn sie natürlich nicht immer ohne Schnörkel erreicht werden.

Innerer Markt: kurzfristig heiß gelaufen

Heute ist es an der Zeit, mal wieder einen Blick auf den inneren Markt zu werfen. Vor allem die kurzfristige Perspektive scheint mir interessant, da wir dort wieder deutlich in die obere extreme Zone eingetaucht sind. Etwa 75 % der Aktien die in New York gehandelt werden, befinden sich oberhalb ihrer 50 Tage Linie, die bekanntlich eine sehr wichtige Unterstützung darstellt.

Es besteht also eine gewisse Rückschlagsgefahr, da die wichtige US Börse auf diesem Niveau häufig zu Gewinnmitnahmen neigt – wie der Chart zeigt. Auf der einen Seite ist es zwar positiv, wenn viele Aktien die Kursbewegung mittragen, aber Sie sollten beachten, dass Börsen danach streben, ihre extremen Zustände wieder zu verlassen. Auch wenn ein Markt lange überhitzt bleiben kann, ist jetzt aus Sicht des inneren Marktes nicht der beste Tag um neue Engagements einzugehen. Auf jeden Fall nicht, wenn Sie eher kurzfristig orientiert sind.

VIX geht Baden

Ein weiterer wichtiger Indikator des inneren Marktes ist für mich die Volatilität, also die Schwankung der Kurse. Dieses auch Angstbarometer genannte Instrument befindet sich derzeit auf einem unteren Rekord und signalisiert die Sorglosigkeit der Marktteilnehmer. Dies ist vordergründig positiv und zeigt Ihnen die Lässigkeit und Sorglosigkeit der Akteure. Aber bekanntlich hat alles seine zwei Seiten und ich frage mich, ob wir von diesem Rekordtief aus nicht eher bald nach oben als nach unten marschieren werden. Denn immerhin weisen die Märkte historisch betrachtet eher eine Volatilität von 25 auf als eine von 10 % und streben auch diesbezüglich permanent in den mittleren Bereich der Verteilung. Wir müssen uns also ernsthaft fragen, ob die aktuelle Marktlage wirklich noch besser werden kann.

Im rechten Bereich der Grafik erkennen Sie an der 0- Spalte, die übrigens auf einem Rekordtief notiert, wie sorglos die Marktteilnehmer sind. Bei etwa 12 % wurde eine sehr bedeutende Unterstützung durchschlagen. Da Märkte im Allgemeinen immer wieder versuchen, die extremen Bereiche zu verlassen, ist eine Zunahme der Volatilität wahrscheinlicher als ein weiteres Absinken. Diesen Indikator wurde ich in den kommenden Tagen besonders gut im Blick behalten.

US-Öl WTI knackt Widerstand

Vermutlich im Zusammenhang mit den Spannungen im Irak haben sich die Preise für Rohöl klammheimlich auf den Weg in neue und luftige Höhen gemacht. Da dies wegen der steigenden Grundkosten auch ein Risiko für die Aktienmärkte ist, zeige ich Ihnen noch schnell den betreffenden Chart. Speziell der P & F Chart zeigt den deutlichen Kursausbruch über den Widerstand. Vor wenigen Tagen ist der Preis in einer positiven X-Achse über die Widerstandslinie gesprungen und hat außerdem ein Kaufsignal bei 104 $ gebildet. Das neue Projektionsziel deutet nun auf die Region von 129 $.

Falls Sie sich für diese Philosophie der Charttechnik interessieren, beachten Sie bitte meinen Gratis-Börsenbrief.

Nun aber wünsche ich Ihnen spannende Spiele bei der Fußball-WM und natürlich viel Erfolg mit Ihren Positionen.

Mit herzlichen Grüßen aus dem Rheinland,

Ihr Klaus Buhl

Posted in: Gastbeiträge

About the Author:

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

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