By 10. November 2014 Read More →

Barrick Gold und die Goldaktien – Extremsituation

Auch nach der Kongresswahl haben die US- Indizes ihre Hochs verteidigt. Bisher gab es keine Anzeichen von Unsicherheit oder Gewinnmitnahmen. Ganz im Gegenteil vergrößert sich die Marktbeteiligung. Denn nun stabilisieren sich die Energie-Aktien, die bisher als einziger der wichtigen Industriesektoren in diesem Jahr eine negative Performance aufweisen. Total zertrümmert hingegen sind weiterhin die Edelmetallaktien.

Liebe Leserinnen und Leser,

hoffentlich liegt eine angenehme Woche hinter Ihnen, die reichlich gefüllt war mit wichtigen Terminen für uns Anleger.

Neben dem Ausgang der Kongresswahlen in den USA, auf die ich später noch eingehen werde, hat die Sitzung der EZB und die im Anschluss stattgefundene Pressekonferenz die weltweiten Börsen stark beeinflusst. Denn der EZB Präsident Draghi ließ keinen Zweifel aufkommen, an der unkonventionellen Geldpolitik bis auf weiteres festzuhalten. Darüber hinaus soll sogar die Bilanz der EZB aufgebläht werden, was nichts anderes bedeutet, als dass demnächst ABS-Käufe getätigt und vielleicht sogar Staatsanleihen aufgekauft werden. Damit tritt die EZB in die Fußstapfen der japanischen Notenbank und verstärkt eine Politik, die bisher die europäische Konjunktur nicht stimuliert hat und der aktuellen Geldpolitik der US-Notenbank FED diametral gegenüber steht. Immerhin hat in dieser Woche die Fed angekündigt, ihr Anleihekaufprogramm zu beenden und vorerst kein frisches Geld mehr zu drucken.

Kein Wunder, dass Euro und YEN äußerst schwach gegenüber dem US-Dollar handeln, die Zinsen der Währungsräume in verschiedene Richtungen driften und die Edelmetalle nicht mehr als sicherer Hafen benötigt werden. Offenbar scheint die Mehrheit der Anleger davon auszugehen, dass die Notenbanken schon alle Probleme lösen werden. Ganz übersehen wird dabei, dass in Europa die Nachfrage nach Krediten weiter sinkt, die Konjunktur schwächelt und die Arbeitslosenquote einfach nicht sinken will

DAX springt über die Widerstandsgerade

Der DAX reagierte mit einem Freudensprung (warum eigentlich?) auf die oben angesprochene Ratssitzung der EZB. Es wurde nicht nur die wichtige 50 –Tage- Linie überboten, sondern auch die negative Widerstandsgerade geknackt. Dies ist natürlich übergeordnet ein sehr wichtiges Zeichen für uns Investoren und besonders für die Käufer.

Schon seit dem Kaufsignal bei 9.300 Punkten, als die aktuelle X- Spalte über die vorhergehende stieg, war der gestern noch nicht erfolgreiche Test der Region von 9.500 vorgezeichnet. Denn hier verläuft der starke Widerstand der nach wie vor leicht fallenden 200 –Tage- Linie. Nun wäre dem deutschen Index auf diesem Niveau einer Ruhepause zu gönnen. Auf der anderen Seite ist hier wenig horizontaler Widerstand der klassischen Charttechnik zu erkennen, so dass wir binnen weniger Monate durchaus mit Kursen von bis zu 9.900 Punkten und sogar einem Test der bisherigen Hochs rechnen können

Kritisch wird es umgekehrt erst wieder unterhalb der Widerstandsgeraden und vor allem, falls ein Verkaufssignal bei 9.150 ausgelöst werden sollte. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg und vorerst bleibt der Ball eindeutig im Feld der Käufer. Die offensive Mannschaft darf auf dem Feld bleiben.

Wer hätte das Mitte Oktober gedacht? Ich jedenfalls nicht, da will ich ganz ehrlich sein. Für mich gehört der Oktober 2014 auf jeden Fall zu den verrücktesten Börsenmonaten der vergangenen 20 Jahre. Unter diesen Umständen und fast schon hysterischen Turbulenzen bin ich jedenfalls sehr froh, dass die Indikatoren des inneren Marktes gut funktioniert haben. Diese habe ich Ihnen ja hier in den vergangenen Wochen einige Male gezeigt.

Der innere Markt verbessert sich

Am vergangenen Mittwoch habe ich Ihnen hier den positiven Verlauf der wichtigsten US-Aktien gezeigt. Seither hat sich dort der gute Eindruck bestätigt.

Daher will ich Ihnen heute einen wichtigen Indikator des so genannten „inneren Marktes“ zeigen. Hier sehen Sie die den grafischen Verlauf der Relation der im S & P 500 enthaltenen Titel, die auf einem Kaufsignal der P & F Technik handeln.

Mittlerweile handeln wieder 63 Prozent der im S & P 500 enthaltenen Aktien auf einem Kaufsignal der P & F Technik und damit oberhalb einer wichtigen Unterstützung. Eine systematisch ansteigende Anzahl von Aktien trägt also die gegenwärtig positive Bewegung des breiten Marktes

Seit einiger Zeit fließt wieder Kapital in den Markt. Dies erkennen Sie an der stabilen X-Achse im rechten Bereich. Nachdem der Risikoindikator bis auf den tiefsten Stand seit dem Sommer 2012 gefallen war, erhöht sich jetzt wieder die Anzahl der Kaufsignale im Sinne der P & F Technik. Obwohl oder weil sich neue Investments damals schlecht anfühlten, griffen die ersten mutigen Investoren schon Mitte Oktober wieder zu. Dies zeigt deutlich, dass Investitionen bei den amerikanischen „Big-Caps“ als interessant eingeschätzt werden. Obwohl natürlich niemals die Risiken ausgeblendet werden sollten, erkennt man hier deutlich, dass die offensive Mannschaft auf das Feld gehört.

Energie-Aktien hinken hinterher

Bekanntlich haben die Kongresswahlen in den USA das Regieren für Präsident Obama nicht einfacher gemacht. Interessant ist es aber zu überlegen, welche Sektoren von der Mehrheit der vermeintlich Industriefreundlichen Republikaner in beiden Kammern profitieren können. Neben den klassischen Industrieaktien könnte der gesamte Energiesektor dazu zählen. Immerhin litt dieser Sektor unter dem starken Ölpreisverfall und gehört zu den wenigen Sektoren, die im Jahresverlauf deutlich negativ abschnitten. Einige Beobachter gehen davon aus, dass die Republikaner speziell diesem Sektor durch Infrastrukturmaßnahmen und regulatorische Erleichterungen auf die Sprünge helfen werden. Auch charttechnisch spricht einiges dafür, dass die Energieaktien vor einer Erholung stehen könnten.

Dieser Chart zeigt Ihnen den Index der wichtigsten in den USA gehandelten Energie- Aktien, die in diesem Jahr wirklich schlecht liefen. Trotzdem sollten wir den Sektor gut beachten – nicht nur weil er jetzt wieder belebt werden könnte, sondern weil es an der Börse nur selten einen stabilen Aufschwung ohne die für die Konjunktur wichtigen Energieaktien gibt.

Immerhin hat sich der Energiesektor nach einigem Zögern dazu entschlossen, seinen Aufwärtstrend fortzusetzen.
Dies erkennen Sie an der per Saldo steigenden Unterstützungsgerade. Nach kurzem Zögern bildete sich erneut ein Kaufsignal der P & F Technik bei 86 Punkten, welches ich Ihnen rot markiert habe. Nun ist die Chance trotz der aktuellen 0- Spalte recht groß, dass demnächst die Widerstandsgerade geknackt wird.  Immerhin deutet das meist sehr zuverlässige Projektionsziel auf die Umgebung von 100 Punkten. Auch wenn dieses Kursziel bestimmt nicht geradlinig erreicht wird, zeigt sich jedoch, dass einer der wichtigsten zyklischen Sektoren zukünftig die Breite des Marktes stützt.

Auch in meinem Premium Börsenbrief beschäftige ich mich immer wieder mit diesem wichtigen Sektor.

Gold: Spiegelbild der Sorglosigkeit

In den vergangenen Tagen ist der Goldpreis ohne größeren Widerstand durch seine zentrale Unterstützung bei etwa 1.180 $ gerauscht. Heute handeln wir auf dem tiefsten Stand seit dem Sommer 2010. Interessanterweise ist dies der Zeitpunkt, an dem die FED bekannt gab, dass „QE-Programm“ zu erweitern. Damit ist heute diese gesamte Fantasie wieder aus dem Preis der Edelmetalle verschwunden. Ich würde mich nicht wundern, wenn dies die Chance auf eine Bodenbildung bieten würde.

Immerhin sind die Aktien des Minensektors, die dem Goldpreis meist vorauslaufen, in den vergangenen Wochen unglaublich verprügelt worden.

Im folgenden Chart sehen Sie die Relation der Goldminentitel, die auf einem Verkaufssignal der P & F Technik handeln. Es ist wirklich selten, dass ein Sektor so stark und so lange überverkauft ist. Auch wenn der Goldsektor ein starkes Eigenleben führt, sieht man Indexstände von unter 10 Prozent wirklich nicht jedes Jahr

Hier sehen Sie, dass Sage und Schreibe nur noch 3 % der im Sektor gehandelten Minen auf einem Kaufsignal der P & F Technik notieren. Dies ist wirklich ein mehr als extremes Ereignis für den Sektor der Minen, obwohl wir bereits im vergangenen Sommer ähnlich überverkauft waren. Der Chart verdeutlicht eindrucksvoll, wie unbeliebt dieser Sektor ist und dass sich hier nur noch die ganz hart gesottenen Anleger engagieren. Umgekehrt ist das systematische Risiko, hier zu investieren, heute relativ gering. Bitte beachten Sie, dass man entsprechend den Regeln der Bullish-Prozent Philosophie erst in den Sektor investieren sollte, wenn das Interesse für Goldminen zurückkehrt und idealerweise eine X-Achse über die Region von 30 % ansteigt.

Bitte beachten Sie auch mein Gratis E-Book mit den Erläuterungen zum inneren Markt.

Nun wünsche ich Ihnen viel Erfolg mit ihren Investitionen

Falls Sie Fragen an mich haben, oder einen unverbindlichen aber fairen Depotcheck wünschen, antworten Sie einfach direkt auf diese E-Mail oder rufen Sie mich an.Ich wünsche viel Erfolg mit ihren Investitionen

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Klaus Buhl

Posted in: Gastbeiträge

About the Author:

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

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