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By 9. Februar 2015 Read More →

DAX-Szenario: Rückfall auf die 10.000, dann weiter in Richtung 12.000

Der deutsche Leitindex DAX wird nach wie vor magisch von der runden Marke von 11.000 Punkten angezogen und die Mehrheit der Anleger handelt, als ob es morgen keine Aktien mehr gäbe. Wichtige gleitende Durchschnitte wie die 50 – und die 200-Tage-Linie hat der DAX ungewöhnlich weit hinter sich gelassen.

Liebe Leserinnen und Leser,

 

Ich will wirklich nicht behaupten, dass wir in normalen Zeiten leben würden, aber trotzdem sollten wir im Hinterkopf behalten, dass die Gesetze der Schwerkraft nicht außer Kraft gesetzt sind und trotz der Flut des billigen Geldes immer wieder Rückschläge an den Börsen erleben werden.

Die jetzige Situation erinnert mich ein wenig an die Internetblase und die Kommentare einiger Analysten damals, die allen Ernstes behaupteten, jegliche Kriterien für die Bewertung von Aktien würden nicht mehr gelten. Prompt zeigte sich dann im Frühjahr des Jahres 2000, dass die Einschätzung „nun ist alles anders“ zu den teuersten überhaupt an der Börse zählt.

Obwohl ich übergeordnet optimistisch für das Börsenjahr bin und bleibe, gehe ich aber dennoch von zunehmenden Schwankungen aus. Das hinter uns liegende Jahr ist dafür ein gutes Beispiel. Vor allem will ich sehen, dass die europäischen Banken mehr Investitionskredite vergeben und die hohe Liquidität nicht nur eine Inflation bei Aktien und anderen Sachgütern auslöst.

Europäische Indizes fest trotz „Bankrun“ in Griechenland

Überrascht bin ich, dass die sehr beunruhigenden Nachrichten aus Griechenland weder das Bullenlager noch die Mehrheit der trägen Bevölkerung irritiert. Immerhin hat die EZB den in heftige Turbulenzen geratenen griechischen Banken kurzfristige Notfallhilfen von bis zu 60 Milliarden € genehmigt und damit den Bankensektor vor dem Ausbluten gerettet. Das Problem an der Sache ist aber, dass diese Notfallhilfen grundsätzlich nur an solvente Banken vergeben werden dürfen. Daher frage ich mich kritisch, ob es in Griechenland überhaupt noch solvente Banken gibt, bzw. bezweifle das.

Fairerweise will ich sagen, dass für die Notfallkredite der EZB nur das jeweilige Land und nicht die Gemeinschaft der Euro- Partner haftet. Aber welchen Wert hat eine Garantie von Griechenland, dass alleine schon bei Deutschland mit etwa 80 Milliarden in der Kreide steht? Ich will hier weder polemisch noch unsolidarisch sein. Aber wenn ich von der zügigen Durchführung der griechischen Wahlversprechen höre, mit Sozialleistungen, die es in keinem Land Europas gibt, dann frage ich mich, wie man dies einem Empfänger von Hartz IV oder dem Mindestlohn erklären will. Im Augenblick wird der Bevölkerung in Deutschland, die in den vergangenen 15 Jahren harte soziale Einschnitte hinnehmen musste, diesbezüglich kein reiner Wein eingeschenkt.

Sehen Sie sich doch einfach diese Grafik an, die die Kapitalflucht aus Griechenland bzw. die dramatische Abnahme der Einlagen griechischer Banken zeigt. Diese schmelzen schneller als Butter in der Sonne. Mich erinnert die Reduzierung der Einlagen bei griechischen Banken an einen klassischen „Bankrun“.

Aber ich will mich hier nicht zu sehr in den Folgen und Nebenwirkungen der aktuellen Geldpolitik verlieren, sondern lieber auf deren Konsequenz für uns als Anleger eingehen. Ich bin nämlich davon überzeugt, dass man auch in diesen Tagen – trotz „Null-Zinsen“ sein angespartes Kapital gut und sicher anlegen kann – aber nur, wenn man clever und möglichst unkorreliert quer über die Anlageklassen und vor allem Anlage- Philosophien diversifiziert.

DAX belagert die runde Marke

Die folgende Grafik gibt Ihnen einen Eindruck von der Entfernung der gleitende Durchschnitte beim DAX, die ich oben bereits kurz angesprochen habe. Aktuell handelt der Index etwa 13 % oberhalb von der 200- Tage- Linie, ein Abstand, der nur sehr selten erreicht wird, wie sie der Grafik entnehmen können. Über einen längeren Zeitraum hält sich der Index nicht in dieser Entfernung auf und ist dann bald „fällig“ für eine Konsolidierung. Ähnlich wie bei den Indikatoren des inneren Marktes gilt es auch hier, auf den „Normalfall“ zu wetten und nicht auf die extremen Ausnahmesituationen. Üblicherweise folgt auf eine zu weite Entfernung vom gleitenden Durchschnitt eine Konsolidierung – oder im günstigsten Fall eine längere Seitwärtsbewegung, in der die unterstützenden Durchschnitte wieder Anschluss an den Kurs erhalten.

Bitte beachten Sie auch die überhitzte Markttechnik, hier den MACD  und den RSI.

Auf der Gegenseite muss man natürlich auch anerkennen, dass die deutlichen Widerstände bei 10.000 Punkten überwunden wurden und jetzt immer mehr unterinvestierte Anleger in Aktien geprügelt werden. Die Überwindung des alten Widerstands ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein längerfristiges Kaufsignal. Bisher wurde diese Marke noch nicht von oben getestet, was zu erwarten wäre. Während immer noch Käufer in den Markt drängen, die aus bestimmten Gründen davon ausgehen es gäbe keinen baldigen Rücksetzer, ist die Verkaufsbereitschaft verschwindend klein. Je geringer die nächste Konsolidierung ausfallen wird, desto stärker ist der Aufwärtstrend und desto schneller werden wir das von mir für Ende des Jahres angepeilte Kursziel von knapp 12.000 Punkten sehen.

Wenn Sie von dieser günstigen Perspektive profitieren wollen, empfehle ich Ihnen meine individuelle Anlageberatung oder den Börsenbrief mit den konkreten Ein- und Ausstiegszeitpunkten. Erst vor wenigen Tagen habe ich eine leicht gehebelte Sonderchance empfohlen, die heute bereits etwa 25 % im Gewinn liegt

Nun aber wünsche ich Ihnen viel Erfolg

Ihr Klaus Buhl

Posted in: Gastbeiträge

About the Author:

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

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