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By 17. Mai 2019 Read More →

Alles nur ein Sturm im Wasserglas?

Trotz des sich verschärfenden Handelsstreits gibt es einige Hinweise darauf, dass wir nur einen Sturm im Wasserglas erleben. Natürlich gibt es an der Börse keine Sicherheiten, aber der wichtige Chipsektor und der innere Markt deuten an, dass wir jetzt mindestens eine kurzfristige Kaufgelegenheit erleben. Ein interessanter Kandidat aufgrund seiner hohen relativen Stärke könnte Aixtron sein.

Liebe Anlegerinnen und Anleger,

in den vergangenen Tagen hat der sich verschärfende Handelsstreit massive technische Bremsspuren in den globalen Indizes hinterlassen.
Ganz offensichtlich hat sich die Mehrheit der Anleger zu sicher gefühlt und dazu tendiert, dass der Konflikt zwischen den USA und China jetzt bald beigelegt wird.

Dabei ist die Gelegenheit für Präsident Trump wegen der aktuell guten Konjunktur sehr günstig, jetzt seinen Einsatz in diesem Pokerspiel spürbar zu erhöhen. Vielleicht ist jetzt, in Anbetracht des nächsten Wahltermins im November 2020, die letzte Gelegenheit dafür.

Deswegen tippe ich trotz einiger ungünstiger charttechnischer Voraussetzungen darauf, dass wir im Augenblick eine relativ „übliche“ politische Börse erleben – wenigstens im Zeitalter von Präsident Trump.
Ebenfalls vermute ich, dass es neben dem Handelsstreit noch andere Ursachen für die Gewinnmitnahmen gibt. Und damit meine ich nicht nur den dringenden Konsolidierungsbedarf nach der Rallye von etwa 20 % seit Jahresanfang an den wichtigsten globalen Börsen.

Ein wichtiger Grund für den Angebotsüberschuss ist bestimmt die Anzahl von Börsengängen mit hohem Emissionsvolumen, die wir im Augenblick erleben. Einige dieser Börsengänge, z.B. Lyft und Uber, sind trotz Kursrückgängen sehr hoch bewertet, obwohl sie in den kommenden Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht profitabel sein werden. Dabei werden Milliarden-Beträge erlöst, da die Gründer und frühen Investoren der Meinung sind, dass die Investoren gerade jetzt in der Laune sind, hohe Bewertungen zu bezahlen.

Natürlich sind diese Milliardenbeträge nun gebunden und  müssen aus anderen Werten abgezogen werden. Dies ist kein „todsicheres“ Verkaufssignal, aber ein Warnzeichen, dass die Insider – also die Verkäufer und Gründer der IPO`s – die Gelegenheit für sehr günstig halten, überteuerte Papiere an uns Anleger abzugeben.

Der innere Markt zeigt eine gute kurzfristige Einstiegsgelegenheit

Die folgende Grafik zeigt Ihnen die Relation derjenigen an der New Yorker Börse NYSE notierten Aktien, die oberhalb ihrer wichtigen 50 -Tage -Linie handeln.

Gut ist zu erkennen, wie stark der Markt zu Jahresbeginn überverkauft war, als nur noch 10 % der Aktien oberhalb ihrer 50 Tage Linie handelten. Genau umgekehrt war es Ende Februar. Damals war die NYSE exzessiv überhitzt und sensationelle 90 % der Indexmitglieder handelten sich oberhalb der wichtigen Durchschnittslinie.

Da ist es ein Zeichen von Stärke, dass wir seither nur eine recht milde Konsolidierung erleben, die erst in den vergangenen Tagen an Dynamik zulegte.

Zu Beginn der Woche hat der Indikator fasst seine untere extreme Zone erreicht, die bei etwa 30 % beginnt. Bei etwa 38 % ist er auf die aufsteigende positive Trendgerade geprallt und hat sich von dort wieder nach oben bewegt.

Negativ ist, dass sich ein erneutes Kaufsignal unterhalb von 58 % gebildet hat, die nach unten gerichtete Bewegung ist nach wie vor intakt. Es besteht also die Gefahr, dass die aktuelle positive x-Achse nur eine Gegenbewegung ist. Aber wie gesagt, der Indikator hat die positive Wirkung der aufsteigenden Trendgeraden bestätigt. Natürlich gibt es an der Börse keine Sicherheit, sondern nur Wahrscheinlichkeiten. Meiner Meinung nach ist aber die Wahrscheinlichkeit günstig, dass wir genau jetzt mindestens eine kurzfristige Gelegenheit erleben und  die gegenwärtige Unruhe nur politisch geprägt ist. Dann würde sich das alte Sprichwort „Politische Börsen haben kurze Beine“ bewahrheiten und wir könnten noch ein paar ordentliche Wochen erleben, bevor uns die Sommerpause einholen wird.

Chipwerte ziehen die Nasdaq nach oben

Häufig – auch von mir – wird der konjunktursensible Transportindikator als vorausschauender Konjunkturindikator herangezogen.
Ein anderer und weitaus weniger bekannter Indikator für die zukünftige Entwicklung der Konjunktur ist der Chipsektor. Darüber hinaus wirkt dieser aber auch als Gradmesser für die Risikotragfähigkeit bzw. die Bereitschaft der Anleger, Risiken zu übernehmen. Immerhin gibt es an der Börsen kaum Sektoren, die noch empfindlicher auf die konjunkturellen Schwankungen reagieren und eine höhere Volatilität zeigen.  Dies macht sie für uns Anleger sehr interessant, da die Vola nicht nur Risiko, sondern auch Chance bedeutet.

Da die heutige Millionen-Dollar-Frage lautet, ob wir uns jetzt auf dem Weg in eine Konsolidierung befinden oder nur eine übliche politische bedingte Delle erleben, (wofür ich tendiere), lohnt sich der Blick auf die konjunktursensitiven Chipwerte.

Interessant ist der Sektor auch wegen seiner hohen relativen Stärke seit Jahresbeginn, da wir privaten Anleger insbesondere in den stärksten Sektoren und dort wiederum in den attraktivsten Aktien investieren sollten.

Wie Sie sehen, ist der Aufwärtstrend im Chipsektor entsprechend der P & F Technik vollkommen intakt. Trotz der heftigen jüngsten Gewinnmitnahmen notiert der Sektor nach wie vor noch auf einem Kaufsignal. Anfang Mai hat sich zwar eine 0-Achse gebildet, die den kurzfristigen Angebotsüberschuss signalisierte. Gestern hat sich aber erneut eine positive X-Achse gebildet, da mehr als 3 Kästchen (oder hier mehr als 6 Punkte) ausgefüllt werden konnten. Daher ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir nur temporäre Gewinnmitnahmen und keinen Trendwechsel im wichtigen Chipsektor erleben. Dies deutet auf eine nach wie vor günstige Verfassung der Konjunktur, der der Handelsstreit nun wahrscheinlich etwas Sand ins Getriebe bringen könnte.

AIXTRON profitiert vom festen Chipsektor

Wie oben angedeutet, sollten wir Anleger möglichst darauf achten, in den stärksten Regionen und Sektoren investiert zu sein.

In den allermeisten Fällen ist es günstiger, in einer mäßigen Aktie eines starken Sektors zu investieren als in einem der besten Titel eines schwachen Sektors. Leider gehört Deutschland und Europa derzeit eindeutig nicht zu den stärksten Regionen, trotzdem will ich Ihnen heute einen interessanten deutschen Wert vorstellen, der von der Stärke des Chipsektors profitiert.

Der Spezialmaschinenbauer Aixtron aus Aachen ist eng mit der Entwicklung der Chipindustrie verknüpft. Daher ist es bestimmt kein Zufall, dass Aixtron zu den relativ betrachtet stärksten deutschen Aktien zählt und in meiner diesbezüglichen Rangliste ganz vorne mit dabei ist.
Auch fundamental läuft es im Augenblick gut für die Aachener. Das erste Quartal ist besser gelaufen als von den meisten Analysten erwartet. Sowohl die Marge als auch der Auftragsbestand hat sich deutlich ausgeweitet. Nachteilig ist aber umgekehrt, dass die Aktie schnell zu einem Spielball der Politik wird, falls der Handelsstreit wirklich eskalieren und die Konjunktur abbremsen sollte.

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Wie Sie sehen, macht aber Aixtron auch charttechnisch eine gute Figur. Kürzlich wurde der dominierende Widerstand bei etwa zehn Euro überwunden und bestätigt.

Günstig ist auch, dass die Aktie oberhalb der wichtigen gleitenden Durchschnitte notiert.

Noch wichtiger ist aber, dass Aixtron Mitglied eines international gefragten Sektors ist. Aus irgendwelchen Gründen bevorzugen die grundsätzlich gut informierten großen Anleger diesen Sektor. Auch die Markttechnik, hier der trendfolgende MACD, ist nach wie vor intakt.

Insgesamt ist die Wahrscheinlichkeit günstig, dass der Kurs binnen weniger Wochen das nächste Widerstandsniveau bei 12 Euro testen wird. Umgekehrt könnte man einen recht engen Stopp knapp unterhalb von 10 € vorsehen. Aber Achtung, ich hier liegen sicherlich sehr viele Stops im Markt, weshalb größere Adressen erneut Interesse zeigen könnten, den Kurs kurz darunter zu treiben.

Falls Sie sich für die Philosophie der P & F Charts und des inneren Marktes interessieren, können Sie sich auf meiner Seite für meine wöchentliche diesbezügliche Analyse anmelden.

Viel Erfolg mit ihren Investitionen und herzliche Grüße aus dem Rheinland

ihr Klaus Buhl

About the Author:

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

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