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Volkswagen gegen Porsche: Es kann nur einen Sieger geben

In den vergangenen Wochen entwickelten sich die Papiere von Volkswagen zur Turnaround-Story unter den DAX-Werten. Im Monatsranking November reicht es für den zweiten Platz, selbst K+S sowie Adidas entwickelten sich schlechter. Auch Porsche zündet seit einigen Tagen den Turbo – aber welche Aktie ist besser?

So ganz allmählich biegt das Börsenjahr 2015 auf die Zielgerade ein, und erst jetzt zeigt sich, welche Papiere über ausreichend Ausdauerqualitäten verfügen. Die Favoritenliste hat sich in den vergangenen rund zwei Wochen deutlich verändert. Nachdem die drei Autowerte im ersten Quartal einen glanzvollen Start hingelegt hatten und im Sommer aufgrund des VW-Skandals kräftig unter die Räder kamen, steigen BMW, Daimler und VW wieder in der Gunst der Anleger. Die Papiere der Stuttgarter knackten in der vergangenen Woche den mittelfristigen Abwärtstrend sowie die 200-Tage-Linie und lieferten ein lehrbuchmäßiges Kaufsignal. Um gut zehn Prozent ging es für BMW im November nach oben, besser entwickelten sich nur HeidelbergCement, Adidas, K+S, VW und Infineon.

Porsche-Aktie mit Rabatt

Eng verbunden mit der Erholung beim Wolfsburger Konzern ist natürlich auch die Entwicklung bei Porsche. Aufsichtsrat Ferdinand Oliver Porsche nutzte bereits vor rund drei Wochen den Rückschlag und orderte 2094 Porsche-Aktien im Volumen von rund 100.000 Euro. Bisher war der Einstieg eine gute Entscheidung, denn die Porsche-Papiere erholten sich ebenfalls kräftig. Das operative Geschäft des Sportwagenbauers ist inzwischen eine 100-prozentige Tochter von VW. Wer auf die Porsche-Aktie setzt, spekuliert damit indirekt auf den Erfolg von VW. Die Porsche Automobil Holding SE, kurz Porsche SE, ist eine Beteiligungsfirma. Die Beteiligung an der Volkswagen AG steht für rund 90 Prozent der Vermögenswerte der Porsche SE, weshalb die Aktie so stark an der Entwicklung der Volkswagen-Aktie hängt.

Aufgrund der zahlreichen schwebenden Gerichtsverfahren wegen des geplatzten Übernahmeversuchs von VW werden die Papiere von Porsche mit einem deutlichen Abschlag auf den Wert ihrer Beteiligung gehandelt, der bei rund 30 Prozent liegt. Dieser Discount könnte natürlich sinken, wenn die Risiken aus den Gerichtsverfahren nicht mehr bestehen (aktuelle Infos zum Verfahren gibt es hier). Die Analysten der LBBW veranschlagten zuletzt rund fünf Mrd. Euro für die angestrebten und laufenden Klagen in Deutschland.

Nachdem sich zuletzt ein niedrigerer Schaden aus dem Abgasskandal bei VW abzeichnete, steigt mit der Erholung der VW-Titel auch der faire Wert der Porsche-Aktien. Da derzeit niemand die endgültigen Strafzahlungen aus dem VW-Skandal (die Schätzungen liegen zwischen acht bis 24 Mrd. Euro – der tatsächliche Betrag könnte in der Mitte liegen), die Folgen aus dem Imageverlust sowie die laufenden Verfahren gegen Porsche bewerten kann, ist es allerdings wenig hilfreich, die weitere Entwicklung der Porsche-Aktie über fundamentale Kennzahlen zu bestimmen.

Wahnsinns Lineup an Ereignissen – so lautet der Titel des heutigen Chart-Webinars. Anmelden können Sie sich gerne hier, die Veranstaltung ist kostenlos.

VW zieht stärker an

Schauen wir also auf den Chart. Die VW-Aktie legte seit dem Tief im November um knapp 40 Prozent zu, die Porsche-Aktie kletterte um 30 Prozent. Im direkten Vergleich weisen die Papiere des DAX-Konzerns somit eine höhere Relative Stärke auf, wie auch die Relative Performance der beiden Werte zeigt. Seit dem 10. November ist die Linie abwärts gerichtet, die VW-Aktie zeigt somit eine Outperformance. Aktuell liegen die Titel der Wolfsburger noch knapp 20 Prozent unter dem Vorkrisenniveau, bei Porsche beträgt der Abschlag nur noch 17 Prozent. Auch dieser Vergleich spricht somit eher für die VW-Aktie, die damit im direkten Vergleich zu bevorzugen ist.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Trotzdem bleibt Porsche ein interessantes Investment abseits der oft im Fokus stehenden Indexwerte. Widerstände in der direkten Umgebung sind nicht vorhanden. Bei 54,20 Euro verläuft die Unterseite der September-Abwärtslücke, die bis knapp 60 Euro reicht. Da hier auch das Umsatzvolumen deutlich sinkt, ist eine Fortsetzung der dynamischen Erholung durchaus möglich. Lediglich der seit April bestehende Abwärtstrend bei knapp 57 Euro könnte stärkere Gewinnmitnahmen auslösen. Auch der aktuell wieder weite Abstand von rund 18 Prozent zur 21-Tage-Linie deutet eine kurzfristige Überhitzung an. Neueinsteiger sollten daher eher auf einen Rücksetzer warten. Wer hingegen investiert ist, platziert den Stopp knapp unter die Haltemarken bei 42,60 Euro oder 37 Euro.

Mehr Power als ein Direkteinstieg bietet der Knock out Bull XM9BNC mit einem Hebel von 4,7. Defensiver aufgestellt sind Anleger hingegen mit dem Discount Call PS975N. Angelehnt an die charttechnischen Marken ist das Papier mit einem Basispreis von 38 Euro und einem Cap bei 43 Euro ausgestattet und bietet eine Rendite von 19 Prozent oder 39 Prozent p.a.

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Posted in: Aktien, Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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