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K+S, RWE, E.ON – keine Chance gegen Daimler, Allianz & Co.

Das erste Türchen am Adventskalender ist geöffnet, weitere meist süße Überraschungen in den kommenden Tagen werden folgen. Ob es auch für den DAX weiter nach oben gehen wird, hängt von zwei wesentlichen Einflussfaktoren ab.

Bereits seit Wochen steht die Notenbanksitzung der EZB am Donnerstag im Fokus, die Erwartungen sind stetig gestiegen. Wenig überraschend, denn zahlreiche Notenbanker hatten sich immer wieder in Richtung einer noch expansiveren Geldpolitik geäußert. Nun muss Mario Draghi auch liefern, und er wird die Märkte recht wahrscheinlich nicht enttäuschen.

Bunter Strauß an Möglichkeiten

Die Frage ist nur, welche Geschenke die EZB präsentieren wird. Obwohl die Zinsen bereits im Keller sind, könnten die Notenanker noch an zahlreichen Stellschrauben drehen. Der Einlagensatz liegt bei minus 0,2 Prozent und wird wohl weiter nach unten verschoben. Banken müssten dann noch höhere Strafzinsen zahlen, oder Kapital in die Realwirtschaft leiten. In der Schweiz und Dänemark liegt der Zins bereits bei minus 0,75 Prozent – sollte die EZB hier aktiv werden, dürften die anderen Noten- und Nationalbanken ebenfalls Anpassungen vornehmen. Eine Verlängerung oder Aufstockung des QE-Programms über derzeit 60 Mrd. Euro pro Monat ist ebenfalls schon zu einem Großteil eingepreist. Bleibt noch eine Ausweitung der Käufe auf andere Wertpapierklassen wie Aktien. Auch hier dienen andere Zentralbanken als „gutes“ Beispiel. So sind 18 Prozent der Devisenreserven bei der Schweizer Nationalbank in Aktien investiert, die Eidgenossen halten rund 2500 Unternehmensbeteiligungen.

Wie DAX & Co. auf die kommenden Ereignisse reagieren werden, haben wir im gestrigen Chart-Webinar ausführlich besprochen. Weitere Themen waren der Große Verfall Mitte Dezember, E.ON, RWE, Allianz, Münchener Rück und viele weitere Werte. Um die Aufzeichnung zu sehen, auf das Bild klicke:

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EZB-DAX

Mehr als 20 Prozent Gewinn seit dem Jahrestief Ende September sind für den DAX zugleich eine ordentliche Hausnummer. In den vergangenen Wochen wurde ein Großteil der EZB-Geschenke bereits eingepreist. Von daher ist eine Atempause nach der Sitzung am Donnerstag zu erwarten. Bereits gestern war dies deutlich zu sehen, erste Investoren bekamen kalte Füße. Mit 4,6 Mrd. Euro Umsatz auf Xetra lag das Volumen auf dem höchsten Niveau seit dem 23. Oktober – damals brachte Super-Mario eine mögliche Ausweitung des Programms ins Spiel. Nun schließt sich also der Kreis und der Markt braucht noch mehr von der Droge billiges Zentralbankgeld. Höhere Kurse sind somit nur möglich, wenn die Dosis erhöht wird. Andernfalls fehlt die Fantasie. Unter dem Strich bleibt der Effekt nämlich bescheiden. Vor gut einem Jahr kletterte der DAX – angetrieben von der Aussicht auf EZB-Stimuli – bis Ende März um mehr als 40 Prozent. Gut 70 Prozent davon gingen in den Sommermonaten wieder verloren, bis sich die Notenbanker erneut zu Wort meldeten.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Rohstoffpreise sind kein Aktien-Indikator

So läuft das Spiel, ob es Anlegern gefällt oder nicht. Und daran wird sich auch 2016 zunächst wenig ändern. Der Notenbanken-DAX wird stärker von EZB und Fed bewegt als durch fundamentale Richtgrößen. Gleiches gilt natürlich auch für den US-Leitindex S&P 500. Im Chart ist der enorme Einfluss der Geldpolitik nicht zu übersehen: Während die Dividendentitel in den vergangenen Jahren stetig nach oben liefern, geht es bei den Industrierohstoffen seit 2011 durchweg Richtung Süden. Die Schere wird immer größer – und liefert genug Zündstoff für das kommende Jahr. Gestern fiel der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe auf den tiefsten Stand seit 2009 – dem Beginn der QE-Programme. Mehr ist dazu wohl nicht zu sagen.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Dickschiffe beachten

Wer noch etwas genauer hinschauen möchte, sollte vor allem auf die wichtigen Einzelwerte achten. Der gestrige Handelstag lieferte dafür ein Paradebeispiel. Allianz, Bayer, BASF, Daimler, Telekom, SAP und Siemens sind hier die Taktgeber und beeinflussen den DAX mit rund 56 Prozent.  Hingegen sind 16,6 Prozent Gewinn bei der RWE-Aktie ein schwacher Trost für die leidgeprüften Anleger des Versorgers, für den Gesamtmarkt ist der Kurssprung aber vollkommen unwichtig. Der Essener Konzern bringt nur noch 0,5 Prozent Indexgewichtung auf die Waage, bei E.ON sind es rund 1,9 Prozent. Anders formuliert: Die Versorger spielen für den DAX keine Rolle, gleiches gilt für Lufthansa, Beiersdorf, ThyssenKrupp und K+S (jeweils unter 1 Prozent).

Quelle: Deutsche Börse, Captimizer

Quelle: Deutsche Börse, Captimizer

Wichtiger sind da schon die Autowerte, und hier ist seit Tagen richtig Dampf drin. Von den 4,6 Mrd. Euro Umsatz beim DAX entfielen auf BMW, VW und Daimler rund eine Mrd. Euro. Ohne das Linde-Desaster wäre die Quote noch deutlich größer gewesen. Apropos Linde: Die Aktie knickte um 14 Prozent ein, kostete den DAX aber aufgrund der Gewichtung von mehr als drei Prozent gut 50 Punkte.

Posted in: Aktien, Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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