By 30. September 2013 Read More →

Zinsen sinken, Aktien steigen

Noch deutet der innere Markt in den USA nicht auf einen stürmischen Herbst. Aber Sie sollten in den kommenden Tagen und Wochen vor allem einen Chart genau verfolgen.

 

Liebe Leserinnen und Leser,

nun liegt die mit Spannung erwartete erste Handelswoche nach der Bundestagswahl fast hinter uns – und die Börsianer haben kaum spürbar darauf reagiert. Dies lag wohl daran, daß die großen Handelsteilnehmer mit diesem Ergebnis bereits seit Wochen rechneten und auch mit einer wahrscheinlichen großen Koalition gut leben können. Wie sich die Arbeitsergebnisse der künftigen Regierung auf uns Anleger auswirken, steht auf einem ganz anderen Blatt. Da bin ich weniger optimistisch. Denn während die meisten deutschen Aktien ja von ausländischen Investoren gehalten werden, bevorzugen die einheimischen Sparer nach wie vor Geldwerte wie Versicherungen und Staatsanleihen. Und hier werden die Zinserträge natürlich sehr bescheiden bleiben, was wiederum den Fiskus freut und den Schuldendienst günstig gestaltet. Eine Lösung um diesem Zins-Dilemma zu entgehen, ist übrigens meine Vermögensverwaltung und Vermögensberatung. Hier kann ich mich sehr flexibel und taktisch zwischen den Anlageklassen bewegen und auch mittels Zertifikaten auf Seitwärtsrenditen zielen.

 

Indizes ignorieren die Wahl

In der vergangenen Woche bin ich hier bereits kurz auf die Zinsentwicklung eingegangen. Auch in den vergangenen Tagen sind die zehnjährigen Zinsen praktisch aller wichtigen Länder weiter abgebröckelt. Dies genau ist der Plan von FED, EZB und Co. Die Zinsen sollen nach unten manipuliert werden so gut es eben möglich ist (für das lange Zinsende besitzt die Notenbank keine Interventionsmöglichkeit). Tiefe Zinsen sollen die Konsumenten bei Laune und die Kapitalkosten gering halten. Deshalb sollten Sie sich bezüglich der Zukunft des Aktienmarktes viel stärker um den Zinsverlauf kümmern als um das Geschrei der Massenmedien um das nervige „Tapering“!

Deshalb hier noch einmal der Chart der zehnjährigen US-Papiere.

 

Wie Sie sehen, kann noch keine Entwarnung gegeben werden, da die 200-Tage-Linie steigt und der Aufwärtstrend daher noch intakt ist. Trotzdem könnten die Zinsen aber eine Weile unter Druck bleiben, da die wichtige 50-Tage-Linie bald ins Rutschen kommen könnte (noch verläuft sie waagerecht) und vor allem unterschritten wurde. Aus diesem Grunde vermute ich auch, dass die Aktienmärkte aktuell nur etwas ausatmen, aber nicht ernsthaft korrigieren werden. Bitte halten Sie sich immer vor Augen, dass kleinere und größere Rückschläge der Indizes notwendig sind, um neue Investoren und frisches Geld  anzulocken. Daher benötigen Sie, um sich erfolgreich im Haifischbecken der Börse zu bewegen, zwei Eigenschaften, die heute leider sehr selten geworden sind: GEDULD und AUSDAUER!

Natürlich werde ich Sie über die aktuellen Chancen und Risiken der Zinsentwicklung in meinem Premiumdienst konkret informieren.

 

Innerer Markt weiter auf der Kippe

Hier sehen Sie den wichtigsten Risikoindikator des inneren Marktes, den NYSE Bullish Percent.  Dieser zeigt das Ergebnis des Kampfes zwischen Angebot und Nachfrage, bzw. wieviele Aktien an der New Yorker Börse (NYSE)  auf einem definiertem Kaufsignal handeln (in Prozent).

Heute handelt der Index bei etwa 73 % Kaufsignalen – also auf einem zyklisch betrachtet hohem Niveau – in einer negativen 0-Spalte. Falls die derzeitige leichte Konsolidierung sich verstärken sollte, müssten die Käufer sich sehr in Acht nehmen. Behalten Sie also die heutige potentielle Fallhöhe gut im Hinterkopf. Gefährlich wird es für das Bullenlager erst dann, wenn sich die aktuelle 0-Spalte nach unten verlängert und unter die kritische Marke von 70 % rutscht. Dann kann man davon ausgehen, daß sich die Marktkräfte allmählich verschieben und die Angebotsseite stärker wird.

Hier können Sie mehr über die Philosophie des inneren Marktes erfahren wollen.

Nur zur Erinnerung:

Der NYSE Bullish Percent wird berechnet, indem alle an der New Yorker Börse gelisteten Aktien ausgewertet und gezählt werden, wieviele von ihnen sich auf einem Point & Figure Kaufsignal befinden. (In der Welt von P & F notiert jede Aktie entweder auf Kauf oder Verkauf). Diese Anzahl wird durch die Gesamtzahl der an der NYSE gelisteten Aktien dividiert und auf 100 Prozent bezogen.

Wenn nun eine größere Anzahl an Aktien von einem Point & Figure Verkaufsignal in ein Point & Figure Kaufsignal wechseln, so lässt sich daraus folgern, dass in einem gewissen Umfang Kapital in den Markt fließt.  Und natürlich umgekehrt. Wichtig in diesem Indikator sind die untere und die obere extreme Zone. Oberhalb von 70 % gilt der Aktienmarkt als überhitzt und unterhalb von 30 % als überverkauft.

Bitte bedenken Sie aber, dass sich der Risikoindikator wie zuletzt geschehen recht lange in der oberen Zone aufhalten kann. Obwohl die potentielle Fallhöhe von hier aus hoch ist, ist dies noch kein Verkaufsgrund. Interessant sind viel mehr die Rücksetzer von oben unter die Marke von 70 %. Hier wird in einem Umfang Kapital aus dem Markt gezogen, der gefährlich werden könnte. Obwohl die Medien und die Analysten zu diesem Zeitpunkt meist optimistisch sind.

 

Shanghai bleibt auf Kurs

Da heute alle wichtigen internationalen Indizes wie DAX, S & P und Nasdaq einen intakten Eindruck machen und noch nicht einmal den Hauch von einer Korrektur andeuten, zeige ich Ihnen die interessante Börse von Shanghai. Diese ist in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Impulsgeber und Indikator geworden, ob die Anleger in der Laune sind Risiken einzugehen oder nicht.

Wie Sie sehen, hat der Index wie von einem Katapult abgeschossen eine wichtige Dreiecksformation nach oben verlassen.

Dieses Kursmuster gehört zu den wichtigsten Trendfortsetzungsmustern. Daher gehe ich davon aus, daß wir in Shanghai aktuell nur einen gesunden Rücksetzer sehen und keine Trendwende. Positiv ist auch, daß die Unterstützungslinie noch längst nicht in Gefahr ist und auch das Projektionsziel auf einen typischen Test dieser Region deutet. Sollten die Kurse demnächst wieder nach oben drehen, wovon ich ausgehe, ist mit einer Fortsetzung der freundlichen Phase an den wichtigsten weltweiten Börsen zu rechnen.

 

Viel Erfolg und ein schönes Wochenende wünsche ich Ihnen und Ihren Familien,

Herzliche Grüße aus dem Rheinland,

 

Ihr Klaus Buhl

 

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

Posted in: Gastbeiträge

About the Author:

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

Comments are closed.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch die weitere Nutzung der Seite www.chartanalysen-online.de stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.