By 14. März 2013 Read More →

Wo steht der DAX morgen um 13 Uhr?

Der große Verfallstag an den Terminmärkten rückt näher. Die spannende Frage dabei lautet, wie sich die institutionellen Investoren positioniert haben. Im DAX sticht besonders die Marke um 8050 Zählern in den Vordergrund.

 

Während der kleine Verfallstag an jedem dritten Freitag eines jeden Monats eher weniger Beachtung erfährt, bewegt der Hexensabbatt wesentlich stärker die Kurse von DAX & Co. Jeweils vier Mal im Jahr, am dritten Freitag im März, Juni, September und Dezember verfallen an der Eurex, dem Terminmarkt der Deutschen Börse, neben den Optionen auch die Futures. Während die Kontrakte auf die Stoxx-Familie um 12 Uhr verfallen, enden die Futures und Optionen auf den DAX eine Stunden später. Am Abend laufen schließlich die Kontrakte auf die Einzelaktien aus.

Bei diesen Termingeschäften führen vor allem professionelle Marktteilnehmer, also institutionelle Investoren, Regie. Mit Hilfe von Futures und Optionen sichern die Akteure nicht nur ihre Wertpapierbestände ab, sondern spekulieren auch auf eine bestimmte Marktentwicklung. Bei der Preisfeststellung am Ende der Laufzeit von Optionen, dem sogenannten „Settlement“ stellt sich heraus, ob die Marktakteure richtig gelegen haben. Im Gegensatz zum DAX-Future (FDAX) existieren beim ODAX verschiedene Basispreise, zu denen die Optionen ausgebübt werden können. Wichtig ist bei den Optionen die Berechnung der Differenz: Bei Kaufoptionen (Calls) aus DAX-Kurs minus Basispreis der Option, bei Puts Basispreis abzüglich DAX-Stand. Ist das Ergebnis positiv, hat die Option einen inneren Wert und der Inhaber lag mit seiner Spekulation richtig. Liegt hingegen bei einem Call der Basispreis über dem DAX-Kurs bzw. bei einem Put der Basispreis unter dem DAX-Kurs, verfällt die Option wertlos. In diesem Fall hat nur der Stillhalter, also der Verkäufer einer Option, in Form der Optionsprämie ein gutes Geschäft gemacht. Da Stillhaltergeschäfte überwiegend von institutionellen Investoren wie Banken, Pensionskassen und Versicherungsträgern durchgeführt werden, ist es sehr interessant, wie sich die „schweren Jungs“ positioniert haben.

 

Open Interest gibt Aufschluss

Die Plattform der Eurex gibt Aufschluss über das Open Interest zu verschiedenen DAX-Niveaus. Das Open Interest gibt an, wie viele Terminkontrakte zu einem bestimmten Basispreis noch nicht glattgestellt oder ausgeübt wurden.

Quelle: EUREX

Quelle: EUREX

Im Diagramm ist die Verteilung des Open Interest aufgeteilt auf Puts und Calls dargestellt. Wenig überraschend liegen vor allem unter 7900 Punkten viele Put-Positionen im Markt. Sollte diese ins Geld laufen, wird es für den Stillhalter teuer. Danach sieht es derzeit aber nicht aus. Interessanter ist da schon der Blick auf die Calls. Neben einer hohen Position bei 7800 Zählern fällt vor allem die 8050er-Marke auf. Ich hatte bereits gestern in der DAX-Chartanalyse darauf hingewiesen. Aktuell sind 47.381 Kontrakte auf diesem Niveau im Markt. Die Stillhalter dieser Optionen könnten nun eine unruhige Nacht haben, denn der DAX legt am Vormittag um rund 0,8% auf 8030 Zähler zu. Es ist davon auszugehen, dass versucht wird, den DAX zumindest bis zur morgigen Abrechnung unter oder im Bereich der 8050er-Marke zu halten. Ansonsten wird es teuer.

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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