By 16. Mai 2013 Read More →

Wer liegt richtig? Der innere oder der äußere Markt?

Auch in den vergangenen Tagen hat sich die Großwetterlage an den Märkten nicht wesentlich verändert. Die Gretchenfrage lautet natürlich: strömt auch auf dem heutigen Niveau weiterhin frisches Kapital in die Aktienmärkte – oder warten die frühen und institutionellen Anleger bereits JETZT auf ihre Gelegenheit, sich möglichst leise von ihren meist großen Positionen zu verabschieden und die Ernte einzufahren?

 

Liebe Leserinnen und Leser,

Auf der einen Seite zeigen die äußeren Charts nur wenig Anzeichen von Ermüdung und auf der anderen bleiben die Indikatoren des inneren Marktes recht überhitzt. Gemessen an den üblichen Indikatoren und charttechnischen Mustern leben wir als Investoren also in einer sehr heilen Welt. Immerhin haben die wichtigsten Indikatoren mit ihren jüngsten Allzeit- oder Mehrjahreshochs bedeutende charttechnische Kaufsignale generiert. Auf diese habe ich ja auch zuletzt vergangene Woche hingewiesen und geschrieben, dass viele Charts nach oben frei von Widerständen seien und jetzt die Momentum- Trader angelockt werden.

Da ich mich vergangene Woche explizit auf die zweifellos positiven äußeren Charts konzentriert habe, zeige ich Ihnen heute wieder die zyklischen Muster des inneren Marktes. Diese verdeutlichen Ihnen bekanntlich die potentielle Fallhöhe Ihrer Engagements und vermitteln Ihnen einen Eindruck des eingegangenen Risikos. Da Märkte ständig zwischen überkauften und überverkauften Zuständen hin und her pendeln, zeige ich Ihnen heute zunächst die Anzahl der Aktien an der New Yorker Börse, die oberhalb ihrer wichtigen 200-Tage-Linie handeln (in Prozent).

 

Die Situation im inneren Markt

Kein Zweifel, mit 81 % der in New York gehandelten Aktien oberhalb der wichtigen 200-Tage-Linie befinden wir uns weit in der extremen Zone, die bei 70 %beginnt. Dies alleine ist aber noch längst kein Verkaufssignal, da ein Markt länger überhitzt bleiben kann als dies vernünftig wäre. Insofern befinden wir uns aktuell und aus Sicht dieser Art der Analyse also in einer „reifen“ Marktphase, in der ich nicht mehr unbedingt dem breiten Markt hinterher rennen würde. Mindestens sollte man in diesem Stadium seine Positionen engmaschig beobachten oder Stopps setzen. Genauso halte ich es derzeit auch in der Vermögensverwaltung, in der wir auf Grund des inneren Marktes recht vorsichtig auftreten – trotz und wegen der fast schon euphorischen Haltung von Massenmedien und Analysten.

 

Hier sehen Sie, dass über 80 % der in New York gehandelten Titel oberhalb ihrer wichtigen 200-Tage-Linie handeln. Obwohl in dieser Grafik der betrachtete Zeitraum seit dem Herbst des Jahres 2011 recht kurz ist, verfüge ich über sehr langfristige Daten und versichere Ihnen, dass eine Ausprägung von 80 Prozent wirklich außergewöhnlich ist und bisher stets Gewinnmitnahmen provozierte.

Ganz rechts erkennen Sie die scharfe Gegenbewegung des Monats Mai (Ziffer 5), die auf die schwächere Phase ab Februar folgte. Die aktuelle X-Säule verdeutlicht, dass die Bullen eindeutig überlegen sind und immer mehr Aktien an der Hausse teilnehmen. Dies ist natürlich positiv, wirft aber die Frage auf, wann der Zyklus reif ist für Gewinnmitnahmen.

Bitte beachten Sie auch die neue Website, die ich mit meinem Partner Jochen Vetter für die Abwicklung der Vermögensverwaltung für Sie gestaltet habe. Mit Herrn Vetter empfehle ich Ihnen gleichzeitig einen sehr erfahrenen Finanzplaner bzw. „Certified Financial Planner“, mit dem ich gemeinsam die Vermögensverwaltung betreibe.

 

NYSE BPI bleibt reserviert

Im Gegensatz zum oben gezeigten „200-Tage-Indikator“ verbleibt der NYSE BPI, der die Anzahl der Kaufsignale nach P & F zählt, trotz der jüngsten festen Börsentage in einer negativen 0-Spalte. Dies ist kein zwanghaftes Verkaufssignal, da wir wieder oberhalb der magischen Grenze von 70 % handeln. Positiv ist auch, dass der Risikoindikator langsam wieder nach oben schwimmt und nicht weiter abbröckelt.

Aber dennoch bleibt die kritische Grundaussage erhalten: wir handeln auf systematisch betrachtet hohem Niveau und jüngst haben sich große Marktteilnehmer zu umfangreichen Verkäufen entschieden. Diese haben die rechte negative 0-Spalte ausgelöst und sind ein Warnzeichen dafür, dass möglicherweise bereits die Phase der Umverteilung auf die zittrigen Hände begonnen hat.

 

Als kritischer Beobachter fühlt man sich an das Bild des bekannten Analysten und Autors Nassim Taleb erinnert. Dieser schuf das Bild des Truthahns, der das ganze Jahr gemästet wird und jeden Tag auf die Weide geht……aber eben nur bis zum Thanksgiving-Feiertag.

Nur zur Erinnerung: Der NYSE BPI wird berechnet, indem alle an der New Yorker Börse gelisteten Aktien ausgewertet und gezählt werden, wieviele von ihnen sich auf einem Point & Figure Kaufsignal befinden. Diese Anzahl wird durch die Gesamtzahl der an der NYSE gelisteten Aktien dividiert und auf 100 Prozent bezogen.Wenn nun eine größere Anzahl an Aktien von einem Point & Figure Verkaufssignal in ein Point & Figure Kaufsignal wechseln, so lässt sich daraus folgern, dass in einem gewissen Umfang Kapital in den Markt fließt. Und natürlich umgekehrt. Damit bleibt noch die Frage, ab wann ein derartiger Mittelzufluss oder Kapitalabzug relevant ist. Denn man möchte sich ja als Anleger nicht bei jeder kleinen Kursbewegung erneut die Frage stellen, wie nun vorzugehen ist und ob sich ein neuer wichtiger Trend etablieren könnte. Historisch bewährt hat sich hier die Schwelle von 3 Boxen. Wenn also der Index über 3 Boxen steigt oder fällt, findet ein Wechsel in eine neue X- oder O-Spalte statt. Deswegen stehen in einer Spalte auch entweder nur X oder 0. Entweder sind die Bullen oder die Bären eindeutig im Vorteil in einer bestimmten Marktphase und entsprechend sollten Sie agieren.

 

Fazit: Es gibt entsprechend den Regeln des inneren Marktes keinen zwingenden Verkaufsgrund. Aber bleiben sie achtsam und behalten Sie Stopps sorgsam im Blick.

 

Die konkreten Handelsanweisungen und Möglichkeiten, wie Sie sich nun in den Märkten bewegen ohne dabei zu große Risiken einzugehen, entnehmen Sie bitte meinem neuen Premium-Dienst. Hier zeige ich Ihnen ganz konkret, wie Sie auch heute noch attraktive Titel mit Nachholpotenzial finden und weise Sie auch auf die Dauerläufer der attraktivsten Sektoren mit hoher relativer Stärke hin.

 

Herzliche Grüße aus dem Rheinland,

 

Ihr Klaus Buhl

 

 

 

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

About the Author:

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

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