Verkehrte Welt an den Finanzmärkten

Themen des Tages: Strategien für den US-Arbeitsmarktbericht +++ Gold mit Hebel +++ Vola knapp unter dem Jahreshoch

 

 

Der erste Freitag im Monat verspricht an den Börsen immer besonders interessant zu werden, denn mit dem offiziellen US-Arbeitsmarktbericht stehen die wichtigsten Konjunkturdaten auf der Agenda. Zusätzliche Brisanz erfährt das Zahlenwerk aktuell durch die Tatsache, dass die Fed ihre expansive Geldpolitik eng mit der Beschäftigungsentwicklung verknüpft  hat. Mit recht paradoxen Folgen für die Aktienmärkte. Denn ein wesentlicher Kurstreiber der vergangenen Monate war die Aussicht auf billiges Zentralbankgeld. Da auf dem Bondmarkt kaum noch attraktive Renditen zu erzielen sind, profitierten zuletzt vor allem die Aktienmärkte. Sollten die Daten aber besser ausfallen als erwartet, könnte die Fed ihre offensive Geldpolitik früher beenden als bisher erwartet, mit entsprechend negativen Folgen für die Aktienmärkte. Denn allein die monatlichen Anleihekäufe im Volumen von 85 Mrd. Dollar sind ein wichtiges Schmiermittel der laufenden Hausse.

Volkswirte rechnen mit rund 170.000 neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft, nachdem im Vormonat der Wert deutlich von 138.000 auf 165.000 gestiegen war. Die Arbeitslosenquote wird unverändert im Bereich um 7,5 Prozent erwartet. Etwas schlechter als erwartete Zahlen sollten am Aktienmarkt somit zu Kursgewinnen führen, deutliche Enttäuschungen könnten den Markt aber verunsichern und kräftige Verluste bedeuten. Werden die Prognosen hingegen klar übertroffen, könnten sich nach einer kurzen positiven Reaktion später ebenfalls die Bären durchsetzen. Natürlich wäre es auch nicht überraschend, wenn die Erwartungen genau getroffen werden. Bereits gestern lagen die wöchentlichen Erstanträge im Rahmen der Prognosen. Fazit: Die Aussicht auf erhöhte Volatilität an den Aktien-, Devisen- und Rohstoffmärkten ist zwar aus Sicht von Tradern sehr willkommen. Allerdings lässt sich derzeit kaum abschätzen, wie der Markt auf besser oder schlechtere Zahlen reagieren wird. Hinzu kommen noch mögliche Aufwärts- oder Abwärtsrevisionen der Vorperioden.

 

 

 

Zum heutigen Handelstag:

Am Devisenmarkt wird kein Stopp der Geldschwemme durch die US-Notenbank erwartet. Abzulesen ist das am Kursverfall des US-Dollars, der tendenziell unter der Liquiditätsschwemme der US-Geldpolitik leidet. Sowohl zum Yen als auch zum Euro verliert der Greenback deutlich an Boden. Heute im frühen asiatischen Handel sank der Dollar-Yen zwischenzeitlich sogar unter die 96 Yen-Marke. Der Euro bleibt auch wegen der EZB-Entscheidung, die Zinsen nicht zu senken, fest bei rund 1,3250 USD.

Der schwächere Dollar hilft den Rohstoffmärkten, die heute früh in Asien zur Stärke neigen. Gold notiert über 1400 US-Dollar, der WTI-Ölpreis liegt bei knapp 95 USD und auch Silber klettert um knapp ein Prozent nach oben. Mutige Anleger, die hier auf eine Trendfortsetzung setzen wollen, können mit einem Knock-out-Bull-Papier profitieren. Das Papier mit der WKN VT0WK2 hat einen Hebel von 4,5, Basispreis und Knock-out-Schwelle liegen unterhalb der Unterstützungslinie von rund 20 USD bei 17,76 USD.

Die Erholung im DAX fällt doch etwas schwächer aus als vorbörslich erwartet. Kurz nach Handelsbeginn notiert der Markt 0,2 Prozent fester bei 8113 Punkten. Die Vola und damit das Angstbarometer, der VDAX-New behauptet sich auf erhöhtem Niveau und steht mit 21 Punkten weiterhin in Reichweite des Jahreshochs. Bei den Einzelwerten sind Telekom und Daimler gesucht, Lanxess und BASF stehen auf der Verkaufsliste weit oben.

 

 


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

 

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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