By 28. März 2013 Read More →

Rezession ante portas

Beziehen Sie die Auswirkungen des Klimas auf die Finanzmärkte in Ihre Überlegungen mit ein? Wohl eher nicht – oder besser gesagt noch nicht. So gehen zum Beispiel die Sonnenfleckenmaxima üblicherweise mit einem Inflationspeak einher.

 

Nach einem Inflationspeak folgt häufig eine wirtschaftliche Schwächephase. So erscheint es wenig verwunderlich, dass in den vergangenen Jahrzehnten stets eine US-Rezession an oder kurz nach einem Sonnenfleckenmaximum stattgefunden hat (nächster Chart).

Auch an Sonnenfleckenminima fanden US-Rezessionen statt. Aber das eigentlich perplexe ist die Aussage: „Kein solares Maximum ohne US-Rezession“: Danach würde in Kürze erneut eine US-Rezession auftreten.

Vergleicht man den 30-Jahres-GD der solaren Aktivität mit dem Verlauf des Rohstoffindex seit 1800, so lassen sich durchaus Parallelen ziehen.

Danach hätten die Rohstoffe bereits überzogen.

Als abschließendes Beispiel sei der Verlaufsvergleich der solaren Aktivität mit Kupfer dargestellt.

Fazit: Es ist keine Frage, dass das Klima die wirtschaftliche Aktivität beeinflusst. Der erste Teil der so genannten „Kleinen Eiszeit“ führte in Mitteleuropa zu anhaltenden Hungersnöten. Er dürfte nicht unwesentlich zum Ausbruch des 30jährigen Krieges beigetragen haben.

Seit der Erfindung und breiten Nutzung von Techniken, die es dem Menschen erlaubt, das Klima zumindest in den Innenräumen zu kontrollieren (Klimaanlagen) macht sich die weltwirtschaftliche Entwicklung unabhängiger von klimatischen Gegebenheiten. Man denke an die Golfstaaten oder an die Tiger-Staaten nahe dem Äquator. Dennoch: Weite Teile der nördlichen Hemisphäre befinden sich in einer klimatisch sensiblen Zone. Würde sich die Abkühlung weiter fortsetzen, so dürften beispielsweise Immobilien an der Ostsee weniger nachgefragt sein, während der spanische Immobilienmarkt eine Renaissance erfahren dürfte. Palma de Mallorca kann Ende März 2013 immerhin mit angenehmen 20 Grad aufwarten.

Ob CO2, Sonnenflecken, Meeresströmungen oder Vulkanausbrüche: Klimabeeinflussende Faktoren verändern sich ständig. Es wäre unter diesen Umständen geradezu unlogisch, wenn sich unser Klima nicht beständig verändern würde. Ein vergleichsweise kurzer Zyklus wie ein 30-Jahres-Zyklus, den wir ja im Verlauf einer Lebensspanne wahrnehmen können, erscheint nicht abwegig. Die Auswirkungen des Klimas auf die Finanzmärkte sollte man stets in seine Überlegungen mit einbeziehen.

Die angesprochenen Zyklen verweisen – auf Sicht der kommenden Jahre – auf eine ehr deflationäre Entwicklung an den Finanzmärken.

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Robert Rethfeld
Wellenreiter-Invest

 

Robert Rethfeld betreibt die Internetseite  Wellenreiter-Invest. Kernprodukt ist ein handelstäglich erscheinender Börsenbrief. Auch ein kostenloses 14-tägiges Schnupperabonnement ist möglich. Die Aufmerksamkeit gilt Langfristentwicklungen, Zyklen und saisonalen Mustern sowie der Verschiebungen des smarten Geldes. Zusätzlich werden die Positionierungen der kommerziellen Händler und Großspekulanten analysiert („CoT-Daten“). Rethfeld ist TV-Interviewpartner und Mitglied der Vereinigung technischer Analysten (VTAD). Er lebt  im Vordertaunus, wo er sich als Vorsitzender einer Freien Wählergemeinschaft kommunalpolitisch engagiert.

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Robert Rethfeld betreibt die Internetseite Wellenreiter-Invest. Kernprodukt ist ein handelstäglich erscheinender Börsenbrief. Auch ein kostenloses 14-tägiges Schnupperabonnement ist möglich. Die Aufmerksamkeit gilt Langfristentwicklungen, Zyklen und saisonalen Mustern sowie der Verschiebungen des smarten Geldes. Zusätzlich werden die Positionierungen der kommerziellen Händler und Großspekulanten analysiert („CoT-Daten“). Rethfeld ist TV-Interviewpartner und Mitglied der Vereinigung technischer Analysten (VTAD). Er lebt im Vordertaunus, wo er sich als Vorsitzender einer Freien Wählergemeinschaft kommunalpolitisch engagiert.

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