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US-Aktienmarkt mit beeindruckender Serie – aber wie lange noch?

Wie bereits in der Vorwoche scheiterte der DAX zur Wochenmitte an seiner 21-Tage-Linie. Die charttechnische Situation bleibt zumindest im kurzfristigen Bereich angeschlagen. Ganz anders die Lage in den USA.

 

Während der DAX bereits in den Sommerferien weilt, geben die US-Aktienmärkte noch einmal richtig Gas. Nicht nur der Dow Jones Transport-Index liefert frische Allzeithochs am Fließband, auch der S&P scheint einen Gang höher zu schalten. Die magisch-runde Schwelle von 2000 Punkten soll offenbar noch erreicht werden. Gestern markierte der breit gefasste Index sowohl auf Schlusskursbasis (1987) als auch Intraday (1989) neue Hochs – herzlichen Glückwunsch. Gewinnmitnahmen scheint es weiterhin nicht zu geben, dies zeigt der erste Chart. Unter dem Kursverlauf sind die prozentualen Tagesveränderungen seit Anfang 2012 angegeben. Die rote Zone grenzt den Bereich mit Verlusten von mehr als ein Prozent ab. Unschwer zu erkennen ist die Tatsache, dass es im Börsenjahr 2014 bisher kaum Rücksetzer in dieser Größenordnung gab. Zuletzt korrigierte der S&P am 17. Juli um mehr als ein Prozent, dies war zugleich der erste „größere“ Verlust seit dem 10. April (!). Im gesamten Börsenjahr 2014 gab es bisher nur neun Tage mit einem Minus von mehr als einem Prozent, 17 waren es in 2013.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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DAX: Stunden- und Tagesanalyse

Eine wirklich überzeugende Vorstellung lieferte der DAX auch zur Wochenmitte nicht ab. Nach einer freundlichen Eröffnung bildete sich  zur Mittagszeit ein Tageshoch im Bereich um 9800 aus – wenig überraschend knapp unter der fallenden 21-Tage-Linie. Ich hatte in der gestrigen Analyse darauf hingewiesen, dass der Monatsmittelkurs zwingend übersprungen werden muss, um weiteres Aufwärtspotenzial am Leben zu halten. Stattdessen zogen sich die Käufer mit der US-Sitzung erneut zurück, der DAX schloss 0,2 Prozent höher. Zehn Werte beendeten den Tag tiefer, für 18 Aktien ging es aufwärts, Fresenius und Deutsche Post blieben unverändert. Die Spitzenwerte wurden nur von positiven Analystenkommentaren getrieben (Munich Re, Lanxess, Conti), heute wird sich zeigen, ob auch Anschlusskäufe erfolgen.

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Unter dem Strich bleiben die Aussichten für den deutschen Aktienindex zunächst abwärts bis bestenfalls seitwärts gerichtet. Zwischen der nächsten, sehr schwachen Unterstützung bei rund 9715 und der fallenden 21-Tage-Linie um 9800 sollten sich  auch Trader mit neuen Positionen zurückhalten, der DAX schwankt hier willkürlich.

Kurse unterhalb von 9710 könnten erneut zu einem Test der Monatstiefs im Bereich der 9600er-Marke führen. Eine äußerst kritische Zone, wie der Blick auf den Tageschart zeigt. Wie zuletzt mehrfach erwähnt verlaufen hier die Unterseite des Aufwärtskanals, das 38 Prozent-Niveau der Aufwärtsbewegung seit Mitte März, eine horizontale Unterstützung sowie bei rund 9550 die südliche Begrenzung des kurzfristigen Abwärtskanals. Eine Menge Holz für die Bären, keine Frage.

Aber auch  die Käufer sehen sich einigen Herausforderungen gegenüber. Oberhalb der 9800er-Schwelle reicht die Luft bis an das Vorwochenhoch um 9870 (61,8 Prozent-Niveau). Aber erst wenn der DAX auch noch über 9900 gekauft wird, steigen die Chancen für einen erneuten Angriff auf das Rekordniveau um 10.050. Ausgehend vom aktuellen Kurs müsste der DAX nur um gut drei Prozent zulegen, eigentlich eine machbare Aufgabe. Doch offenbar finden sich derzeit nicht mehr genügend Käufer, die den Markt in fünfstelligen Kursregionen noch  als attraktiv einordnen.

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Wochenanalyse:

MACD mit gefährlicher Divergenz

Mittel- bis langfristig betrachtet ist die Rally trotz der seit gut sieben Monaten laufenden Konsolidierung weiterhin als intakt zu bezeichnen. Richtungsweisend ist ein seit Sommer 2012 bestehender Aufwärtskanal, dessen Extremzonen mehrfach bestätigt wurden und somit über eine gewisse Relevanz verfügen. Während zum Jahreswechsel verstärkt die Oberseite im Fokus stand, steht seit März die untere Begrenzung der Range im Mittelpunkt. Bisher nutzten die Käufer jeden Rücksetzer zum Einstieg, ein Verhalten, das wir auch im vergangenen Jahr mehrfach gesehen haben. Lediglich die Tatsache, dass der DAX bereits länger nicht mehr die obere Trendlinie angelaufen hat, kann als Signal für eine abflauende Nachfragekraft ausgelegt werden.

Aus technischer Sicht stellt die 10.000er-Schwelle nur eine unbedeutende Kursmarke dar. Inzwischen scheint der psychologische Effekt aber den DAX zumindest zu einer Atempause zu zwingen. Potenzial auf der Oberseite wäre durchaus noch vorhanden, mittelfristig lässt der Kanal Platz bis 10.900.

Auf der Südseite ist der DAX gut abgesichert. Neben der erwähnten, zuletzt mehrfach bestätigten Aufwärtstrendlinie bei derzeit rund 9530 sorgen auch die 200-Tage-Linie bei 9440 und die breite horizontale Unterstützungszone um 8900 / 9000 für Sicherheit. Eine größere Umkehrformation und somit Schwächesignal in der mittel- bis langfristigen Zeitebene wird erst mit einem Wochenschluss unter 8900 aktiviert.

Etwas kritisch sind die Signale der Markttechnik einzuordnen. Der DSS Bressert hat seine obere Extremzone verlassen und läuft auf den unteren Bereich zu. Besonders aber der etwas trägere und langfristig ausgerichtete MACD auf Wochenbasis bereitet Sorgen. Während der DAX vor wenigen Wochen ein im Vergleich zum Jahresauftakt höheres Hoch ausbildete, wurde diese Bewegung durch den MACD nicht mehr bestätigt. Diese negative Divergenz muss genau verfolgt werden und könnte ein Hinweis auf eine größere Korrekturbewegung sein.

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Monatsanalyse:

Zwei Szenarien für die Zukunft

Im abgebildeten Monatschart seit 1960 wird vor allem die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000 deutlich. Nach dem Ausbruch aus einer rund 20 Jahre andauernden Seitwärtsbewegung im Jahr 1983 zeigte der DAX bis zur Jahrtausendwende eine ausgeprägte Rally-Bewegung. Mit dem Platzen der Spekulationsblase wurde diese Aufwärtsbewegung in den vergangenen 13 Jahren konsolidiert. In dieser Zeit bildete der Deutsche Aktienindex deutlich steigende Bewegungstiefpunkte aus, was auf einen allmählich steigenden Kaufdruck deutet. Der Sprung über die Hochpunkte aus dem Jahr 2000 und 2007 bei 8200 war somit nur eine Frage der Zeit. Der DAX löste ein sehr bullish aufsteigendes Dreieck nach oben hin auf, aus dem theoretisch Notierungen deutlich jenseits der 10.000er-Marke abgeleitet werden können.

Nach dem nun erfolgten Ausbruch sind zwei grundsätzliche Szenarien denkbar. Aufgrund der Bedeutung der Zone um 8200 wäre eine Rückkehrbewegung und somit ein Retest des Ausbruchsniveau nicht überraschend. Ein möglicher Wendepunkt könnte an der psychologisch wichtigen Schwelle von 10.000 liegen. Ausgehend von einem kurzen Test der fünfstelligen Kursmarke wäre mit einer Korrektur bis in den Bereich von 8200 / 8500 zu rechnen, von dem aus dann eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erfolgen würde. Zugleich eröffnet sich Anlegern, die den Einstieg bisher verpassten, auf langfristige Sicht noch einmal eine gute Einstiegsgelegenheit.

In einem zweiten Szenario bleibt ein Test der Zone um 8200 von oben aus. Stattdessen läuft der Markt nach einer recht wahrscheinlichen Konsolidierung bei rund 10.000 weiter aufwärts. Neue Widerstände müssten sich erst noch herausbilden. Unwahrscheinlicher erscheint hingegen ein Rücksetzer unter das Ausbruchsniveau von 8200. Eine ähnliche Situation liegt auch im amerikanischen Leitindex S&P 500 vor.

Auf Basis der Indikatoren wäre noch ein wenig Luft nach oben vorhanden. Beachten Sie aber auch hier den MACD, der in den vergangenen 13 Jahren eigentlich recht zuverlässig die Wendepunkte beim DAX antizipierte. Allmählich erreicht der Signalgeber wieder die Niveaus aus den Jahren 2000 und 2007 (rote Linie).

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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