By 2. Dezember 2014 Read More →

Absicherung nicht vergessen

Im November rückte der DAX um rund sieben Prozent vor, gegenüber dem Tief von Mitte Oktober sind es auf Schlusskursbasis sogar knapp 16 Prozent. Allmählich ist die Rally aber ausgereizt, zahlreiche verlässliche Indikatoren senden klare Signale.

Mit einigen Einzelwerten war sogar noch deutlich mehr drin. Lufthansa und Deutsche Telekom kletterten in den vergangenen rund sechs Wochen um ungefähr 30 Prozent, Kursgewinne von mehr als 20 Prozent weisen zudem ThyssenKrupp, VW und Bayer auf. Mit Lanxess notiert lediglich ein Wert im Verlustbereich, die Bullen haben eine beeindruckende Vorstellung abgeliefert.

DAX: Stunden- und Tagesanalyse

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Die zweite Aufwärtswelle seit Mitte November steht nun vor einer ernsten Bewährungsprobe. Bereits während der Sommermonate erwies sich die Zone zwischen 9900 bis 10.000 als Verkaufsbereich, in der auch jetzt mit verstärkten Gewinnmitnahmen gerechnet werden muss. Besonders viele eher kurz- bis mittelfristig ausgerichtete Anleger, die bereits ab der zweiten Oktober-Hälfte in die Aufwärtsbewegung eingestiegen sind, sitzen nun auf dicken Buchgewinnen und werden sich aus dem Markt verabschieden, sobald die Schwächesignale deutlicher werden.

Ähnlich ist auch die Lage in den USA einzuordnen. Alle größeren Indizes sind überkauft, eine gesunde Konsolidierung ist nur eine Frage der Zeit. Der Nasdaq 100 notiert ähnlich wie Apple an der Oberseite eines mehrfach bestätigten Aufwärtskanals, während im Dow Jones zuletzt mehrere kleine Kerzen ausgebildet wurden, sog. Dojis. Diese sind ein Zeichen von Unsicherheit und deuten auf ein mögliches Top. Zudem notieren im S&P 500 rund 75 Prozent der Aktien über ihrer 20-Tage-Linie. Zu Monatsbeginn waren es noch 95 Prozent, der Markt wird somit von immer weniger Werten oben gehalten. Grundsätzlich sollten Anleger die Entwicklung der US-Börsen immer gut verfolgen, da meistens ein hoher Gleichlauf mit dem DAX besteht. In diesem Jahr ist die Korrelation aber wesentlich geringer. Während die US-Indizes bis zuletzt mehrfach Rekorde feierten, zeigte sich der deutsche Aktienmarkt bis Mitte Oktober vergleichsweise schwach und holte erst in den vergangenen Wochen kräftig auf.

Übertreibungen liegen auch beim DAX vor. Alle 30 Indexwerte notieren derzeit über ihrer 21-Tage-Linie. In der Vergangenheit waren solche Extremsituationen oft ein guter Indikator für eine bevorstehende Kursschwäche. Als besonders kritisch ist der weite Abstand der Kurse zum Monatsdurchschnitt einzustufen. Inzwischen notiert der Markt um 4,7 Prozent über seiner 21-Tage-Linie.

Insgesamt sind die Chancen für weiter steigende Kurse derzeit wesentlich geringer als für eine Korrektur. Selbst wenn der Markt kurzzeitig über die Hürde um 10.050 und somit ein neues Rekordhoch steigen sollte, wäre dies aufgrund der überhitzten Lage kein klares und wohl nachhaltiges Kaufsignal. Offen ist derzeit nur die Frage, ob die überfällige Abkühlung über eine Seitwärtsbewegung (mögliche Range 9800 bis 10.050) abgebaut wird oder mit Kursverlusten (DAX fällt unter 9800, nächstes Ziel dann 9500). Im heutigen Webinar werden wir uns den DAX noch genauer anschauen, dazu natürlich zahlreiche Einzelwerte aus den deutschen Indizes. Hier können Sie sich anmelden.

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Wochenanalyse:

Ampel bleibt auf Orange

Auch die technischen Aussichten auf der mittelfristigen Ebene und somit im Wochenchart haben sich mit der jüngsten Erholung wesentlich verbessert. Mitte Oktober lieferte der Markt mit dem Bruch unter die zuvor ausgebildete Schiebezone zwischen 9000 bis 10.000 noch ein klassisches Verkaufssignal. Rückblickend betrachtet war dies aber nur eine Bärenfalle, die vorherige Korrektur wurde ebenso dynamisch wieder zurückgekauft. Zuletzt eroberte der DAX auch das Mitte September erreichte Zwischenhoch zurück und steht in Reichweite des Rekordhochs. Damit wurde die seit Sommer bestehende Serie von fallenden Bewegungshochpunkten gebrochen, ein wichtiges Signal. Lediglich die unverändert negative Bewegung des trendfolgenden MACD stimmt noch zur Vorsicht. Für ein klares Einstiegssignal müsste der DAX per Wochenschluss mindestens über 10.500 steigen. Wobei auch hier die neuen Long-Positionen eng abgesichert werden sollten, denn die Gefahr von einem Fehlausbruch auf der Oberseite ist als erhöht einzuschätzen.

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Monatsanalyse:

Die Würfel sind offenbar gefallen

Im langfristigen Monatschart standen zwei Szenarien bisher im Blickpunkt: Entweder eine kurze Konsolidierung bei 10.000 mit anschließend weiter steigenden Kursen oder ein klassischer Retest der 2000 / 2007er-Hochs. Gerade die bearische Variante erschien zuletzt deutlich wahrscheinlicher, und so kam es nun auch. Der MACD leistete erneut sehr gute Dienste und warnte frühzeitig vor einer Korrektur. Ich hatte zuletzt mehrfach auf die erhöhten Risiken hingewiesen.

Für Anleger, die den Ausbruch Mitte 2013 verpassten, eröffnete sich somit auf den ersten Blick noch einmal eine gute Gelegenheit zum Einstieg. Allerdings hat sich die Lage im MACD noch längst nicht abgekühlt, wir handeln unverändert auf einem erhöhten Niveau, dass Verkaufssignal ist intakt. Bis in den Bereich um 7750 / 8000 bleibt das Szenario einer Retest-Bewegung noch möglich. Darunter wird es dann deutlich bearischer, Kursverluste bis an die gestrichelte Aufwärtstrendlinie (Hilfslinie) bei rund 6000 wären denkbar. Noch aber besteht Grund zur Hoffnung, dass wir diese Kursregionen nicht sehen werden.   

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Posted in: Deutschland, Indizes

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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