By 3. März 2014 Read More →

Tesla als Warnsignal für den Gesamtmarkt

Eine Blase erkennt man immer erst hinterher, also wenn sie geplatzt ist. Aber auch im Vorfeld liefert uns der Markt genügend Signale, die bei der Risikoausrichtung eines Depots beachtet werden sollten. Wie zum Beispiel die Entwicklung der Nebenwerte.  

Liebe Leserinnen und Leser,

obwohl die Karnevalstage hier im Rheinland sicherlich nicht zu  den produktivsten Arbeitstagen zählen, will ich Ihnen ein paar Gedanken mitgeben. Denn egal, ob und wie heftig Sie feiern, ob Sie schon vor einigen Monaten oder erst vor wenigen Tagen Ihre jetzigen Positionen eröffnet haben, die heutige Verfassung der Indizes ist für uns alle gleich und die launische Miss Börse nimmt auf keinen Jecken Rücksicht.

In den vergangenen Tagen hat der Schwung der Käufer nachgelassen und die Unsicherheit der Börsianer in unmittelbarer Nähe der bisherigen Hochs nimmt deutlich zu.  Kein Wunder, können doch die Ergebnisse von einigen Firmen nicht mit den Erwartungen der Anleger Schritt halten. Immer mehr potentielle Käufer scheinen wegen dieser sich öffnenden Schere zwischen Bewertung und Aktienkurs zu zögern. Bisher ist dies nur ein gesundes Ausatmen und ein respektvolles Zögern der Investoren an den zyklischen Hochs. Die Gefahr besteht aber, daß sich daraus eine Umverteilungsphase bildet, in der die „hartgesottenen“ und frühen Anleger ihre Papiere an die späten und „zittrigen“ verkaufen.  Charttechnisch betrachtet würden wir dann in eine typische Top-Bildung laufen. Noch ist es zu früh darüber zu urteilen, aber wir sollten die Situation wie gewohnt kritisch und vor allem objektiv betrachten. Für das Bullenlager sprechen ungewollt die Medien, in denen viele Analysten bereits negative Schulter-Kopf-Schulter-Formationen sehen (die noch längst nicht vollendet sind) und die Parallelen des heutigen Charts mit denen der Jahre 1929 und 1987 diskutieren.

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Tesla erinnert an eine Fahnenstange

Natürlich erkennt man eine Blase immer erst hinterher, also wenn sie geplatzt ist. Aber die Anzahl der Aktien mehrt sich, deren Entwicklung nicht gerade gesund aussieht. Dazu gehört auch der Börsenliebling Tesla. Eine Kursverdoppelung binnen weniger Wochen, vor allem ausgelöst durch die Ankündigung, eine eigene Batteriefabrik zu gründen, erinnert mich an die Zeiten des neuen Marktes. Ob ich nun zu vorsichtig und skeptisch bin, werden wir bald erfahren. Persönlich finde ich eine Bewertung von 21 Milliarden € für den Newcomer aber total übertrieben und würde hier kein Stück nehmen.

Alleine schon die Entfernung des Charts von seiner aufsteigenden Trendgeraden (etwa 150 $) lässt mich schwindeln. Wie gesagt, auch an der Börse gehen viele Geschichten gut, diese hier riecht aber nicht nach einem Happy End.  Jedenfalls nicht für diejenigen, die jetzt noch überlegen auf den Zug zu springen.

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Quelle: Quelle: stockcharts.com

Nebenwerte: hauchdünnes Hoch

Wie Sie hier sehen können, haben die wichtigen da konjunkturempfindlichen US-Nebenwerte, noch kein deutliches neues Hoch im Sinne der P & F Technik erzeugen können.

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Quelle: stockcharts.com

 

Die Gefahr, daß die übrigens mit dem DAX sehr hoch korrelierten Werte des Russell Index ein Doppeltop bilden, ist noch nicht vom Tisch.

Immerhin ist der Aufwärtstrend gemessen an der steigenden positiven Unterstützungsgeraden intakt. Ungewöhnlich lang, genauer gesagt seit dem November 2012, wurde diese Gerade nicht mehr ernsthaft getestet. Ebenfalls ungewöhnlich – und dies ist durchaus mit Vorsicht zu betrachten, ist die aktuell große Entfernung des heutigen Kurses zur Unterstützungsgeraden. Dies deutet in Verbindung mit dem nach wie vor aktivem Verkaufssignal der P & F Philosophie auf das hohe Risiko und Potential einer möglichen Korrektur.

Wie gesagt, ich sehe insgesamt die Bullen leicht im Vorteil, würde aber im Augenblick das Risiko nicht zu hoch ansetzen.

Verfolgen Sie die aktuelle Entwicklung sehr genau und bleiben Sie „bremsbereit“. Genauso mache ich es im Premiumbrief, in dem ich als Ergänzung zu diesem Newsletter die konkreten Ein-und Ausstiegssignale nenne und neuerdings auch ein Musterdepot führe. Denn besonders wichtig ist es, um langfristig an der Börse erfolgreich zu sein, die extremen Zonen und die potentiellen Umkehrphasen des Marktes zu erkennen.

DAX: ebenfalls noch nicht über den Berg

Der DAX hat sich von durchwachsenen Geschäftsberichten kaum bremsen lassen und wieder angezogen.

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Quelle: stockcharts.com

Fast punktgenau hat er sich dabei an der hier nicht sichtbaren 50-Tage-Linie abgestoßen, was natürlich ein gutes Zeichen ist.

Trotzdem bleibt aber das Risiko eines Doppeltop noch bestehen. Aktuell erkennt man einen gewissen Angebotsüberschuss an der aktiven 0-Säule. Dies ist kein Beinbruch, sondern bestätigt sogar das sehr hohe Projektionsziel für den DAX bei etwa 10.900 Punkten. Allerdings sollte der Index dafür nicht unter die vorhergehende 0-Spalte bei 9.100 rutschen. Dort sehe ich übrigens ein sehr tragfähiges Unterstützungsniveau, die härtesten Widerstände hingegen bei etwa 9.750 Punkten.  Sie sehen, die charttechnische Situation im DAX bleibt also wirklich spannend.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit Ihren Engagements,

Herzliche Grüße aus dem Rheinland,

Ihr Klaus Buhl

 

Posted in: Gastbeiträge

About the Author:

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

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