Startschuss für eine neue Trendbewegung

Themen des Tages: Hexensabbat als Signalgeber +++ China mit Fehlstart +++ Defensive ist Trumpf +++

 

 

In den vergangenen Tagen habe ich Sie bereits mehrfach mit dem großen Verfall an den Terminmärkten gequält, heute kommt der finale Abschluss. Als Privatanleger ist es vielfach von Vorteil, die Märkte in den Tagen um den Hexensabbat von der Seitenlinie aus zu verfolgen und die Zeit zu nutzen, möglichst früh Signale über die Positionierung der institutionellen Investoren zu finden. Im kurzfristigen Bereich liefert das Open Interest wertvolle Hinweise. Auch in der vergangenen Woche traf die rund eine Woche zuvor gestellte Prognose, dass der DAX am Freitag-Mittag im Bereich der 8000 abgerechnet wird, sehr gut zu.

Mittel- bis längerfristig lässt sich aber noch eine weitere Besonderheit feststellen. Im Chart habe ich die großen Verfallstage an den Terminmärkten seit Anfang 2011 mit roten und grünen Pfeilen eingezeichnet. Mit dem Buchstaben „F“ sind zudem Fed-Zinsentscheidungen berücksichtigt. Bereits auf den ersten Blick fällt auf, dass es im DAX sehr oft im Anschluss an einen Hexensabbat zu einem Trendwechsel kam. Anders formuliert: In den vergangenen zwei Jahren fielen zyklische Bewegungshoch- oder Tiefpunkte häufig mit dem Verfall an den Terminmärkten zusammen. Im Anschluss an einen roten Pfeil übernahmen die Bären die Regie an den Märkten, grüne Pfeile stehen hingegen für eine Aufwärtsbewegung in den Folgewochen.

Die Kursentwicklung des DAX in den kommenden Tagen könnte daher wertvolle Hinweise liefern, wohin mittelfristig die Reise gehen wird. Der nächste Verfall findet erst wieder Mitte September – zusammen mit einer weiteren Fed-Zinssitzung und der Bundestagswahl – statt.

 

Hexensabbat

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Zum heutigen Handelstag:

Durchwachsene Vorgaben drücken auch die Stimmung in Frankfurt. Nach den deutlichen Verlusten in den vergangenen Tagen heißt es für die Investoren, die Auswirkungen der angepassten US-Geldpolitik auf das eigene Portfolio abzuwägen. Zumindest sorgten die reinigenden Gewitter für frische Temperaturen in Frankfurt. Bleibt zu hoffen, dass auch die Investoren nun einen kühlen Kopf bewahren und die richtigen Schlussfolgerungen ziehen.

In Asien bleibt der Blick vorerst klar abwärts gerichtet. Am stärksten geht es in China zurück, wo der Shanghai Composite fast fünf Prozent verliert. Hier sorgen hohe Kurzfrist-Zinsen weiterhin für  Unruhe. Sie sind zwar von den Höchstständen am Donnerstag weiter gefallen, liegen aber bei rund sechs Prozent noch immer auf einem hohen Niveau. Das könnte das Kreditwachstum künftig weiter abschnüren und vor  allem kleinere und mittlere Banken sind von dieser Politik stark  betroffen. Am Devisenmarkt bleibt der US-Dollar nicht nur wegen der gestiegenen Unsicherheit in China, sondern auch wegen des angekündigten Politikwechsels der USA beliebt. Gegenüber dem Euro verteuert sich der Greenback am Morgen aber nur leicht auf 1,31. Dennoch fällt die Bilanz der vergangenen Tage deutlich aus. Am Mittwoch stand das Währungspaar noch bei 1,34 US-Dollar.

Auch beim Blick auf die Einzelwerte in der ersten Börsenliga zeigt sich deutlich, dass Investoren defensive Papiere klar bevorzugen. Auf Wochensicht schafften nur zwei Werte den Sprung in die Gewinnzone: Fresenius und Fresenius Medical Care. Kursverluste von mehr als acht Prozent verzeichneten hingegen Zykliker wie Daimler, Lanxess und BMW.

In rund einer halben Stunde wird mit dem ifo-Geschäftsklimaindex der wichtigste heimische Konjunkturindikator veröffentlicht. „Der negative Einfluss der Flut auf die Lageeinschätzung der Unternehmen dürfte durch eine freundliche Erwartungshaltung kompensiert werden. Ein im Monatsvergleich stabiler ifo-Index scheint realistisch“, schreibt die Helaba. Später am Abend spricht dann der Fed-Präsident Fisher, der als erstes Fed-Mitglied nach der Fed-Entscheidung eine Rede hält. In dieser Woche  werden noch etliche andere Fed-Gouverneure sprechen und einen Einblick in die Notenbankpolitik der USA geben.

 

 


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

 

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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