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By 19. Dezember 2012 Read More →

Der Börsenausblick 2013

Neues Jahr, alte Sorgen? Auch 2013 ist für ausreichend Nervenkitzel an den Börsen gesorgt. Beim Blick in die Depots dominiert Zuversicht. Vielleicht etwas zu viel Optimismus, denn die Haupttriebfeder der Aufwärtsbewegung steht auf tönernen Füßen.

 

 

Lassen wir zum Jahresende doch noch einmal den Abend des 12. Dezember Revue passieren. Die Bullen-Horde lauschte den Worten von Fed-Chef Ben Bernanke, der wie erhofft auch artig ein Weihnachtsgeschenk hervorzauberte. Nur zur Erinnerung: Der Leitzins soll „außergewöhnlich niedrig“ bleiben, solange die Arbeitslosenquote über 6,5 Prozent liegt und die Inflationsrate auf Sicht von ein bis zwei Jahren unter dem erträglichen Niveau von 2,5 Prozent schlummert. Auf der anschließenden Pressekonferenz wurden die Marken dann wieder ein wenig relativiert. So soll die Messlatte bei der Arbeitslosenquote nur als „Orientierungspunkt“ verstanden werden. Fakt ist, dass die Fed mit dieser Aussage ihr früheres Statement, die Zinsen bis Mitte 2015 niedrig zu halten, nun relativiert hat und an Bedingungen knüpft.

Für den November wurde ein Rückgang auf 7,7 Prozent ausgewiesen, nachdem im vergangenen Jahr sogar zeitweise knapp zweistellige Prozentsätze für Schweißperlen bei den Volkswirten gesorgt hatten. Dennoch: Die Arbeitslosigkeit bleibt auch in dieser offiziellen Version eindeutig zu hoch. Zur Einordnung: Vor der Immobilienkrise lag der Prozentsatz bei rund fünf, und selbst nach dem Platzen der Dotcom-Blase stieg die Quote nur kurz über sechs Prozent.

Wollen wir hoffen, dass die Mannen um Bernanke auch wissen, wie die Arbeitslosendaten in den USA erhoben werden und welche Tücken die Statistik aufweist. Denn die genaue Festlegung auf einen konkreten Wert bei der Arbeitslosenquote ist nur dann sinnvoll, wenn dieser auf Monatsbasis berechnete Wert auch mit einer hohen Datengenauigkeit eroiert wird. Die Erfahrung lehrt gerade in Bezug auf die US-Arbeitsmarktdaten leider etwas ganz anderes. Zur Berechnung der monatlichen Quote werden rund 60.000 Haushalte in den USA angerufen und daraus die Kennziffer berechnet. Nicht gerade viel und vor allem nicht repräsentativ, wenn man bedenkt, dass es rund 105 Millionen Haushalte gibt. Während Billionen Dollars zur Stützung des Finanzsystems ausgegeben werden, kämpft die Bevölkerung verstärkt um ganz existenzielle Probleme. So kletterte in diesem Sommer die Anzahl der Haushalte, in denen mindestens eine Person lebt, die auf Lebensmittelmarken angewiesen ist, auf ein Allzeithoch. Rund 46 Mio. US-Bürger beziehen sog. Foodstamps, ein Anstieg von 50 Prozent seit 2008. Auch die Anzahl der Haushalte, die auf Lebensmittelmarken angewiesen ist, liegt mit gut 22 Mio. auf einem Rekordhoch. Kein Wunder, denn auch die Kaufkraft der Beschäftigten geht immer weiter in den Keller. Stiegen die Stundenlöhne vor rund fünf Jahren noch um vier Prozent, liegt der aktuelle Wert nur noch bei einer Jahresrate von 1,3 Prozent. Die Verbraucherpreise klettern hingegen mit einer Quote von zwei Prozent. Es drängt sich die Frage auf, ob sich die Unternehmen mit ihrem Drang nach Margenoptimierung nicht ein Eigentor schießen. Denn wer soll die Produkte noch kaufen, wenn vom Lohn kaum noch etwas an (realer) Kaufkraft übrig bleibt? Insbesondere vor dem Hintergrund, dass in den USA das Bruttoinlandsprodukt zu drei Viertel vom Binnenkonsum abhängt, wäre ein Umdenken mehr als angebracht.

 

 

Der Aha-Effekt

Mies sieht es auch bei der mittleren Dauer der Arbeitslosigkeit aus. Aktuell liegt der Wert bei 19 Wochen und damit auf einem Niveau, was im historischen Kontext sehr bedenklich stimmt. Zur Einordnung: Zwischen den 60er-Jahren bis zur Jahrtausendwende lag die Kennziffer bei rund acht Wochen. Wesentlich aussagekräftiger als die offiziell gemeldete Arbeitslosenquote ist daher die Erwerbstätigenquote, also der Anteil der Beschäftigten an der arbeitsfähigen Bevölkerung. Betrachtet man den Chart zeigt sich deutlich, dass eine Erholung nach dem Absturz in 2008/2009 nie stattgefunden hat. Unter Berücksichtigung der massiven Interventionen eine erschreckende Bilanz.

 

 

Darüber hinaus bergen die genannten „Orientierungsmarken“ der Fed noch ein ganz anderes Problem: Was passiert eigentlich, wenn die Inflation (durch die massiven Geld- und fiskalpoltischen Eingriffe) über 2,5 Prozent steigt und die Arbeitslosenquote einfach nicht fallen will? Noch mehr Schweißperlen dürfte den Notenbankern eine entgegengesetzte Entwicklung mit rückläufiger Inflationsrate auf die Stirn jagen. Hier könnte sich der Ölpreis als Zünglein an der Waage herausstellen. Unter der Annahme eines auch im Frühjahr 2013 unveränderten WTI-Preises von 88 Dollar wirkt der hohe Basiseffekt mit Preisen von über 105 Dollar im Frühjahr dieses Jahres belastet auf die Teuerung. Der Wert könnte dann sogar wieder gefährlich nahe an die ein Prozent-Grenze rücken und damit Deflationssorgen entfachen.

 

Viel heiße Luft in der Bilanz

Was hatte Ben noch zu berichten? Die Notenbankpresse soll unter Hochdruck laufen. Als Ersatz für das Ende des Jahres auslaufende Anleihetauschprogramm Operation Twist will die Fed ab Januar Staatsanleihen mit einer Laufzeit von vier bis 30 Jahren im Umfang von monatlich 45 Mrd. Dollar unbegrenzt kaufen. Mit entsprechenden Folgen für die Bilanz. Denn im Unterschied zu Operation Twist, bei dem die Zentralbank lediglich kurzlaufende Staatsanleihen aus ihrem Portfolio in langlaufende Papiere umschichtete, um so die langfristigen Zinsen für die Unternehmen zu drücken, kommt es nun zu einer Vergrößerung der Bilanzsumme bei der Fed. Dazu gesellen sich monatliche Käufe von hypothekenbesicherten Wertpapieren über 40 Mrd. Dollar, um den nach wie vor schwachen Immobilienmarkt am Leben zu halten. Macht unter dem Strich eine monatliche Bilanzsummenerweiterung von 85 Mrd. Dollar oder 1,02 Billionen Dollar pro Jahr. Das Anleiheaufkaufprogramm QE2 belief sich monatlich auf 75 Mrd. Dollar, d.h. die Fed lässt die Notenpresse 2013 noch etwas schneller rotieren.

 

Aktuell beträgt die Bilanzsumme der Fed rund 2,8 Bio. Dollar, Ende 2013 dürfte der Wert somit bei knapp vier Bio. Dollar liegen. Die Verschuldung der USA beläuft sich derzeit auf 16,2 Bio. Dollar (immer wieder empfehlenswert zum Zeitvertreibt: http://www.usdebtclock.org/ ), bis Ende des nächsten Jahres wird wohl die Schallmauer von 17 Bio. Dollar erreicht. Setzt man die Fed-Bilanzsumme und die Verschuldung in Relation, hält die US-Zentralbank in einem Jahr rund 24 Prozent der US-Schulden. Willkommen im Club. Die Bank of England hält inzwischen 35 Prozent der Schuldpapiere. Vielleicht finden die Herren Geschmack an der Idee, Staatsschulden einfach zu annullieren. BÖRSE ONLINE-Kolumnist Robert Rethfeld hatte schon einmal auf diese „Art von Lösung“ hingewiesen. Eines ist jedenfalls sicher: Wenn die Fed am 23. Dezember 2013 ihr 100-jähriges Jubiläum feiern wird, dürften die Notenbanker ein weiteres  nervenaufreibendes Jahr hinter sich haben.

 

Gewinnschwelle 5000 Punkte im DAX

So lange die Musik spielt, darf weiter getanzt werden. Bereits im November positionierten sich die Investoren wieder offensiver, wie die jüngste Auswertung des UBS Investor Sentiment Index zeigt. Der durchschnittlich gewählte Cap lag im vergangenen Monat 14,3 Prozent unterhalb des DAX-Standes und damit in der Nähe des Jahresdurchschnitts. Im Oktober setzten die Anleger noch auf einen größeren Risikopuffer – der durchschnittliche Cap lag gut drei Prozentpunkte niedriger.

Wegen des scharfen Rücksetzers beim DAX bis zur Monatsmitte legte die Schwankungsbreite allerdings deutlich zu. Der niedrigste gewählte durchschnittliche Cap lag bei lediglich 5.000 Punkten, der höchste dagegen bei 6.850 Punkten. Die Anleger waren vor allem in der ersten Hälfte des Monats recht optimistisch. Zum Monatsende wurden die Discount-Anleger aber wieder vorsichtiger: das  Durchschnittscap lag 17,4 Prozent unter dem DAX und damit etwa auf dem Oktober-Niveau. „Offenbar haben die Investoren die starke Entwicklung des Aktienmarktes in diesem Zeitraum als Gelegenheit angesehen, sich angesichts möglicher Kurskorrekturen wieder etwas konservativer zu positionieren“, erläutert Marcel Langer, Director bei UBS.

 

Quelle: UBS

 

Novum bei der BÖRSE ONLINE-Umfrage

Richtig euphorisch sind hingegen die User auf boerse-online.de. In der monatlichen Umfrage rechneten 63 Prozent der Teilnehmer mit einer positiven Monatsbilanz beim DAX. An die Jahresendrally scheinen die Anleger wohl gerade in diesem Jahr sehr hohe Erwartungen zu hegen. Die Hoffnungen sind sicherlich berechtigt, insbesondere im Hinblick auf eine Lösung der Fiskalklippe in den USA, die in den verbleibenden Tagen noch einmal für einen zusätzlichen Kurssprung sorgen dürfte. Dennoch: Ein Zuwachs im Bullenlager von 25 Prozentpunkten gegenüber der Umfrage im November auf einen neuen Rekordwert ist schon eine mächtige Ansage. Aber nicht nur die Kleinanleger scheinen ungewohnt bullisch zu sein, auch die Experten in den USA setzen ganz auf Long. Der Sentiment-Index der nordamerikanischen Fonds-Manager erreichte Mitte Dezember mit knapp 83 Punkten ein oberes Extrem. In der Vergangenheit hat sich das Stimmungsbarometer bereits oft als guter Kontraindikator erwiesen (wer soll noch kaufen, wenn alle bullisch und im Markt investiert sind?).

Zum gleichen Ergebnis kommt auch die monatliche Erhebung der comdirect. Der Brokerage-Index stieg bei mauen Handelsvolumen den dritten Monat in Folge auf den zweithöchsten Wert in 2012. „Die positive Grundstimmung bei den Privatanlegern hält an. Sie setzen auf eine Jahresendrallye an den Märkten und einen neuen Höchststand des DAX zum Ausklang des Börsenjahres“, sagt Daniel Schneider, Leiter Brokerage bei comdirect. Im Aktiensegment waren vor allem die Papiere von Eon nach dem Kursrutsch heiß begehrt, ebenso wie Nokia und Apple. Zu den umsatzstärksten Papieren zählte erneut die Commerzbank.

Gute Stimmung, fallende Kurse?

Kommen wir zu den etwas härteren Fakten. In Deutschland fielen mit dem ZEW-Index und den Zahlen zum Auftragseingang in der Industrie zuletzt einige Konjunkturdaten besser aus als erwartet. Ein recht durchwachsenes Bild liefert nach wie vor die US-Wirtschaft ab. Der viel beachtete ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe fiel zwar mit 49,5 Punkten wieder knapp unter die Wachstumsschwelle, der für die Konjunktur aber inzwischen wichtigere Dienstleistungsindex (Dienstleister machen inzwischen rund 80 Prozent der US-Wirtschaft aus) hielt sich mit 54,7 Zählern aber deutlich über der kritischen Grenze. Unter dem Strich erholte sich der Ihnen bereits bekannte Citigroup Economic Surprise Index (CESI) von einem zwischenzeitlichen Rücksetzer und steht aktuell nur leicht unter dem Top vom Vormonat.

Nun wird es spannend: Das Konjunktur-Stimmungsbarometer steht mit aktuell 51 Punkten in stark oberen Bereichen und schaffte es zuletzt nicht mehr, ein höheres Hoch zu erreichen. Wie in der November-Kolumne bereits beschrieben, steigt nun deutlich die Gefahr von schlechter als erwarteten Konjunkturdaten. Der Chart zeigt aber auch deutlich, dass ein rückläufiger CESI nicht zwingend sofort auch zu fallenden Aktienkursen führen muss. Bei den vergangenen beiden Abschwüngen dauerte es rund noch ein halbes Jahr, bis auch der Weltleitindex S&P 500 nach unten wegkippte.

 

 

2013 geht es rund

 

Nicht minder interessant wird im kommenden Jahr die Entwicklung an den Rohstoffmärkten und damit auch beim wichtigen Signalgeber Kupfer. Das begehrte Industriemetall pendelte in 2012 zwischen 7200 und 8600 Dollar je Tonne und damit in einer vergleichsweise engen Range. Schöne Trendbewegungen wie in den vergangenen vier Jahren gab es somit nicht. Nach einem eher ruhigen Jahr 2012 rechnen Analysten für 2013 mit mehr Bewegung. Einige Experten gehen davon aus, dass in China die Konjunktur kräftig anziehen und die Nachfrage ankurbeln wird. „Die Metallpreise dürften ihren Schwung der letzten Wochen mit ins neue Jahr hinübernehmen. Dank der erwarteten globalen Konjunkturerholung und der damit einhergehenden höheren Nachfrage nach Metallen sollten die Preise 2013 merklich zulegen können. Das Zugpferd dieser Entwicklung dürfte erneut China sein, wo die Umsetzung von zahlreichen Infrastrukturprojekten einen enormen Bedarf an Metallen generieren sollte“, schreiben die Experten der Commerzbank. Die DZ Bank legt Kupfer den Investoren sogar besonders ans Herz: „Langfristig hat Kupfer daher für die Anleger das unter den Industriemetallen beste Chance-/Risiko-Verhältnis.“ Kaum ein Thema dürfte hingegen die Einführung des physisch besicherten ETFs auf Kupfer durch JPMorgan haben. Nach zweijähriger Prüfung gab die SEC nun grünes Licht und rechnet offenbar nicht mit einem wesentlich Einfluss des ETFs auf den Kupferpreis. 2010 warten Analysten noch vor einer Angebotsverknappung, wenn ETF-Anleger im großen Stil einstiegen und das Kupfer nicht mehr am Markt verfügbar sei, sondern in Lagerhäusern gehortet würde.

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Bis dahin kann aus rein charttechnischer Sicht zunächst einmal festgehalten werden, dass der Rücksetzer im Herbst exakt am oberen Ende der breiten Unterstützungszone zwischen 7000 bis 7500 Dollar stoppte und der Preis sich inzwischen wieder über die 8000er-Schwelle zurückkämpfte. Nun kommt es darauf an, dass sich Kupfer über der Marke etabliert und nach Möglichkeit das Herbst-Hoch überwindet. Zielbereich wäre dann erneut das 2012-Top um 8620 Dollar sowie maximal die innere Aufwärtstrendlinie. Setzt sich das positive Szenario durch, sind neue Verlaufshochs im S&P 500 fast ausgemachte Sache.

 

Klein, aber fein

Eher positive Signale kommen auch von der Positionierung der Investoren in den amerikanischen Small Caps. Trotz der herrschenden Unsicherheit zeigten die risikoreicheren Nebenwerte seit Mitte November eine klare Outperformance gegenüber den Dickschiffen. Im Ratiocator zeigt sich sehr schön, wie das Verhältnis kurz bis an den Übertreibungsbereich lief und von diesem nun wieder deutlich zurückkam. Auch hier zeigt sich bereits recht deutlich, dass die Investoren auf eine Lösung der Fiskalklippe setzen und keinen Schock für die US-Wirtschaft erwarten. Im Gegenzug bedeutet dies aber auch, dass gute Nachrichten aus dem Weißen Haus schon zu einem gewissen Teil eingepreist sind und es vielleicht nur noch zu einem scharfen und kurzen Kurssprung kommt. Danach dürften wieder die zahlreichen ungelösten Schuldenprobleme und die nächste Berichtssaison auf die Tagesordnung rücken.

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Dazu passt auch die Entwicklung beim Blick auf die charttechnische Verfassung der Einzelwerte im marktbreiten S&P 500. Risikobereiten Anlegern hatten wir in der letzten Kolumne einen Einstieg empfohlen, um den Rücksetzer an den Aktienmärkten auszunutzen, bei vertretbaren Chance-Risiko-Profil. Im Zuge der jüngsten Erholung kletterte auch das Verhältnis der Aktien, die über ihrem 50-Tage-Durchschnitt notieren, deutlich von rund 27 Prozent auf aktuell 66 Prozent. Für die Aktienmärkte ist somit noch etwas Luft nach oben. Erst wenn rund 80 Prozent der Aktien über ihrem 50-Tage-Durchschnitt stehen, ist der Markt überhitzt, und Gewinnmitnahmen bieten sich an.

 

Was wirklich wichtig ist

Was bleibt unterm Strich? Sorgen und Unsicherheit – für den Anleger von heute eigentlich nichts Neues. Kurzfristig dürften die erneute Anhebung der Schulden-Obergrenze in den USA und die Lösung der Fiskalklippe noch einmal für einen Kurssprung bei den Dividendenwerten sorgen. Da dieses Szenario aber bereits zum Teil auch eingepreist ist, heißt es wohl recht bald zu Jahresbeginn: Buy the rumors, sell the fact (bei Gerüchten kaufen, bei Fakten verkaufen). Der Rückschlag dürfte aber nicht sehr stark ausfallen, solange die monetären Impulse als Haupttriebfeder der Aufwärtsbewegung Rückenwind geben. Mittelfristig stehen positive Faktoren wie Anlagenotstand, Mittelzuflüsse und reichlich Notenbankliquidität der schwelenden Euro-Krise und Sorgen vor einem Abschwung in den USA und China gegenüber. Je nachdem wie sich die US-Inflationsrate und die Arbeitslosenquote entwickeln, könnten von der nächsten Fed-Zinssitzung am 30. Januar neue Impulse ausgehen. In Europa dürften die Politiker im Februar die Luft anhalten, wenn in Italien die vorgezogenen Parlamentswahlen abgehalten werden. Setzen sich in Rom oder auch den anderen Krisengebieten Parteien durch, die einen Euro-Austritt befürworten, droht den Börsen Ungemach. Bleibt es an den Bond-Märkten aber ruhig und wird Kapital aus sicheren Häfen abgezogen, sind die Chancen für eine Fortsetzung des seit knapp vier Jahren anhaltenden Bullenmarktes nicht schlecht. Es wäre daher nicht überraschend, wenn die richtungsweisenden US-Märkte im kommenden Jahr die typische Entwicklung eines Nachwahljahres aufweisen.

 

Lohnenswert ist es auch, immer über den Tellerrand zu schauen – Stichwort Märkte in Fernost. Der Nikkei und Shanghai Composite liefen in den vergangenen Wochen sehr gut und könnten auch 2013 zu den Favoriten werden.

Aber das sind alles Themen, die uns im nächsten Jahr beschäftigen werden. Nutzen Sie die Weihnachtstage lieber für das, was wirklich wichtig ist im Leben: Familie und Freunde. Die Börse und der DAX werden es Ihnen nicht übel nehmen.

Ich wünsche Ihnen schöne Feiertage und einen guten Start in das Jahr 2013

Mit besten Grüßen

Franz-Georg Wenner

 

Posted in: Marktanalysen

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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