By 28. Januar 2013 Read More →

Bei RWE droht die nächste Verkaufswelle

Während der DAX auf ein Fünfjahreshoch stürmt und die Bullen jubeln, bleibt die Stimmung bei den Aktionären von RWE mies. Nach einer erneuten Verlustwoche äußerte sich nun die SocGen zu den Aussichten. Der Energieversorger im Analysten- und Chart-Check.

Die Performance-Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im laufenden Jahr beläuft sich der Abschlag bereits auf zehn Prozent. Selbst für den Düsseldorfer Konkurrenten E.ON lief es an der Börse in den vergangenen vier Wochen etwas besser – die Verluste liegen bei rund sieben Prozent. Im DAX-Ranking sind beide Werte damit klar auf den Abstiegsrängen zu finden. Platz 28 geht mit einem Minus von knapp fünf Prozent an ThyssenKrupp.

Vor allem von Analystenseite hagelte es zuletzt fast nur Verkaufsempfehlungen, wie die Übersicht seit Mitte Januar zeigt.

Lediglich AlphaValue hält nach dem Abverkauf den Titel für attraktiv bewertet und empfiehlt den Einstieg mit Kursziel 36,50 Euro. An der Gesamtbilanz ändert dies freilich nur wenig. Das durchschnittliche Kursziel der jüngsten Studien liegt bei rund 29 Euro und damit ungefähr auf dem aktuellen Niveau.

 

Chancen – aber nicht für alle

Wenn das Sentiment für eine Aktie aber so deutlich ausfällt, lohnt es sich häufig, die Aussichten für ein antizyklisches Investment auszuloten. Natürlich sind Spekulationen gegen den mittel- und langfristigen Trend immer mit großen Risiken behaftet. Wer aber mit Money-Management diesen Herausforderungen begegnet und einsteigt, kann früh bei einem möglichen Turnaround dabei sein. Aber ist die Aktie auch aus charttechnischer Sicht reif für eine Gegenbewegung?

 

Gute Orientierungspunkte zur Bestimmung von Stopp- und Zielkursen liefert im mittelfristigen Zeithorizont der Tageskursverlauf. Im Gegensatz zu vielen anderen Blue Chips ist die Aktie von RWE sogar überverkauft – ein erstes hoffnungsvolles Zeichen. Allerdings kann dieser Zustand durchaus über mehrere Wochen anhalten, zumal sich auch bei trendfolgendenden Indikatoren wie dem MACD noch keine Kaufsignale abzeichnen. Für die kommenden Tage gilt es, den Kursbereich um 27,90 Euro im Blick zu behalten. Auf diesem Niveau endete im vergangenen Jahr eine knapp drei Monate anhaltende Abwärtsbewegung. Sollte die Aktie hier keinen Halt finden, muss mit weiteren Verlusten von rund sieben Prozent bis auf 26 Euro gerechnet werden. Hier verläuft eine seit August 2011 bestehende waagerechte Unterstützung, die bereits mehrfach von oben getestet wurde und eine erhöhte Signifikanz hat. Auch das bisherige Umsatzvolumen unterstreicht die Bedeutung. Für Schnäppchenjäger eine interessante Einstiegsgelegenheit, denn das Risiko kann mit einem engen Stopp auf Tagesschlussbasis bei rund 25,40 Euro sehr eng begrenzt werden. Zielbereiche wären in diesem Szenario die ehemalige Unterstützung bei 27,90 Euro sowie darüber eine innere Abwärtstrendlinie, die aktuell bei rund 30 Euro verläuft. Fällt die Aktie hingegen unter 25 Euro, rückt sofort das Neunjahrestief bei 21 Euro auf die Agenda. Eine gute Chance für Short-Spekulationen, vor allem wenn auch der breite Gesamtmarkt zu Schwäche neigen sollte.

 

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Auf Wochensicht und damit im längerfristigen Zeithorizont stellt der markante Widerstand um 35/36 Euro eine sehr hohe Hürde für die Aktie dar. Bereits im vergangenen Jahr konnte auf diesem Niveau eine starke Verkaufsbereitschaft ausgemacht werden. Zusammen mit dem langfristigen Abwärtstrend, der aktuell bei rund 33,50 Euro verläuft, ist der Wert hier nach oben gedeckelt. Wer an den Märkten lieber etwas vorsichtiger agiert, sollte die RWE-Aktie somit nach wie vor meiden. Erst ab einem Wochenschluss oberhalb von 37 Euro hat der Wert einige wichtige Hürden genommen, die eine weitere Aufwärtsbewegung begünstigen sollten.

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Posted in: Aktien

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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