By 4. März 2014 Read More →

Russland, Brasilien und der Dow – Charts mit viel Potential

In der Ukraine bzw. auf der Krim hat sich ein neuer „Krisenherd“ entwickelt, der den Konflikt internationalisieren könnte. Bis jetzt hat das die Wall Street kalt gelassen. Die Trends bleiben intakt. Bei den BRIC-Staaten hingegen stehen neue Entscheidungen an. Und auch bei GBP/USD.

Wie Sie es aus den vergangenen Monaten gewohnt s zum Ultimo wieder die bewährte Hausmannskost in Form des Monatscharts des Dow Jones.

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Das Ihnen ja bekannte, riesige charttechnische „Megaphon“ ist unverändert intakt. Erkennbar ist aber auch, dass der Abstand zur im Frühjahr 2009 gestarteten Aufwärtstrendgeraden nicht gerade üppig bemessen ist. Und an dieser Linie wird sich entscheiden, ob und wann die Wall Street die nächste Abwärtsbewegung einleitet, die dann „auf Sicht“ ein Baissepotential bis zur unterem Begrenzung des „Megaphons“, alternativ aber zumindest bis in die Reichweite der 10.000er Marke hätte. Dass sich heute so gut wie niemand einen dermaßen weit reichenden Baisseschub vorstellen kann, spricht aus sentimenttechnischer Sicht eher für als gegen ihn. Und:

Quelle: markt-daten.de

Quelle: markt-daten.de

Der Blick auf den Chart sollte eigentlich ausreichen, um zu erkennen, zu was die Börse fähig ist – nach oben wie nach unten. FED-Chefin Janet Yellen hat am Donnerstag vor dem Kongress klargestellt, dass die Notenbank ihren Ausstieg aus dem Anleihekaufprogramm fortsetzen wird. Da sollten sich die Haussiers, die in den letzten Jahren die ultraleichte Geldpolitik der Federal Reserve notgedrungen zum alleinigen Mantra der Aufwärtsbewegung hochstilisiert haben, wirklich einmal fragen, ob es so klug ist, den Fortfall ihres einzigen Argumentes heute für bedeutungslos zu erklären. Sicher:

Die Zinsen werden jetzt nicht „wenden“, das haben sie längst getan. Wichtiger ist der Umstand, dass die US-Wirtschaft seit dem Start der faktischen Nullzinspolitik zur Jahreswende 2008/2009 entgegen aller Beteuerungen und Statements keinen sich selbst tragenden Aufschwung zustande bringen konnte. Aber:

Auch auf dem derzeitigen Niveau sind die am Rentenmarkt zu erzielenden Renditen noch dermaßen mickrig, dass sie keinen vernünftigen Anleger aus der Reserve locken können. Und Anleihekäufe sind angesichts der angekündigten moderaten Verschärfung der Geldpolitik durch die FED natürlich auch vom Risiko fallender Kurse bedroht. Da bleiben für die Kapitalanlage nicht mehr viele Alternativen. Sicher:

Der „kleine Mann“ in den USA spielt als Aktienkäufer nur eine kleine Rolle. Der sgn. Gini-Koeffizient für die USA liegt jedoch bei 0,87. Er misst, wie groß die Unterschiede zwischen Arm und Reich in einem Land sind. Und je näher er bei eins liegt, um so größer sind sie. An der Wall Street haben wir es daher mit einer echten „Rallye der Reichen“ zu tun. Und solange diese Klientel kauft, wird die Hausse andauern.

Was die weniger gut Betuchten betrifft, will man an der Aufwärtsbewegung natürlich ebenfalls partizipieren. Und wem dafür das Kapital fehlt oder weg ein bestehendes Depot beleihen und dann weitere Aktien kaufen möchte, für den gibt es die Wertpapierkredite.

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Wie Sie wissen, weisen Wendepunkte dieses Indikators eine nahezu hundertprozentige Übereinstimmung mit den wichtigen Hochs und Tiefs der Wall Street auf. Und die abgelaufene Woche ließ sich nicht lumpen. Denn nach drei Wochen Stillstand in Folge machte die Nachfrage nach Börsenkrediten nun wieder einen regelrechten Satz nach oben. Und das zeigt sich auch in den Umsätzen, die in der vergangengen Woche, abgesehen natürlich von den Wochen mit den großen Verfallterminen der Futures und Optionen, den höchsten Stand seit Sommer letzten Jahres erreichten.

Die Hausse bleibt also intakt. Vor dem Hintergrund des „Phantom-Aufschwungs“ der US-Wirtschaft ist das natürlich ein durchaus riskantes Spiel, dessen vermutlichen Ausgang wir alle kennen. Aber solange der Trend intakt ist, sollten bestehende Longpositionen auf Aktien einfach gehalten und mit einem sgn. trailing stop geschützt werden, was bedeutet, dass die Gewinnabsicherung bei Kursgewinnen sukzessive nachgezogen wird. Für den Put-Einstieg gibt es momentan noch keine Argumente. Das würde sich ändern, falls der Dow Jones auf Wochenschlusskursbasis unter die im Frühjahr 2009 gestartete Aufwärtstrendlinie zurück fiele.

BSE Sensex: Ex oder hopp

Anleger, die auch gerne schon einmal zu etwas Exotischerem wie etwa Aktien aus den sgn. BRIC-Staaten greifen, sollten auf der Hut sein. In Brasilien und China sind die Hochs schon lange Geschichte. Und der nächste Wendekandidat könnte nun der indische Aktienindex werden. Sehen Sie sich diesen Chart an:

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Da muss es jetzt zwangsläufig zur Entscheidung kommen. Denn entweder gelingt dem BSE Sensex jetzt der Ausbruch aus dem aktuellen „Dreifachhoch“ oder aber der Kurs unterkreuzt die seit 2003 etablierte Aufwärtstrendgerade. In diesem Falle würde der Kurs vermutlich eine massive Abwärtsbewegung einleiten. Ebenso wie in Brasilien spielt hier sehr viel Auslandskapital mit. Und das flieht bekanntermaßen so schnell, wie es gekommen ist. Bis zur Entscheidung kann es nicht mehr lange dauern. Wer hier engagiert ist, muss Stopps setzen!

RTX: Der Blick auf die Krim

Die Börse des Vierten der „BRIC“-Staaten, Russland, sieht momentan ebenfalls etwas „prekär“ aus. Dass die Kurse vom Allzeithoch aus betrachtet bereits rund die Hälfte eingebüßt haben, ist ja noch kein hinreichender Grund für weitere Kursverluste.

Die stehen jedoch vermutlich ins Haus, falls sich die derzeit unübersichtliche Lage in der Ukraine und insbesondere auf der Krim weiter zuspitzen sollte. Interveniert Moskau in größerem Ausmaß, wird das wirtschaftliche Konsequenzen haben. Und treffen bereits den russischen Aktienindex in einem charttechnisch fragil wirkenden Augenblick. Die nächste Zielmarke liegt nun bei 1.200. Und anders als beim BSE Sensex stehen uns ja hier durchaus brauchbare Vehikel für eine entsprechende Position zur Verfügung.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Devisen: GBP/USD im Ausbruchsbereich

Schon in der letzten Woche hatte ich Sie auf das Währungspaar GBP/USD hingewiesen. Jetzt scheint die Sache langsam spruchreif zu werden. Denn auch hier haben wir es aktuell mit einem charttechnischen Dreifachhoch zu tun. Oder anders ausgedrückt:

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Der Kurs hat sich nun wieder an den alten Widerstand vorgebarbeitet. Kann er diese Hürde bezwingen, steht wahrscheinlich wieder eine jener kräftigen Aufschwungphase bevor, von denen der Chart ja viele zeigt.

Ich für meinen Teil habe mich auf jeden Fall zur den Call-Einstieg vorbereitet. Interessant werden dürfte das Britische Pfund aber auch im Umfeld der Europawahlen. Denn sollte sich eine Stärkung europakritischer Kräfte abzeichnen, käme das zweifellos auch dem Pfund zugute. Aber alles zu seiner Zeit.

ZUSAMMENFASSUNG

An der Wall Street bleibt der Aufwärtstrend intakt. Intakt bleibt aber auch das potentiell bearishe charttechnische „Megaphon“ im Monatschart.  Ausschlaggebend für den jederzeit möglichen Beginn einer größeren Abwärtsbewegung ist die im Frühjahr 2009 gestartete Aufwärtstrendlinie. Erst einmal aber bestätigen Umsätze und auch die Nachfrage nach Börsenkrediten den bestehenden Haussetrend.

Wirtschaftsentwicklung und Börsenkurse haben sich allerdings mittlerweile in den USA dermaßen weit auseinander entwickelt, dass alle Positionen ohne Wenn und Aber mit gewinnschätzenden Stopps abgesichert werden sollten.

Nach den bereits massiven Verlusten in China und Brasilien ist nun auch für die Aktienindizes Indiens und Russlands die Stunde der Entscheidung gekommen. Kippen auch hier die Trends, stehen alle über Jahre hinweg als Hoffnungsträger gefeierten BRIC-Börsen auf der Verkaufsseite. Und das wird auch an der Wall Street nicht spurlos vorüberziehen.

Im Währungsbereich gilt es, GBP/USD im Auge zu halten, wo sich ein neuer Aufwärtsschub in der Pipeline befindet. Und spätestens zum Termin der Europawahlen im Mai werden wird auch den Euro wieder ins Visier nehmen.

Viel Erfolg und beste Grüße!

Axel Retz

About the Author:

Axel Retz ist seit über 25 Jahren als Chefredakteur von Börsenmagazinen und Börsendiensten tätig und betreibt das Portal private-profits. Konservative Anleger finden dort seit Jahren bewährte, treffsichere Strategien zur Outperformance der Märkte in Hausse- und Baissephasen. Aggressivere Trader finden alle notwendigen Tools, um mit kleinem Einsatz kurzfristige Gewinne zu erzielen. „Phasen, in denen sich keine Gewinne erzielen lassen, das sind die Seitwärtsmärkte. Aber sie sind nichts anderes als Unterbrechungen im Trendverhalten. Technische oder fundamentale Analyse? Für mich macht es die Mischung!“

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