By 12. November 2015 Read More →

Rohstoffe und EUR/USD haben geliefert, nun folgt der DAX

„Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“ Eine schöne Erkenntnis Albert Einsteins, von der die allermeisten Notenbanker dieser Welt und erst recht die schnürfreudigen Troikaner der Griechenland-Rettungspakete noch nie etwas gehört haben.

Wer der Ansicht ist, schuldeninduzierte Probleme durch noch mehr Schulden lösen, eine marode Wirtschaft durch Unterminierung der Kaufkraft auf den Wachstumskurs bringen und die Konjunktur allein durch niedrigste Zinsen zu Investitionen veranlassen zu können, dessen Kenntnisse von Wirtschaft sind, falls denn überhaupt vorhanden, theoretischer Natur.

Wer aber seinen Kurs trotz immer wieder aufs Neue bestätigter Wirkungslosigkeit oder sogar schädlicher Auswirkungen für das Beabsichtigte bar jeder Einsichtsfähigkeit stur fortsetzt oder sogar noch forciert, der ist das, was nach Albert Einsteins Definition „wahnsinnig“ bedeutet. Nun aber haben sich die Damen und Herren in eine Lage hineinmanövriert, aus der es kein Zurück mehr gibt. Wie übrigens auch die Kanzlerin in der Flüchtlingsfrage. Bei beidem wurden Verträge und Gesetze gebrochen, dass sich die Balken biegen.

„Wahnsinn bei Großen darf nicht ohne Wache gehn“, heißt es bei Shakespeares Hamlet. Das tut er auch nicht mehr. Deutschland ist nach Jahrzehnten eines politischen Dämmerzustands dabei, sich extrem zu politisieren, wobei ich mit extrem auch die politischen Richtungen meine. Die Gefahr, dass nicht oder nur unzureichend informierte Kreise hier einen Eklat vom Zaun brechen, ist unverkennbar. Wichtiger wäre es, wenn irgendein politisch reiner Kopf endlich einmal Klartext sprechen und die Verantwortlichen für das Desaster an unseren Grenzen benennen würden. Bis jetzt sehe ich das nur ganz offen bei Oskar Lafontaine (DIE LINKE) https://www.youtube.com/watch?v=U9v0585sA0Q. Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

Was die Notenbanken betrifft, ein letzter Hinweis: Sowohl die EZB als auch die US-Notenbank konstatierten in der abgelaufenen Woche einen hoffnungsvolle, aber noch nicht stabile Wirtschaftsentwicklung und kommen damit zur selben rosa gefärbten Diagnose, verordnen aber komplett gegensätzliche Medikationen. Während die EZB auf expansive Geldpolitik setzt, die man womöglich nun im Dezember in „hyperexpansiv“ verwandeln wird, ist die US-Notenbank davon überzeugt, dass es genau dann an der Zeit sei, die Zügel anzuziehen. Mindestens eine Notenbank macht also definitiv einen Fehler. Das müssten sogar diejenigen erkennen, die nicht der Ansicht sind, dass beide Notenbanken den Karren längst so tief in den Dreck gefahren haben, dass es eh egal ist, wer nun wann was tut oder nicht tut.

Und wenn sie nicht gestorben sind …

„Wenn Du intelligente Kinder willst, lies ihnen Märchen vor. Wenn Du noch intelligentere Kinder willst, lies ihnen noch mehr Märchen vor.“ Auch das hat Albert Einstein gesagt. Irgendwie muss das Bureau of Labor Statistics dieses Zitat falsch verstanden haben. Denn mit den gestern veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten wurde nicht Kindern, sondern vermeintlich nüchtern denkenden Anlegern wieder einmal ein wunderschönes Märchen aufgetischt.

Mit 271.000 neu geschaffenen Stellen wurden die Erwartungen der sgn. Experten um Längen geschlagen, die Arbeitslosenquote gab auf 5,0 Prozent nach.

Hätte man dem Bureau of Labor Statistics die aktuellen Rohdaten des Arbeitsmarktes 1994 vorgelegt, hätten die Statistiker daraus eine Ar-beitslosenquote von 22,8 Prozent berechnet. Aber seitdem werden Menschen, die „dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen“, aus der Berech-nung herausgehalten. Und wer zu dieser Gruppe zählt, das definiert man sich so zurecht, wie man mag. John Williams von www.shadowstats.com haben wir es zu verdanken, dass er diesen faulen Zauber Monat für Monat offenlegt. Noch etwas sollte aber gesehen werden:

Gerade die Daten vom Arbeitsmarkt hinken der aktuellen Entwicklung drei bis sechs Monate hinterher. Denn natürlich werden Arbeitnehmer nicht binnen Tagen oder Wochen eingestellt oder gefeuert, wenn sich mal kurzfristig die Auftragslage verändert. Was bedeutet: Die überraschend starke Zahl von 271.000 angeblich neu geschaffenen Stellen (Prognose +180.000) reflektiert die Belebung des Frühjahrs bis hin zu Juni und Juli. Den momentanen Abstieg des Wachstums in den USA (und hierzulande) werden die Arbeitsmarktdaten erst in bei den Daten zum Dezember oder Januar widerspiegeln.

Und darauf will die Federal Reserve nun wirklich eine Zinswende begründen? Da dürfen wir gespannt sein. Sollte sie es wirklich tun, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder sie nimmt den Zinsschritt ganz schnell wieder zurück oder aber sie stellt ihm ein neues Quantitative Easing-Paket zur Seite. Andere Möglichkeiten gibt es nicht.

Rogers Commodity-Index: Neues Tief!

Im Gegensatz zu den Arbeitsmarkdaten, die spät auf konjunkturelle Veränderungen reagieren, sind die Rohstoffpreise eher als Frühindikatoren zu bezeichnen. Denn Rohstoffe ordern die Unternehmen entlang den Vorgaben ihrer Auftragsbücher, in denen sich abzeichnet, wohin die Reise geht.

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In dieser Woche ist es nun passiert: Auf Basis der Wochenschlusskurse ist der Rogers Commodity-Index unter sein Tief von März 2009 gefallen. Und das zu einem Zeitpunkt, wo die OECD, EZB und Federal Reserve den Aufschwung propagieren. In den Auftragsbüchern der Unternehmen scheint sich davon offensichtlich nichts widerzuspiegeln.

Ähnlich desolat wie der Rohstoff-Index sieht auch der Baltic Dry-Index aus, der den Preis für den Schiffstransport von Massenfrachtgütern misst. Auch wenn hier die Überkapazitäten der Reedereien mit hineinspielen, kann der Rückgang von 53,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr damit nicht erklärt werden. Die Entwicklung der Rohstoffpreise und der Frachtraten spricht eindeutig für einen wirtschaftlichen Kontraktionsprozess, gegen den sich die Aktienmärkte im Vertrauen auf eine Fortsetzung der ultraleichten Geldpolitik gefeit fühlen. Noch!

Rohöl: Vor dem Startschuss

Bis jetzt hat sich die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran noch nicht im Ölpreis niedergeschlagen, obwohl das Land über die weltweit viergrößten Ölreserven und sogar die zweitgrößten Gasreserven verfügt. Grund: Die Wiederanlaufzeit der zu einem Großteil brachliegenden Fördertechnik dauert viele Monate und erfordert ausländisches Know-how.

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Hinzu kommt, dass Saudi Arabien den Ölhahn immer weiter aufdreht – vermutlich in der Absicht, die erforderlichen Auslands-Investments im Iran wegen eines niedrigen Ölpreises weniger lukrativ erscheinen zu lassen und damit, wenn schon nicht zu verhindern, dann doch hinauszögern zu können. Für Öl-Puts bedeutet das eine Win-Win-Situation, egal wer für die den Preis drückende Angebotsausweitung verantwortlich ist. Es bleibt also dabei: Fällt der Barrelpreis der Sorte Brent unter sein letztes Tief zurück, winkt ein Absturz in Richtung der Marke 30 US-Dollar. Es lohnt sich also, die Entwicklung im Blick zu behalten!

DAX: Fast am Ziel

Nun wird es beim Deutschen Aktienindex wieder spannend, vor allem für all jene, die den Markt nicht nur fundamental, sondern auch charttechnisch angehen. Denn der Ihnen in den letzten Wochen hier mehrfach präsentierte Widerstand bei knapp über 11.000 Punkten wurde zum Wochenschluss fast erreicht.

An dieser Marke kreuzen sich der 200 Tage-GD (im abgebildeten Wochenchart als GD40 dargestellt) und die vom Allzeithoch ausgehende Abwärtstrendlinie. Das heißt: Hier wird sich weisen müssen, wie groß das Vertrauen in die Problemlösungskompetenz der EZB denn wirklich ist oder ob die Anleger eher befürchten, dass sich eine ausschließlich liquiditätsbasierte Hausse auf Dauer nicht durchhalten lassen wird, wenn die wirtschaftlichen Fakten nicht zu den hohen Aktienkursen passen.

Mit hineinspielen in diese Überlegungen dürfte bald auch das Flüchtlingsthema – siehe meine Ausführungen der vergangenen Woche. Die Flut der „hochqualifizierten“ Akademiker und Facharbeiter, die doch eigentlich jedem wirtschaftlich schlechter als Deutschland da stehenden EU-Land hochwillkommen sein sollte, will man dort nicht haben. Merkel allein zu Haus.

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Dass das Thema jederzeit eskalieren und dann den Ruf Deutschlands als sicherer Wirtschaftsstandort ruinieren kann, belegt der folgende Link, der im Ausland gewiss nicht unbemerkt geblieben ist: http://www.focus.de/regional/duesseldorf/staatsschutz-ermittelt-allah-plakat-ueber-der-a46-eure-kinder-werden-allah-beten-oder-sterben_id_5064607.html. Ob das nun von Islamisten kommt oder aber gerade nicht, ist irrelevant: Noch mehr dieser oder herberer Art, und Investoren werden ans Grübeln kommen – wenn sie es nicht längst tun.

EUR/USD: Wie erwartet

Zu EUR/USD hatte ich Ihnen zuletzt geschrieben, dass die Kurserholung am seidenen Faden hinge und die Chance eines neuen Abwärtsschubs unverkennbar wäre.

Nun sind die Würfel gefallen. Flankiert von einem interessanterweise genau an der Nulllinie zustande gekommenen, neuen Verkaufssignal des MACD hat der Kurs die Aufwärtstrendlinie der Gegenbewegung nach oben nach unten durchbrochen.

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EUR/USD dürfte neue Tiefs vor sich haben. Machen Sie etwas daraus!

297 : 1 – das wohl chancenreichste Gewinnspiel des Jahres!

In der vergangenen Woche hatte ich alle Leser, die sich für meine allwöchentlichen, kostenfreien pp-Newsletter erkenntlich zeigen und damit auch noch eine Reise im Wert von 3.000 Euro gewinnen wollen, um eine Spende für den von mir ins Leben gerufenen Förderverein der KiTa Auenzwerge e. V. gebeten.

Die Verlosung der Reise (auch in bar auszahlbar) wird am 1. Dezember um 10:00 Uhr in der Bayreuther Notarkanzlei Dr. Harald Franz und Markus Eberl stattfinden.

Mit einer Spende von 20 Euro sichern Sie sich Ihren Platz in der Lostrommel, mit 40 Euro verdoppeln Sie Ihre Chancen, mit 60 Euro sind Sie dreimal im Ziehungspool präsent usw.. Wie mir unsere Kassenführerin Heidi Rhau gestern mitteilte, befinden sich bis jetzt 297 Lose im Topf. Wenn Sie ein Gewinnspiel mit besseren Chancen finden sollten, lassen Sie es mich wissen. Hier die Daten:

Förderverein KiTa Auenzwerge e.V.

Konto: 38075321

BIC BYLADEM1SBT

IBAN DE63 7735 0110 0038 0753 21

Bis zu einer Höhe von 200 Euro erkennen die Finanzämter gemeinnützige Spenden in der Regel allein durch Vorlage eines Zahlungsbelegs an. Wenn Sie dennoch eine Spendenbescheinigung benötigen, wenden Sie sich bitte per E-Mail an die Kassenführerin unseres Fördervereins: rhau@sigikid.de

Wie werden Sie benachrichtigt, falls die notarielle Glücksfee Sie als Gewinner ziehen sollte? Ganz einfach: Über Ihre Überweisung sehe ich Ihren Namen und Ihre Kontoverbindung. Hier im Newsletter wird der glückliche Gewinner dann mit seinen Initialen und den ersten und letzten Ziffern seiner IBAN bekannt gegeben. Natürlich wird ihm/ihr auch das notarielle Ziehungsprotokoll zugehen. Ihnen viel Glück – und herzlichen Dank an alle bisherigen Spender!

Viel Erfolg und beste Grüße!

Axel Retz

 

About the Author:

Axel Retz ist seit über 25 Jahren als Chefredakteur von Börsenmagazinen und Börsendiensten tätig und betreibt das Portal private-profits. Konservative Anleger finden dort seit Jahren bewährte, treffsichere Strategien zur Outperformance der Märkte in Hausse- und Baissephasen. Aggressivere Trader finden alle notwendigen Tools, um mit kleinem Einsatz kurzfristige Gewinne zu erzielen. „Phasen, in denen sich keine Gewinne erzielen lassen, das sind die Seitwärtsmärkte. Aber sie sind nichts anderes als Unterbrechungen im Trendverhalten. Technische oder fundamentale Analyse? Für mich macht es die Mischung!“

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