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By 7. Februar 2019 Read More →

P&F-Check: Der Druck im Kessel steigt

Obwohl die globalen Indizes kurzfristig eine Verschnaufpause verdient haben, bleiben die Anleger übergeordnet im Vorteil. Darauf deuten übrigens nicht nur die Indikatoren des inneren Marktes, sondern auch die nach wie vor skeptische Stimmung der Anleger. Passen dazu hat der DAX seinen Abwärtstrends entsprechend der P & F Technik überwunden.

Liebe Anlegerinnen und Anleger,

ganz bestimmt erinnern Sie sich noch mit einem Frösteln an die gruselige Verfassung der globalen Börsen vor genau einem Jahr. Damals schmierten die US-Indizes wie von Zauberhand gelenkt um etwa 8 % nach unten ab und erlebten einen der gewaltigsten Tagesverluste ihrer Geschichte. Ursächlich dafür war der kurz vorher veröffentlichte sehr positive Arbeitsmarktbericht und die daraus folgende Angst vor Zinssteigerungen vor dem Hintergrund der damals ungewöhnlich geringen Volatilität.
Obwohl damals die Konjunkturaussichten noch sehr günstig waren, erholten sich die Indizes von diesem Schock bis heute nicht mehr. Vor allem unser global stark vernetzter DAX hinkt seither als glasklarer Underperformer der New Yorker Börse hinterher.

Heute stellt sich die Situation genau umgekehrt dar, denn mittlerweile zeigen die Frühindikatoren mehrheitlich nach unten und die gute Stimmung ist verflogen. Die Konjunkturinstitute haben ihre Schätzungen nach unten revidiert, während die Firmengewinne abbröckeln und die Vorstände ihre  Ausblicke nach unten schrauben.

Erneut hat sich der Aktienmarkt als exzellenter Konjunkturindikator erwiesen, indem er auf dem Höhepunkt der Konjunktur den Rückzug antrat. Ganz typisch ist die Stimmung der Anleger mit den Kursen in den Keller gerauscht – oder sogar noch schneller.

Mittlerweile ist es Konsens, dass wir kein gutes Börsenjahr erleben werden. Die Crashpropheten des Jahreswechsels sind heute davon überzeugt, dass sich die globalen Indizes genau jetzt auf ihrem Jahreshöchstkurs befinden und bald wieder ihren übergeordneten Abwärtstrend fortsetzen.
Allerdings sprechen die Indikatoren des von mir verfolgten inneren Marktes eine ganz andere Sprache – egal wie sich die Konjunktur entwickelt. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sich die Erholung der globalen Börsen nach einer sicherlich notwendigen Atempause fortsetzt.

DAX marschiert in Richtung 11.600

Typischerweise ist derzeit die charttechnische Situation viel besser als die Stimmung. Dies gilt auch für unseren DAX, obwohl der relativ betrachtet bereits seit Monaten viel schwächer als die -US Börse tendiert. Bitte beachten Sie diesbezüglich, dass Jahre mit schlechter Konjunktur, ja sogar Rezessionsjahre, grundsätzlich gute Börsenjahre sind. Aktienkurse haben nämlich die unangenehme Eigenschaft, fast exakt auf dem konjunkturellen Hoch nach unten zu drehen. Umgekehrt stürmen sie aber genau dann wieder nach oben, wenn die Nacht am dunkelsten ist und die Stimmung entsprechend depressiv.

Insofern sollten wir uns nicht zu sehr über den positiven Grundton im DAX aus Sicht der P & F Technik wundern. Die vergangenen Monate waren wieder einmal ein gutes Beispiel dafür, wie stark die Emotionen der Investoren deren Anlageverhalten beeinflussen.

Jedenfalls hat der DAX das Kunststück vollbracht, sich aus Sicht der P & F Technik aus seinem  Abwärtstrend zu befreien. Dieser wird durch die wichtige negative Widerstandsgerade definiert, die allerdings Ende Januar bei 11.100 Punkten durchbrochen wurde. Dadurch ist nun die seit Anfang Januar existierende positive Unterstützungsgerade dominant.

Quelle: stockcharts.com

Bitte beachten Sie das wichtige mehrfache Kaufsignal, welches am Dienstag gebildet wurde. Aus irgendwelchen Gründen ist der „Punch“ der Käufer heute stärker als in der jüngeren Vergangenheit auf dem aktuellen Niveau. Deshalb wurden diese wichtigen Widerstände bei 10.950 und oberhalb von 11.150 ohne große Verzögerung geknackt.

Deshalb können wir davon ausgehen, dass der DAX relativ schnell bis an den wichtigen Widerstand des Zwischenhochs bei 11.600 laufen wird, wo ich eine Vorentscheidung erwarte. Sollten dort die Bullen die Oberhand behalten, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass nach einer gewissen Konsolidierung die Kurse bereits im Frühsommer den nächsten wichtigen Widerstand bei 12.300 erreichen werden. Auch wenn dieses Kursziel heute verrückt klingen mag, wäre dies überhaupt nicht ungewöhnlich und läge im Rahmen der Statistik.

Übrigens befänden wir uns auch in der Region von 12.300 Punkten für die klassischen Charttechniker nach wie vor bestenfalls in einem Seitwärtstrend und würden „nur“ das übliche Erholungspotenzial nach dem crashartigen Ausverkauf ausschöpfen. Da solche Gedankenspiele keinem Anleger nutzen, konzentriere ich mich auf die systematischen und emotionslosen P & F Charts.

Der innere Markt: kurzfristig extrem überhitzt

Die folgende Grafik zeigt Ihnen die Relation derjenigen an der New Yorker Börse NYSE notierten Aktien, die oberhalb ihres wichtigen gleitenden  50 –Tage- Durchschnitts notieren. Der Durchschnitt der vergangenen 50- Tage gilt als einer der wichtigsten Unterstützungen oder Widerstände der Charttechnik.

Die 50-Tage-Linie ist ein wichtiger Indikator, da viele institutionelle Manager nicht entgegen deren Verlauf handeln.

Wie die folgende Grafik zeigt, befindet sich dieser kurzfristig wichtige Risikoindikator weit oben in seiner extremen Zone bei 86 Prozent. Damit ist der jetzige Marktzustand ähnlich stark überhitzt, wie er am Jahreswechsel ausgebombt war.

Quelle: stockcharts.com

Bitte beachten Sie jedoch, dass ein extremer Marktzustand länger als von uns erwartet andauern kann. Ebenfalls ist es sehr wichtig zu wissen, dass ein Verkaufssignal erst dann entsteht, wenn eine negative 0-Spalte von oben kommend die wichtige Marke von 70 % überschreitet. Dies ist bisher noch nicht geschehen. Trotzdem rate ich im Augenblick davon ab, neue Positionen zu eröffnen und erst eine Beruhigung der globalen Indizes abzuwarten.

Aber Achtung, natürlich können sich die wichtigsten US- Indizes noch eine Weile „oben“ halten oder sogar noch etwas weiter ansteigen. Aber sehr wahrscheinlich ist dies nicht. Bitte Bedenken Sie, dass die Indikatoren des inneren Marktes in erster Linie Risikoindikatoren sind und beschreiben, ob derzeit eher steigende oder fallende Kurse vom Markt unterstützt werden. Die Indikatoren sind also keine „Timing-Indikatoren“, die meist ohnehin nicht funktionieren. Vielmehr geht es um Wahrscheinlichkeiten und die Frage, ob vor einem bestimmten Zeithorizont betrachtet wir Anleger oder „Mister Market“ im Vorteil ist.

Wenn Sie sich für die Philosophie des inneren Marktes und der P & F Charts interessieren, beachten Sie bitte auch meinen informativen wöchentlichen Info-Brief.

Viel Erfolg mit ihren Investitionen und herzliche Grüße aus dem Rheinland

Ihr Klaus Buhl

About the Author:

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

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