By 15. Dezember 2014 Read More →

Lufthansa – Höhenflug in 2015?

Etwas überraschend für viele Anleger waren die vergangenen Tage viel volatiler als erwartet. Sah es nach dem überraschend positiven US-Arbeitsmarktbericht und dem Hoch im DAX bei etwa 10.080 Punkten nach einem Durchmarsch für die Bullen aus. Inzwischen wurden deren Hörner dann doch noch etwas gestutzt.

Liebe Leserinnen und Leser,

Sehr interessant fand ich es zu beobachten, dass auf einmal der fallende Ölpreis auch Risiken für die Börsen beinhalten sollte – nicht nur die Chancen eines immensen Konjunkturprogrammes. Bekanntlich ist in den vergangenen Tagen der Preis für leichtes US-Öl auf knapp unter 60 $ gefallen, das geringste Niveau seit der Pleite der Lehman Bank im Jahre 2008. Die Ursachen dafür sehe ich vor allem in dem Preiskampf, mit dem die Saudis die Amerikaner davon abhalten wollen, Ihre Fördermenge dank Fracking und Horizontalbohrtechnik noch weiter zu erhöhen. Immerhin können sich die Scheichs diesen Preiskampf leisten und auch mit einem Ölpreis von 50 $ gut leben – im Gegensatz zu den anderen Produzenten auf der Welt.

Jedenfalls gehe ich nach wie vor davon aus, dass speziell wir Europäer einen sehr starken konjunkturellen Rückenwind im kommenden Jahr durch den fallenden Ölpreis erfahren werden. Vielleicht von der Ausnahme Norwegen einmal abgesehen, fallen mir in Europa nur Gewinner ein.

Wahrscheinlich wäre auch die starke Korrektur der Börsen im Oktober viel ausgedehnter und langwieriger ausgefallen, wenn wir einen höheren Ölpreis hätten. Auf jeden Fall ist es kein Zufall, dass das Ifo-Institut seine Wachstumsprognose für die deutsche Konjunktur im kommenden Jahr auf 1,5 % angehoben hat. Dementsprechend halte ich den allgemeinen Kursrückgang der vergangenen Tage auch für eine Nachkaufgelegenheit und keine Katastrophe.

Übrigens auch hinlänglich einer Weihnachtsrallye, die wir mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zwischen Ende Dezember und Anfang Januar erleben werden. Ja, ich glaube sogar, dass wir gegenwärtig eine gute Gelegenheit erleben, uns für das kommende Jahr 2015 zu positionieren.

Das Problem ist eben einfach nur, dass die meisten Anleger viel zu ungeduldig sind und manchmal auch zu ängstlich, sich gegen den Strom zu stellen.

Der Kranich fliegt unbeirrt

So ist es auch kein Zufall, dass heute und in den vergangenen Tagen die Aktie der Lufthansa praktisch ungeschoren blieb. Zu augenscheinlich ist hier der Vorteil, den die Fluggesellschaft durch den geringen Ölpreis hat. Vor allem natürlich, wenn die schon längst erworbenen Terminkontrakte mit höheren Preisen auslaufen.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Deutlich erkennen Sie im Chart die Umkehr- Formation zwischen etwa elf und 14 Euro. Nach dem schnellen Anstieg bremste zuletzt der markante Widerstand bei 15 €. Dieser wird auch von der nach wie vor fallenden 200 -Tage-Linie noch verstärkt. Auch die Markttechnik in Form des MACD konsolidiert derzeit auf hohem Niveau. Trotzdem gehe ich davon aus, dass die Lufthansa noch weiteres Potenzial hat und tippe auf ein Kursziel bei etwa 18 € im kommenden ersten Halbjahr. Deshalb erkenne ich im jetzigen Kursrücksetzer auch eine gute Chance, vielleicht in diesen Tagen zum letzten Mal unterhalb von 10.000 DAX-Punkten zu investieren.

Dies freut mich umso mehr, da wir bei der Lufthansa in meinem Premiumbrief fast zum Jahrestief zugegriffen haben und nach wenigen Wochen schon 23 % vorne liegen. Hier können Sie sich dazu informieren.

DAX relativ unbeeindruckt

Obwohl meiner Meinung nach die Lage besser als die Stimmung ist, sollten Sie jedoch beachten, dass die Börse immer nur ein Spiel mit der Wahrscheinlichkeit ist und wir jederzeit mit kurzfristigen Verzerrungen zu rechnen haben.

Gut erkennen Sie an diesem P & F Chart des DAX, dass die aufsteigende Unterstützungsgerade eindeutig intakt ist. Ebenfalls sieht man den aktuellen Angebotsüberhang im Umfeld der wichtigen Marke von 10.000 Punkten. Ähnlich wie im Sommer (Buchstabe 6 für Juni) sind hier die Käufer zunächst gescheitert. Aber wie angedeutet, nach der extremen Aufholjagd seit Mitte Oktober ist eine Ruhepause nicht ungewöhnlich. Die aktuelle Konsolidierung erkennen Sie an der 0-Spalte im rechten Bereich der Grafik. Hier sind gegenwärtig die Verkäufer in der Überzahl. Von einem neuen Verkaufssignal sind wir aber sehr weit entfernt, dieses würde sich erst bei 9.200 Punkten ereignen.

Bitte beachten Sie aber auch, dass eine 0-Spalte oberhalb der Trendgeraden sehr typisch ist und ganz einfach zur Börse dazu gehört. Ebenfalls ist es wichtig, dass das übergeordnete Projektionsziel bei fast unglaublichen 11.800 Punkten erhalten bleibt. Daran sieht man, dass gute Investments ein Marathon und kein Sprint sind.

Volatilität zieht wieder an

Da es bei Börsenprognosen weder „weiß“ noch „schwarz“ sondern nur Grautöne gibt, will ich Ihnen auch die steigende Volatilität zeigen (Hier die US-Börse). Möglicherweise steigt nämlich die Nervosität der Anleger im Vorfeld der FED- Sitzung, die in am Mittwoch stattfindet. Immerhin geht es hier um eine ganze Menge, nämlich um einen Hinweis auf den Zeitpunkt der nächsten Zinserhöhung.

Eine bewährte Methode, um die „Abgebrühtheit“ der Anleger darzustellen, ist die Schwankung der Kurse. Steigt die Volatilität, fallen die Kurse gewöhnlich und die Anleger denken vermehrt über Gewinnmitnahmen nach. Verstärkt sich dann die Bereitschaft, die eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen, wird die Ausgangstüre eng und die Volatilität als das Angstbarometer der Börse schießt nach oben.

Lange Zeit handelten wir hier auf tiefem Niveau. Nun aber steigt die Volatilität erstmals seit Wochen wieder an und deutet auf die steigende Nervosität der Anleger. Alleine in den vergangenen beiden Tagen sprang die Vola um 25 % nach oben. Was mir dabei vor allem nicht gefällt ist die Tatsache, dass wir ganz kurz davor stehen, die Widerstandslinie zu knacken. Dann könnte es mit der Vola noch ein wenig nach oben – und mit den Kursen noch etwas nach unten gehen. Darauf deutet auch das Projektionsziel, welches auf ein Niveau von etwa 36 deutet.

Vertraut man der Volatilität als Angstbarometer sollten sich Anleger noch ein paar Tage Zeit lassen, die Positionen aufstocken wollen.

Falls Sie Fragen an mich haben, oder einen unverbindlichen aber fairen Depotcheck wünschen, antworten Sie einfach direkt auf diese E-Mail oder rufen Sie mich an. Ich wünsche viel Erfolg mit ihren Investitionen.

Mit herzlichen Grüßen aus dem Rheinland,

Ihr Klaus Buhl

Posted in: Gastbeiträge

About the Author:

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

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