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By 3. Dezember 2012 Read More →

Luft holen für den Jahresendspurt

Nach der überraschend kräftigen Rally von 500 Punkten in nur zwei Wochen dürfte sich der DAX bald eine Pause gönnen. Spannend wird es auch auf anderen wichtigen Märkten – die Chart-Show für die KW 50.

DAX: Tausendmal berührt…

Trotz einer bereits sehr starken Performance von fast 20 Prozent seit Anfang Januar will es der DAX zum Jahresende noch einmal wissen. Genauer gesagt das Lager der Bullen. Nach inzwischen drei gescheiterten Anläufen in den vergangenen drei Monaten testet das Aktienbarometer mit aktuell 7460 Punkten erneut den als sehr robust einzuschätzenden Widerstandsbereich zwischen 7440 bis 7480 Punkten.

Eine Fortsetzung der dynamischen Entwicklung seit Mitte November wäre eine große Überraschung, denn auf dem aktuellen Niveau dürften viele Investoren ihre Buchgewinne realisieren. Wer hingegen noch nicht im Markt investiert ist oder untergewichtet, schaut sich die Lage von der Seitenlinie an und dürfte erst agieren, wenn der DAX mit einem Anstieg über 7480 / 7500 Punkte ein klares Kaufsignal liefert. Der im Tages-Kerzenchart am Freitag ausgebildete Shooting Star (Candle mit einem kleinen Kerzenkörper und einem langen oberen Schatten) auf Höhe des mittelfristigen Abwärtstrends zeigt deutlich die Marktunsicherheit. Auch der überkaufte Zustand einiger Indikatoren sowie die auf einem 5-Jahres-Tief liegende Volatilität (VDAX New bei 15,6 ermöglicht günstige Absicherung mit Puts) sprechen eher für eine Konsolidierung.

Nächstes Kursziel bei einem Anstieg per Tagesschluss über 7500 Punkte ist das 2011er-Hoch bei 7600 Zählern. Viel Luft nach oben ist somit nicht vorhanden und die bei einem Anstieg über 7500 Punkte von allen erwartete Rally könnte überraschend früh enden. Die Würfel fallen somit bei 7600 und nicht unbedingt bei 7500 Zählern.

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Anders als vor einem Monat muss es aber nicht zu einem scharfen Rücksetzer kommen. Bereits im Rahmen einer seitwärts- bis moderat abwärts gerichteten Entwicklung würde sich der überhitzte Zustand abbauen. Nach unten hin ist der DAX zudem gut abgesichert. Zwischen 7351 bis 7376 Punkten verläuft eine Kurslücke, die geschlossen werden könnte. Weitere Haltepunkte lassen sich zudem um 7320 Zählern (23,6 Prozent-Fibonacci-Retracement der Aufwärtsbewegung von 6950 bis 7445 Punkte), 7282  (55-Tage-Linie) und 7250 (38,2 Prozent-Fibonacci-Retracement) ausmachen. Sollte der DAX auch hier keine Gegenreaktion zeigen, müssen die Käufer spätestens bei 7200 Punkten (50 Prozent-Fibonacci-Retracement) wieder die Oberhand gewinnen, damit der Aufwärtstrend noch intakt bleibt.

 

Wer sich lieber etwas breiter aufstellt, findet im Euro Stoxx 50 eine ähnliche Situation vor. Auch hier ist der Index an einem entscheidenden Widerstand (2600 Punkte) angelangt, der kaum im ersten Anlauf überwunden wird.

 

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S&P 500: noch im Niemandsland

Ohne die Welt-Leitbörse an der Wall Street wird auch der DAX keine Jahreshochs erreichen. Anleger sollten daher auch immer den marktbreiten S&P 500 im Blick behalten. Zuletzt kämpfte sich das Aktienbarometer über die steigende 100-Tage-Linie, was positiv zu werten ist. Die zum DAX korrespondierende Widerstandsmarke (7500 und 7600) liegt beim US-Index bei rund 1430 Punkten. Um nicht in eine Bullenfalle zu laufen, sollten Anleger einen Tagesschluss von mindestens 1435 Punkten (knapp oberhalb der November-Intraday-Hochs, dem 76,4 Prozent-Fibonacci-Retracement und der 55-Tage-Linie) abwarten. Knackt der Index dieses Widerstandscluster, ist der Weg bis in den Bereich des Jahreshoch bei 1470 Zählern frei.

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Nach unten hat sich bei rund 1395/1400 Punkten eine veritable Unterstützung ausgebildet. Auch hier gilt: Kurse auf Tagesschluss sind entscheidend. Rund zehn Punkte tiefer findet sich noch die viel beachtete 200-Tage-Linie, wobei der gleitende Durchschnitt nicht punktgenau zu beachten ist.

 

Rohstoffe: Gefangen in der Range

 

Bei Gold und Silber ist der Glanz seit ein paar Monaten etwas erblasst. Beide Edelmetalle pendeln seit rund einem Jahr seitwärts und erfreuen somit nur die Herzen von Tradern, die gerne Rechtecke handeln. Oben verkaufen und short gehen und unten kaufen lautet das Motto. Wer für solche Spielchen keine Nerven hat, hält die kritischen Grenzen im Blick und steigt ein, wenn diese nachhaltig gebrochen werden.

Bei Gold springt ab Notierungen von 1800 Dollar/Unze die Börsenampel auf Grün, während Richtung Süden das Unterstützungsband bei rund 1520 bis 1550 verläuft. Das Risiko in einem Fehlausbruch zu laufen ist auf der Oberseite etwas geringer, da der Bereich deutlich schärfer definiert ist.

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Etwas anders ist die Lage beim kleinen Bruder Silber. Ausgezeichnete Short-Chancen mit Ziel 24 und später 20 Dollar ergeben sich, wenn der Kurs unter 26 Dollar fällt. Nach oben wäre neues Verlaufshoch mit Kursen von mehr als 35,40 Dollar bullisch zu werten. Anders als bei Gold ist aber nicht unbedingt eine Rally zu erwarten, wie der Fehlausbruch Ende Februar auf bis zu 37,50 Dollar zeigt.

 

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Wenig attraktiv erscheint derzeit auch Öl der Sorte Brent. Seit August ist das schwarze Gold zwischen 104 bis 114 Dollar gefangen. Immerhin lässt sich ein kurzfristiger Aufwärtstrend ausmachen, der für Druck auf der Oberseite sorgt. Ein Ausbruch aus der Range dürfte wohl nur mit einer korrespondierenden Entwicklung an den Aktienmärkten erfolgen.

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Fazit: So lange aus Washington keine klaren Signale für eine Lösung der bevorstehenden Fiskalklippe kommen, ist an den wichtigsten Märkten nicht mit neuen Kaufsignalen auf mittelfristiger Ebene zu rechnen. Werden die kritischen Marken aber überwunden, ist mit einer umso dynamischeren Bewegung zu rechnen.

Posted in: Indizes

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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