By 4. Januar 2013 Read More →

Gold-Rally erhält herben Dämpfer

Die US-Notenbanker haben einige Investoren gleich zu Jahresbeginn offenbar auf dem falschen Fuß erwischt. Vor allem der Goldpreis reagiert kräftig und fällt wieder unter die 200-Tage-Linie. Wie sind die weiteren Aussichten?

 

 

Für reichlich Gesprächsstoff sorgt das jüngste Protokoll der letzten Fed-Sitzung von Mitte Dezember. Demnach sind einige Mitglieder der Meinung, dass es angemessen sein könnte, das Programm zum Ankauf von Staatsanleihen zur Stützung der US-Wirtschaft deutlich vor Ende 2013 zu verlangsamen oder zu stoppen. Konkret könnten somit die derzeitigen monatlichen Wertpapierkäufe von insgesamt 85 Mrd. Dollar wesentlich früher eingestellt werden. Die damit einhergehende nachlassende Furcht vor einer anziehenden Inflation belastet am Freitag vor allem den Goldpreis. Das als Absicherung gegen Inflation geltende Edelmetall sackt bis zum Mittag um rund 1,7 Prozent auf 1632 Dollar je Feinunze ab. Dazu passt auch, dass die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs am Donnerstag mit 10,2 Tonnen den höchsten Tagesabfluss seit Ende Mai verzeichneten.

 

Für Gold trübt sich damit das Intermarket-Umfeld deutlich ein. 10jährige US-Anleihen ziehen heute kräftig an und stehen mit 1,95 Prozent auf dem höchsten Stand seit Anfang Mai vergangenen Jahres. Zusammen mit den Spekulationen um rückläufige Inflationsraten (Basiseffekt aus den hohen Ölpreis-Kursen vom Frühjahr 2012) steigt der Realzins, was tendenziell negativ für den Goldpreis ist.

 

 

 

Charttechnisch hat der Rücksetzer bisher keine Auswirkungen. Wie bereits mehrfach hier beschrieben dümpelt Gold seit Winter 2011 in einem rund 280 Dollar breiten Korridor zwischen 1520 bis knapp 1800 Dollar. So lange es hier nicht zu einem nachhaltigen Ausbruch auf der Ober- oder Unterseite kommt, sollten lediglich risikobereite Anleger mit entsprechend kurzfristigen Positionen ihr Glück versuchen. Dabei bietet es sich an, am unteren Ende der Spanne zu kaufen und ab Kursen um 1760 Dollar zu verkaufen (und ggf. short zu gehen). Alternativ offerieren auch Inline-Optionsscheine lukrative Renditen auf eine Seitwärtsentwicklung.

 

Spannend wird es im sehr kurzfristigen Bereich. Mit den heutigen Verlusten notiert Gold wieder klar unter der 200-Tage-Linie, die aber in der Vergangenheit nur einen eher geringen Einfluss auf den Kurs ausübte. Als robuster sollte sich die nächste Unterstützung zwischen 1620 bis 1635 Dollar erweisen. Geht es noch eine Etage tiefer, bietet noch ein schwacher Aufwärtstrend bei 1600 Halt. Südlich der runden Marke ist erst wieder an der Unterkante der Range bei 1520 / 1550 Dollar mit einer starken Nachfrage zu rechnen. Kurz- und mittelfristige Gold-Anleger sollten sich den 30. Januar im Kalender markieren. An diesem Tag findet die nächste Sitzung der Fed statt, auf der Notenbank-Chef Ben Bernanke die aktuellen Spekulationen vielleicht korrigieren wird.

 

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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