By 20. Februar 2014 Read More →

Gold, Griechenland, DAX – wachsam bleiben

Beim letzten Kursrücksetzer hatte ich Sie davor gewarnt, dieser Abwärtsbewegung zu vertrauen. Denn unsere Indikatoren sprachen gegen den Beginn einer größeren Korrektur. Und das tun sie auch heute noch. Dünner wird die Luft jedoch.

Ein geschätzter Leser dieses Newsletters schickte mir auf dem Postweg die ausgedruckte und orthografisch korrigierte Ausgabe vom letzten Samstag zu und fragte an, ob sich Fehler wie die markierten nicht vermeiden ließen. Theoretisch natürlich. Aber zum einen belasse ich es bei der Rechtschreibprüfung durch „Word“ und zum anderen weiß jeder, der viel schreibt, dass man eigene Texte x-mal selbst lesen kann, ohne der offenkundigen Fehler habhaft zu werden. Und einem Dritten am Samstagnachmittag die Aufgabe des Korrekturlesens zumuten mag ich auch nicht.

Außerdem bitte ich höflichst zu berücksichtigen, dass es mir im Abitur erst in der zweiten Nachprüfung gelang, meine Deutschnote vom Makel einer bösen Fünf zu befreien. Den nahe liegenden Gedanken, meine Mitmenschen später einmal durch zu Papier Gebrachtes zu quälen, gebar ich sonderbarerweise erst viel später. Dank der immensen Fortschritte der Pädagogik säße ich heute vermutlich unter einer „etwas“ höheren Dosierung von Ritalin beim Logopäden. Aber diese Gnade der „späten Geburt“ (Altkanzler Kohl) ist nun einmal nicht mehr nachholbar. So ist das Leben. Wer zu spät kommt und so weiter. Dennoch, lieber Herr R.: Ich danke für den Hinweis und werde mich bemühen!

Wall Street: Bären in der Warteschleife

Angesichts des schwachen Kursverlaufs im Januar hatten sich einige Bären schon einmal warm gelaufen, andere bekamen mit ihren voreilig ins Depot gelegten Puts eine kalte Dusche. Einfach deswegen, weil sie eine der Grundregeln der Charttechnik verletzten, die ich Ihnen in der vergangenen Woche genannt hatte: Bis zum Beweis des Gegenteils haben bestehende Trends als intakt zu gelten.

 retz_2002_1

Und das gilt auch für den seit 2009 etablierten, durch wiederholte Tests der Aufwärtsgeraden bestätigten Haussetrend des Dow Jones. Andererseits zeigt der abgebildete Wochenchart auch, dass nach oben nicht allzuviel Luft besteht. Und auch, wenn die Kursgewinne der letzten Handelstage den Bullen einmal mehr ihr Unverwundbarkeitsgefühl bestätigt haben, wird natürlich auch diese nun schon über fünf Jahre alte Haussegerade einmal unterkreuzt werden. Als einen der Gründe für den Fortbestand der Aufwärtsbewegung hatte ich Ihnen regelmäßig den nebenstehenden Chart vorgestellt, der die Nachfrage nach Krediten zum Aktienkauf wiedergibt.

retz_2002_2

In dieser Woche hat sich hier nichts bewegt – vor allem aber auch nichts nach unten. Bis auf einen unverkennbaren Momentumverlust sowohl beim Dow Jones als auch beim S&P 500 und beim Nasdaq 100 ist die Hausse momentan also noch völlig intakt. Wann die Wende kommt, sollten wir frühzeitig erkennen können. Dazu hält die technische Analyse eine Vielzahl von Möglichkeiten bereit, von denen ich Ihnen heute am Beispiel des DAX einmal eine vorstellen möchte.

DAX: Auch für Trader erste Wahl

Mit unserem Daximal-System (www.daximal-system.de) gibt es ein wenig Ärger. Denn die Existenz dieses Handelssystems auf den DAX, der ja ein eingetragenes Markenzeichen der Deutsche Börse AG ist, ist nun auch bis Frankfurt vorgedrungen. Und nun pocht man dort auf die älteren Rechte und will uns wegen angeblicher Verwechslungsgefahr das Führen unseres Namens streitig machen.

Allerdings hat das Deutsche Patent- und Markenamt unser „Daximal-System“ ebenfalls als Marke anerkannt. Und nun haben die Juristen wieder etwas zu verdienen. Wer im DAX etwas verdienen will, ohne die langen Trends nutzen zu wollen, der hat mit Indikatoren wie dem 1998 von Perry Kaufman entwickelten KAMA recht gut funktionierende Mittel zur Verfügung. Der Handel nach einem derartigen Indikator ist erfreulich einfach: Steigt der DAX von unten nach oben über die Indikatorlinie, wird eine Longposition eröffnet, fällt er darunter, eine Shortposition.

In Seitwärtsbewegungen, Sie sehen es im Chart, gibt es natürlich nichts zu holen. Aber hier zeigt sich, dass das Glattstellen von Positionen nahezu immer in unmittelbarer Nähe des Einstiegs erfolgt, so dass es nicht zu größeren Verlusten kommt.

retz_2002_3

Hat sich hingegen einmal eine größere Auf- oder Abwärtsbewegung etabliert, zieht der Indikator entsprechend nach, so dass Sie engagiert bleiben können, bis es zu Gewinnmitnahmen und dem Switch auf die Gegenseite kommt.

Gar so simpel ist unser Daximal-System natürlich nicht gestrickt. Aber dass wir hier seit Dienstag wieder auf der Longseite stehen und den gewinnsichernden Stopp sukzessive nachziehen konnten, unterstreicht, wie profitabel der DAX auch für „Swing-Trader“ sein kann, die sich um die großen Trends oder gar das fundamentale Umfeld nicht kümmern mögen.

Griechenland: Was lange währt …

… muss deswegen keineswegs am Ende gut werden. Da irrt der Volksmund. Und im Falle Griechenlands dürfte auch heute noch wohl kaum jemand eine positive Prognose abgeben. Abgesehen vielleicht von denen, die unser aller Geld als Sicherheiten, Bürgschaften oder Hilfspakete welcher Art auch immer ins Feuer gestellt haben.

retz_2002_4

Natürlich muss auch eine mögliche Staatspleite für die Wirtschaft und die Börse keineswegs den K.O. bedeuten. Denken Sie nur an Argentinien. Am Höhepunkt der Krise dort im Jahre 2002 war der MERVAL 25 bis auf 205 Punkte abgestürzt, gestern ging der Aktienindex mit 5.889,49 Zählern aus dem Handel. Natürlich juckt es einem da in den Fingern, sich auch in Athen schon einmal nach geeigneten Papieren umzusehen. Aber:

Aus charttechnischer Sicht sollten Sie sich noch ein wenig in Geduld üben. Denn wie Sie im oben abgebildeten Langfristchart sehen, wartet bei 1.500 Punkten ein wirklich brettharter Widerstand auf den griechischen Aktienindex. Und erst wenn diese Hürde genommen ist, werde ich Ihnen hier entsprechende Positionsvorschläge unterbreiten.

Gold: Bullen zerren an ihren Ketten

Zu den Edelmetallen hatten wir ja wiederholt auf die technisch gefährliche Situation hingewiesen. Wären die in unmittelbarer Reichweite liegenden Tiefs von Sommer letzten Jahres auch auf Dollarbasis unterschritten worden, hätte sich bei Gold und Silber vermutlich sofort ein zweites, starkes Abwärtsbein gebildet.

Rechts sehen Sie den aktuellen Gold-Chart auf Euro-Basis. Und wie Sie erkennen, scheint die Absturzgefahr fürs Erste gebannt zu sein. Denn der Unzenpreis hat sich nun bis nahe an den 200 Tage-GD (im Wochenchart als GD 40 dargestellt) vorgearbeitet. Positiv ist auch zu werten, dass dieser gleitende Durchschnitt nun wieder in die Waagerechte eingeschwenkt hat. Kann Gold diese Linie überspringen, ist die Gefahr nach unten erst einmal neutralisiert. Und kann dann unser im Chart abgebildeter Langfrist-Indikator wieder zurück auf die Kaufseite finden, ist es an der Zeit, über den Aufbau von Call-Positionen auf Gold nachzudenken.

retz_2002_5

Fundamental spricht zwar nicht viel für die Edelmetalle, da die Preisentwicklung in den wichtigsten Industriestaaten eher in Richtung Deflation als auf eine Inflation hinweist. Und auch die Quote der bullish gestimmten Goldanalysten (Chart rechts) spricht momentan noch gegen einen Kauf.

retz_2002_6

Aber möglicherweise beginnen sich die Anleger ja neu nach Alternativen zu den großen Papierwährungen umzusehen. Denn die Hoffnung, dass der Bitcoin so etwas wie ein sicherer Hafen sei, ist in den letzten Tagen jäh geplatzt. Hacker nahmen das virtuelle Geld unter Beschuss, was den Wert des Bitcoin binnen Kürze um 60 Prozent einbrechen ließ. Anleger, die hier den Ausstieg verpasst haben – und das dürfte die Mehrheit sein – werden vermutlich die nächste Kurserholung der Kunstwährung nutzen, um zu retten, was zu retten ist. Den Edelmetallen sollte das weiteren Auftrieb verleihen können. Aber warten wir ab!

Erster Trüffel gefunden

Zum Abschluss noch ein paar Worte zu meinem neuestes Produkt, den „Trüffel-Trader“ (www.trueffel-trader.de). Das Besondere an diesem Börsendienst: Eine Vergütung wird nur dann fällig, wenn eine Empfehlung innerhalb von sechs Monaten einen Gewinn von mindestens 25 Prozent erwirtschaftet. Anlagen, die das schaffen, weisen dann in der Regel auch so etwas wie einen stabilen Trend auf, d. h. mit den erreichten 25 Prozent dürfte in der Mehrzahl der Fälle noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sein.

Mein geschätzter Kollege Franz-Georg Wenner, der dieses Produkt betreut und sich für Sie auf Trüffelsuche begibt, ist zum ersten Mal fündig geworden. Und er hat, wie ich meine, gleich ein außergewöhnlich prachtvolles Exemplar aufgespürt und an unsere Testbesteller weiterreichen können. Und erreicht die Position unsere Zielmarke von 25 Prozent Gewinn, werde ich erneut berichten.

Zusammenfassung

Wie vermutet, gelang es den Bären auch diesmal (noch) nicht, an den Börsen das Ruder zu übernehmen. Und damit bleiben Wall Street und deutscher Aktienmarkt weiterhin im Aufwärtsmodus. Da die Gewinne der Unternehmen per Saldo aber nicht mehr mit den Kursen Schritt halten, naht auch für diese Hausse unweigerlich die Wende. Wann es soweit ist, werden wir mit Hilfe der Werkzeuge der technischen Analyse dingfest zu machen versuchen.

Bei Gold ist das Abwärtsrisiko deutlich verblasst. Und können die Edelmetallfans in der kommenden Woche noch einmal eine Schippe drauflegen, dürfte ein neues Kaufsignal entstehen. Ich halte Sie natürlich auf dem Laufenden.

 

Viel Erfolg und beste Grüße!

Axel Retz

About the Author:

Axel Retz ist seit über 25 Jahren als Chefredakteur von Börsenmagazinen und Börsendiensten tätig und betreibt das Portal private-profits. Konservative Anleger finden dort seit Jahren bewährte, treffsichere Strategien zur Outperformance der Märkte in Hausse- und Baissephasen. Aggressivere Trader finden alle notwendigen Tools, um mit kleinem Einsatz kurzfristige Gewinne zu erzielen. „Phasen, in denen sich keine Gewinne erzielen lassen, das sind die Seitwärtsmärkte. Aber sie sind nichts anderes als Unterbrechungen im Trendverhalten. Technische oder fundamentale Analyse? Für mich macht es die Mischung!“

Comments are closed.

Werbung
Werbung banner ad
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch die weitere Nutzung der Seite www.chartanalysen-online.de stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.