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By 23. Juli 2013 Read More →

Gefahr im Verzug

Die Hausse: Hohes Wende-Risiko. Der Nikkei: Musterknabe. Facebook: die Entscheidung. Kupfer: Goldrichtig. DAX: Sommerhoch statt Sommerloch.

 

Wie Sie wissen, war es die Nachfrage nach Börsenkrediten, die uns seit der Jahrtausendwende wirklich jede große Trendwende an der Wall Street angezeigt hat – besser als jeder andere Indikator. Vor zwei Wochen hatte sich hier erstmals wieder eine Abwärtszacke gezeigt, was uns natürlich sehr, sehr wachsam werden lassen sollte!

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Wer gedacht hatte, dass die Kursgewinne der vergangenen Woche, die zum Großteil auf das Konto des Verfallstags der Terminbörsen gingen, die Nachfrage nach Aktienkäufen auf Pump wieder befeuert hätten, sieht sich nun getäuscht: Wie bereits in der Vorwoche blieben die Börsenkredite  unverändert. Die kommende Woche dürfte mehr Klarheit bringen. Und wenn es nicht täuscht, den Kurspfeil eher nach unten als nach oben drehen.

Nikkei: Musterknabe

Was der Nikkei seit Herbst letzten Jahres gestartet hatte, ließ den Anlegern erst einmal die Freudentränen in die Augen schließen. Im Mai folgte dann allerdings ein vier Wochen lang andauernder, jäher Kursrücksetzer, der danach von einer ähnlich dynamischen, nun bereits fünf Wochen alten Aufwärtsbewegung abgelöst wurde. Wer diese Trendwenden aufspüren konnte, für den war dieses Hin und Her sehr profitabel. Aber geht so etwas denn überhaupt?

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Im Nikkei ging es. Und zwar mit Hilfe der ältesten Charttechnik-Methode der Welt, den japanischen Kerzencharts, besser bekannt als Candlesticks. Denn alle genannten Auf- und Abwärtswenden wurden im abgebildeten Wochenchart durch klare Formationen wie „Bullish engulfing pattern“ (BUE) oder „Bearish Engulfing Pattern“ (BEE) angekündigt.

Umso interessanter ist es, dass der Index in der vorletzten Woche durch einen „Gehenkten“ (hanging man) ein neues Warnsignal gab, dem in der vergangenen Woche eine ebenfalls eher bearishe Kerze folgte, die aber die klaren Kriterien eines „Gravestone Doji“ nicht ganz erfüllte. Da aber auch der Moneyflow-Indikator, eine Art umsatzgewichtetes Momentum, der laufenden Rallye ganz und gar nicht zu folgen vermochte, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass auch diese beiden Muster jetzt wieder einen neuen Richtungswechsel signalisieren. Und sollte dieser Schub ähnlich hübsch ausfallen wie seine drei Vorgänger, bietet er uns wunderbare Chancen.

Facebook: Die Entscheidung

Viele der unzähligen Facebook-Nutzer werden sich später einmal wünschen, es wäre noch einmal gestern und sie hätten den Verstand von heute. Aber egal. Der Erfolg dieses auch bei der NSA äußerst beliebten Mediums ist unbestritten. Einmal abgesehen vielleicht von denjenigen, die die Aktie im Mai letzten Jahres als Neuemission gezeichnet haben und heute auf über 38 Prozent Minus hocken. Aber:

Falls – und dahinter ist ein großes Fragezeichen zu setzen – die User von Facebook einmal keine Lust mehr haben oder sogar eine ausgesprochene Abneigung dagegen entwickeln sollten, dass ihnen irgendwelche Paranoiker, die zu 30 Prozent vom Staat und zu 70 Prozent von der Industrie (vornehmlich Rüstungsbereich) finanziert werden, permanent ihr Privatleben ausspähen, sinkt der Stern dieser Aktie noch viel tiefer.

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Charttechnisch blicken wir hier ja noch auf eine kurze Historie zurück. Dennoch ist unverkennbar, dass Facebook jetzt am seidenen Faden hängt – oder aber vor dem Ausbruch nach oben steht. Eine der beiden im Chart eingezeichneten Linien muss die Aktie ja nun einmal durchbrechen. Aufschieben wie ein Zahnarztbesuch lässt sich hier nichts. Ich meine: DAS ist die nächste tolle Chance dieser Woche.

Kupfer: Goldrichtig

Traditionell gilt Kupfer als der beste Konjunkturindikator unter den Industriemetallen. Solche Traditionen müssen zweifellos immer wieder gegengeprüft werden, Kupfer hat diesen Test aber bis jetzt bestanden. Nicht erst das zu Ende gegangene G20-Treffen in Moskau machte klar, dass das ewige Aufschwunggerede hilfloser Zweckoptimismus ist. Die G20 musste einräumen, heute noch einmal deutlich schlechter da zu stehen als vor drei Monaten. Damit wird es auch für Kupfer jetzt wieder reizvoll.

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Denn nachdem sich der Tonnenpreis nach dem klaren Abwärtsbreak seiner seit 2011 gültigen horizontalen Unterstützung zuletzt wieder über diese Chartlinie befestigen, aber nicht nach oben durchstarten konnte, ist klar, ab wann hier die Bären das Ruder übernehmen werden: unter 6.630 USD/to. Angesichts der o. g. Serie der Trendwenden der Aktienmärkte bei den Verfallstagen der Terminbörsen rechne ich damit, dass auch dieser Trade bald aufgehen dürfte!

Viel Erfolg und beste Grüße

Axel Retz

 

 

Axel Retz ist seit über 25 Jahren als Chefredakteur von Börsenmagazinen und Börsendiensten tätig und betreibt das Portal private-profits. Konservative Anleger finden dort seit Jahren bewährte, treffsichere Strategien zur Outperformance der Märkte in Hausse- und Baissephasen. Aggressivere Trader finden alle notwendigen Tools, um mit kleinem Einsatz kurzfristige Gewinne zu erzielen. „Phasen, in denen sich keine Gewinne erzielen lassen, das sind die Seitwärtsmärkte. Aber sie sind nichts anderes als Unterbrechungen im Trendverhalten. Technische oder fundamentale Analyse? Für mich macht es die Mischung!“

About the Author:

Axel Retz ist seit über 25 Jahren als Chefredakteur von Börsenmagazinen und Börsendiensten tätig und betreibt das Portal private-profits. Konservative Anleger finden dort seit Jahren bewährte, treffsichere Strategien zur Outperformance der Märkte in Hausse- und Baissephasen. Aggressivere Trader finden alle notwendigen Tools, um mit kleinem Einsatz kurzfristige Gewinne zu erzielen. „Phasen, in denen sich keine Gewinne erzielen lassen, das sind die Seitwärtsmärkte. Aber sie sind nichts anderes als Unterbrechungen im Trendverhalten. Technische oder fundamentale Analyse? Für mich macht es die Mischung!“

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