By 16. April 2014 Read More →

DAX-Chartanalyse: Mysteriöse Bewegungen am Gesamtmarkt

Nach dem Abverkauf startet der DAX zur Wochenmitte in die Gegenrichtung durch. Kurzfristig ist der Markt überverkauft, die Bullen wittern Morgenluft. Doch gerade an der Wall Street gilt es noch eine weitere Besonderheit zu beachten. 

Stundenanalyse:

Für den DAX bleibt die Ausgangslage bleibt äußerst angespannt. Wie erwartet scheiterte der Markt am Dienstag bereits an der ersten Hürde um 9370 bis 9400. Volatil wurde dann besonders der Handel im späten Geschäft, als der Index um gut 150 Punkte Richtung Süden tauchte. Im nachbörslichen Handel wurden kurzzeitig Kurse von 9100 aufgerufen, ehe eine Erholung einsetzte. Zumindest auf Xetra-Basis wurde der im Stundenchart eingezeichnete Abwärtskanal wie auch die maßgebliche, im Tagesverlauf erkennbare Unterkante des Aufwärtskanals bestätigt. Dies ist zunächst die wichtigste Botschaft des gestrigen Tages.

Auch mit dem heutigen Auftakt dürfte sich daran zunächst nichts ändern. Zwei Faktoren verdienen eine genauere Betrachtung. In den USA setzte ab der zweiten Handelshälfte eine beeindruckende Erholung ein, die sowohl bei den risikoreicheren Tech- und Biotech-Werten zu beobachten war wie auch im Segment der Blue Chips. In nahezu allen Tagescharts der größeren Indizes wurde ein Hammer ausgebildet – eine Kerze mit einem kleinen Körper mit langen unteren Schatten. Hammer-Formationen sind nach Korrekturphasen bullisch einzuordnen und deuten in 60 Prozent der Fälle auf eine Erholung. Sollte der heutige Tag positiv verlaufen, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Gegenbewegung sogar auf rund 90 Prozent.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Allerdings gilt es hier noch einen Sondereffekt zu berücksichtigen. Seit einigen Wochen zeigen die US-Märkte jeweils Dienstags eine ungewöhnlich starke positive Performance. Einen Grund dafür gibt es bisher noch nicht, die Zahlen sprechen aber eine eindeutige Sprache. So liegt der Dow Jones bisher rund zwei Prozent im Minus, ohne Berücksichtigung aller Dienstage in diesem Jahr wären es knapp acht Prozent. Der Dienstag ist auch der einzige Tag in der Woche mit einer positiven Performance (plus 0,4 Prozent), während der Markt an allen anderen Tagen bisher um 0,1 bis 0,2 Prozent einbüßte (s. Charts).

Mit Blick auf den DAX kann im kurzfristigen Bereich eine Übertreibung auf der Unterseite diagnostiziert werden. Aktuell notiert der Index rund 2,3 Prozent unter seiner 21-Tage-Linie. Eine recht weite Distanz. In der Vergangenheit kam es vielfach ab diesem Niveau zu einer Erholung (s. Chart). Darauf deutet auch die Anzahl der Aktien, die über ihrem Vier-Wochen-Durchschnitt notieren. Mit der Münchener Rück und Volkswagen behaupten sich nur noch zwei Aktien über ihrem kurzfristigen Signalgeber.

Vor allem die Unterkante des auf Tagesbasis richtungsweisenden Aufwärtskanals dürfte den DAX heute stützten und Schnäppchenjäger anlocken. Eine Stabilisierung mit technischer Erholungsbewegung ist sehr wahrscheinlich. Allerdings ändert dies noch nichts an der kurzfristig negativen Einschätzung. Erst wenn der DAX auch oberhalb von 9370 gekauft wird und weiter anziehende Kurse über den kurzfristigen Abwärtskanal bei 9400 zu beobachten sind, schwenkt das Pendel allmählich wieder in Richtung der Bullen. Kurserholungen bis 9370 sind hingegen nur als Bärenmarktrally einzustufen.

Sollte der DAX ein neues Verlaufstief ausbilden und anschließend auch unter 9100 fallen, droht ein zügiger Abverkauf bis an das Jahrestief um 8950 / 9000.

Im gestrigen Chart-Webinar bin ich ausführlich auf die statistischen Aussichten für die kommenden Wochen eingegangen. Sie können die Aufzeichnung hier ansehen.

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Tagesanalyse:

Woche der Entscheidung

Die volatile Seitwärtsbewegung des DAX seit November vergangenen Jahres geht allmählich in ihre entscheidende Phase. Nachdem die Kurse zu Jahresbeginn noch die Oberkante des maßgeblichen Aufwärtskanals anliefen, steht seit einigen Wochen verstärkt die Südseite unter Druck. Während der Korrektur im März wurde die Gerade intraday bereits durchbrochen. Inzwischen ist die Unterkante weiter angestiegen und verläuft aktuell im Bereich um 9210. Die Marke ist wie alle charttechnischen Signalgeber nicht punktgenau zu beachten, sondern eher als eine Art Zone einzuordnen.

Aber selbst wenn der DAX den Kanal nach unten verlassen sollte, steht mit der in den vergangenen Monaten mehrfach bestätigten horizontalen Haltezone um 8950 / 9000 eine massive Bastion bereit, die den Abwärtsimpuls aufhalten sollte. Neben der 200-Tage-Linie verläuft hier auch das 38,2 Prozent Niveau der Aufwärtsbewegung seit Sommer vergangenen Jahres. Insgesamt handelt es sich somit um eine mittelfristige überaus relevante Zone, die unbedingt halten sollte.

Bestätigt der DAX in dieser Woche hingegen erneut die untere Kanalgrenze, ist mit einer erneuten Erholung bis 9700 / 9720 zu rechnen. Von den Indikatoren kommen noch  keine klaren Einstiegssignale. Der sensiblere DSS Brressert zeigte die laufende Korrektur erneut sehr frühzeitig an und notiert inzwischen im überverkauften Bereich. Hingegen wechselte im trendfolgenden MACD erst vor wenigen Tagen die Börsenampel auf Rot.

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Wochenanalyse:

DAX-Kursziel 8150

Im langfristigen Wochenchart zeigt sich ebenfalls bereits deutlich die seit rund fünf Monaten anhaltende Konsolidierungsbewegung. Nachdem der DAX zu Jahresbeginn eine seit Anfang 2012 bestehende obere Aufwärtstrendlinie (dunkelgrün) vergeblich anlief, kam es zuletzt aufgrund der Seitwärtsbewegung zu mehreren Test der südlichen Begrenzung (hellgrün). Bisher nutzten Schnäppchenjäger die Rücksetzer zum Einstieg und bestätigten somit den übergeordneten Aufwärtsimpuls. Je geringer allerdings die anschließenden Erholungen ausfallen und je öfter der DAX die untere Aufwärtstrendlinie testet, desto höher die Wahrscheinlichkeit für einen Trendbruch. Zu einem bestimmten Zeitpunkt werden nicht mehr genügend Käufer an der Seitenlinie stehen und für eine Stabilisierung sorgen. Zugleich geben die bereits investierten Anleger irgendwann auf und veräußern wieder ihre Positionen, wenn sich das bullische Szenario nicht einstellt.

Sollte es zu einem Trendbruch kommen, stellt die 200-Tage-Linie zusammen mit der horizontalen Unterstützung um 9000 eine letzte wichtige Bastion dar. Erst wenn diese Zone nachhaltig unterschritten wird, trüben sich die Aussichten deutlich ein. Die Kursbewegungen des DAX in den vergangenen fünf Monaten oberhalb von 9000 wären dann als eine Top-Formation einzustufen, deren Höhe auf ein Korrekturpotential bis rund 8150 deuten würde. Exakt auf diesem Niveau liegen auch die Umkehrbewegungen aus 2000 und 2007 (s. auch Monatsanalyse).

Noch besteht aber die Chance auf eine Fortsetzung des Hausseimpulses. Für ein klares mittelfristiges Kaufsignal sollte der DAX aber mindestens über das Rekordhoch von 9800 ansteigen. Im positiven Fall lässt die dunkelgrüne Trendlinie Platz bis rund 10.220.

DAXW

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Monatsanalyse:

Zwei Szenarien für die Zukunft

Im abgebildeten Monatschart seit 1960 wird vor allem die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000 deutlich. Nach dem Ausbruch aus einer rund 20 Jahre andauernden Seitwärtsbewegung im Jahr 1983 zeigte der DAX bis zur Jahrtausendwende eine ausgeprägte Rally-Bewegung. Mit dem Platzen der Spekulationsblase wurde diese Aufwärtsbewegung in den vergangenen 13 Jahren konsolidiert. In dieser Zeit bildete der Deutsche Aktienindex deutlich steigende Bewegungstiefpunkte aus, was auf einen allmählich steigenden Kaufdruck deutet. Der Sprung über die Hochpunkte aus dem Jahr 2000 und 2007 bei 8200 war somit nur eine Frage der Zeit. Der DAX löste ein sehr bullish aufsteigendes Dreieck nach oben hin auf, aus dem theoretisch Notierungen deutlich jenseits der 10.000er-Marke abgeleitet werden können.

Nach dem nun erfolgten Ausbruch sind zwei grundsätzliche Szenarien denkbar. Aufgrund der Bedeutung der Zone um 8200 wäre eine Rückkehrbewegung und somit ein Retest des Ausbruchsniveau nicht überraschend. Ein möglicher Wendepunkt könnte an der psychologisch wichtigen Schwelle von 10.000 liegen. Ausgehend von einem kurzen Test der fünfstelligen Kursmarke wäre mit einer Korrektur bis in den Bereich von 8200 / 8500 zu rechnen, von dem aus dann eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erfolgen würde. Zugleich eröffnet sich Anlegern, die den Einstieg bisher verpassten, auf langfristige Sicht noch einmal eine gute Einstiegsgelegenheit.

In einem zweiten Szenario bleibt ein Test der Zone um 8200 von oben aus. Stattdessen läuft der Markt nach einer recht wahrscheinlichen Konsolidierung bei rund 10.000 weiter aufwärts. Neue Widerstände müssten sich erst noch herausbilden. Unwahrscheinlicher erscheint hingegen ein Rücksetzer unter das Ausbruchsniveau von 8200.

Auf Basis der Indikatoren wäre noch ein wenig Luft nach oben vorhanden. Beachten Sie vor allem den trendfolgenden MACD, der in den vergangenen 13 Jahren eigentlich recht zuverlässig die Wendepunkte beim DAX antizipierte. Allmählich erreicht der Signalgeber die Niveaus aus dem Jahr 2000 und 2007 (rote Linie).

DAXM

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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