Exit dürfte noch kein Thema sein

Themen des Tages: Die Messlatte liegt bei 200.000 +++ breite Markterholung +++ Nikkei haussiert +++ wichtige Konjunkturdaten am Freitag

 

 

Kurz noch ein Rückblick auf die US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag. Mit 175.000 neu geschaffenen Stellen wurden die Erwartungen übertroffen. Allerdings zeigt die Durchschnittbetrachtung der vergangenen Monat eher eine abwärts gerichtete Tendenz. Im Schnitt des vergangenen Jahres wurden pro Monat rund 176.000 neue Stellen geschaffen, in den vergangenen drei Monaten lag dieser Wert hingegen nur noch bei 155.000. Trotz der immer noch soliden Werte legte die Arbeitslosenquote wegen des gestiegenen Arbeitskräftepotenzials leicht von 7,5 Prozent auf 7,6 Prozent zu. Auch die  Partizipationsrate erhöhte sich von 63,3 Prozent auf 63,4 Prozent. Der Anreiz scheint offenbar zu steigen, sich wieder auf Arbeitssuche zu begeben. Fasst man die Daten zusammen, hinterlässt der US-Arbeitsmarkt weiterhin einen zwiespältigen Eindruck. Ein selbsttragender Aufschwung sieht jedenfalls anders aus. Vor diesem Hintergrund erscheint ein Ausstieg der Fed aus der sehr expansiven Geldpolitik noch verfrüht. Nach Meinung der Experten der HSBC bedarf es dazu eines Stellenzuwachses von 200.000 pro Monat über einen längeren Zeitraum. Auch die Reaktion auf den Devisenmärkten zeigt eigentlich klar, dass sich mit dem Daten vom Freitag kaum etwas an der Einschätzung über die weitere Fed-Politik geändert hat. EUR/USD notiert nahezu unverändert bei 1,32 USD.

 

 

 

 

Zum heutigen Handelstag:

Das Hangeln von einem Datensatz zum nächsten dürfte auch in dieser Woche weitergehen, insbesondere in den USA. Erstens stehen zahlreiche volkswirtschaftliche Daten an und zweitens stehen die Märkte noch immer  im Bann der US-Geldpolitik. Der DAX knüpft zumindest in den ersten Minuten an die Rally vom Freitag an und steigt leicht u 0,1 Prozent auf 8263 Zähler. Kein Wunder, denn die Vorgaben fallen sehr gut aus. An der Wall Street verabschiedeten sich 2751 Aktien mit Aufschlägen ins Wochenende, 1136 Papiere büßten ein. Auch das charttechnische Bild erholte sich weiter: Von den knapp 4000 Papieren notieren 47 Prozent über dem 20-Tages-Durchschnitt, am Donnerstag waren es noch 38 Prozent. Die Anzahl der Werte über den mittelfristigen 55-Tage-Durchschnitt bleibt mit aktuell 63 Prozent auf dem Vormarsch. Erfreulich auch die Umsatzentwicklung: das Aufwärtsvolumen lag mit 68 Prozent auf einem recht breiten Niveau.

In Asien haussiert der Nikkei am Morgen um gut vier Prozent. Ein sinkender Yen sowie ein stärkerer Leistungsbilanzüberschuss im April  plus ein nach oben revidiertes Wachstum im ersten Quartal sind die  Gründe für diesen Aufschwung. Da konnten auch die schwachen chinesischen  Daten vom Wochenende keinen Schaden anrichten. Sie signalisieren ein schwächeres Wachstum, etwa vom Außenhandel. Nach starken Daten aus dem  April hat sich die Exportquote Chinas im Mai wieder relativiert und ist nur leicht um ein Prozent gestiegen.

Einige wichtige Konjunkturdaten gilt es in den kommenden Tagen zu beachten. Zur Wochenmitte melden einige Euro-Staaten die Verbraucherpreise, danach richtet sich der Fokus auf die USA. Insbesondere die Erzeugerpreise, Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung (Freitag) werden weitere Hinweise über den Zustand der US-Konjunktur und damit die Strategie der Fed liefern.

 


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

 

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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