By 10. Juli 2013 Read More →

Einfach die Augen aufmachen

Nicht nur in der Politik gilt es heute wachsam zu sein, auch am Markt. Hier sind Demokratie und elementare Bürgerrechte in Gefahr, dort bestehende Aufwärtstrends. Das Eine gilt es zu bekämpfen, das Andere zu nutzen. Müsste ich mich entscheiden, dann ganz klar für das Erste!

 

 

 

„Wir müssen uns davor hüten, dass der militärisch-industrielle Komplex unbefugt Einfluss ausübt, ob dies nun beabsichtigt oder unbeabsichtigt geschieht. Das Potential für den immensen Anstieg unangebrachter Macht besteht und wird weiter bestehen. Wir dürfen nicht zulassen, dass das Gewicht dieser Kombination unsere Freiheiten und demokratischen Prozesse gefährdet. Wir sollten nichts als gesichert ansehen. Nur eine wachsame und gut informierte Bürgerschaft kann eine ausgeglichene Verbindung der gewaltigen industriellen und militärischen Maschinerie der Verteidigung mit unseren friedlichen Methoden und Zielen gewährleisten, so dass Sicherheit und Freiheit gemeinsam gedeihen können.“

Das sagte US-Präsident Dwight D. Eisenhower in seiner Abschiedsrede vom 17. Januar 1961. Sachkenntnis darf ihm unterstellt werden, da er selbst im Zweiten Weltkrieg Generalstabschef der Armee gewesen war. Und am 27. April des gleichen Jahres führte sein Nachfolger John F. Kennedy aus: „Schon vor langer Zeit haben wir entschieden, dass die Nachteile einer übermäßigen Geheimhaltung die Gefahren übersteigen, mit denen sie gerechtfertigt wird. […] Auch heute hat das Überleben unserer Nation keinen Wert, wenn unsere (freiheitlichen) Traditionen nicht ebenfalls fortbestehen. Es gibt eine sehr ernste Gefahr, dass der Vorwand der Sicherheit missbraucht wird, um Zensur und Geheimhaltung auszudehnen.

Ich habe nicht die Absicht, so etwas zu dulden, sofern dies in meiner Kontrolle liegt. […] Denn wir haben es mit einer monolithischen und rücksichtslosen weltweiten Verschwörung zu tun, die sich hauptsächlich auf verdeckte Mittel zur Erweiterung ihres Einflussbereichs stützt – auf Infiltration statt Invasion, auf Subversion statt freier Wahlen, auf Einschränkung statt Selbstbestimmung, auf Guerillas in der Nacht anstatt Armeen bei Tag. Es ist ein System, welches  beträchtliche menschliche und materielle Ressourcen in den Aufbau einer eng geknüpften, hocheffizienten Maschinerie verstrickt hat und diplomatische, geheimdienstliche, ökonomische, wissenschaftliche und politische Operationen kombiniert. […] Andersdenkende werden zum Schweigen gebracht.“

Last but not least einige zusammengefasste Thesen aus Carl Friedrich von Weizsäckers (dem älteren Bruder unseres damaligen Bundespräsidenten) vor 29 Jahren erschienenem, letztem großem Buch „Der bedrohte Friede – heute“:

„Die Arbeitslosenzahlen werden weltweit ungeahnte Dimensionen erreichen. Die Löhne werden auf ein noch nie da gewesenes Minimum sinken. Alle Sozialsysteme werden mit dem Bankrott des Staats zusammenbrechen. Rentenzahlungen zuerst. Auslöser ist eine globale Wirtschaftskrise ungeheurer Dimension, die von Spekulanten  ausgelöst wird. Die Gefahr von Bürgerkriegen steigt weltweit dramatisch. Die herrschende Elite wird gezwungen, zu ihrem eigenen Schutz Privatarmeen zu unterhalten. Um ihre Herrschaft zu sichern, werden diese Eliten frühzeitig den totalen Überwachungsstaat schaffen und eine weltweite Diktatur einführen. Die Handlanger dieses Geldadels sind korrupte Politiker.“

Weder Eisenhower noch Kennedy oder von Weizsäcker waren Verschwörungstheoretiker oder Spinner. Zwei waren verdienstvolle, ehrliche und (für sie selbst bedrohlich) mutige US-Präsidenten, der andere einer der klügsten Köpfe der jüngeren deutschen Geschichte. Und alle drei dürften sich heute beim Blick auf die USA in ihren Gräbern herumdrehen.

Die Freiheit stirbt mit Sicherheit. Wenn wir nichts dagegen unternehmen. Und wer in der Demokratie einschläft, der wird in der Diktatur aufwachen. Zu etwas Erfreulicherem: Ab Montag werden wir für unser Portemonnaie arbeiten. Denn bis dahin haben wir in diesem Jahr nach Berechnungen des Bundes der Steuerzahler nur für Steuern, Abgaben und Sozialversicherung gearbeitet. Sollte es für Griechenland (natürlich erst nach den Bundestagswahlen) einen zweiten Schuldenschnitt geben, wird sich der IWF nach seinen Statuten aus der Finanzierung zurückziehen. Dann müssen die Europäer diesen Anteil übernehmen, vor allem natürlich Deutschland. Aber dann arbeiten wir halt erst später fürs eigene Portemonnaie. Alternativlos, Sie wissen es.

 

Was lange währt, …

… wird endlich gut. Eines der treffsichersten Sprichworte überhaupt, wobei es sich in der Regel allerdings um die Kleinigkeit handelt, für wen es gut wird.

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Was den nebenstehenden Chart betrifft, warten wir ja nun schon seit Ende 2011 auf eine Entscheidung. Und in dieser Woche scheinen wir sie bekommen zu haben: Die Nachfrage nach Börsenkrediten in den USA, die seit der Jahrtausendwende wirklich alle großen Trendwenden der Wall Street punktgenau festgenagelt hat, hat erstmals wieder nach unten eingedreht.

Das bedeutet nicht(!), dass Sie jetzt mit fliegenden Fahnen auf der Putseite einsteigen sollten. Denn erstens ist die Treffsicherheit eines Indikators in der Vergangenheit ja kein absoluter Garant dafür, dass das aktuelle Signal ebenfalls ins Schwarze treffen wird. Und zweitens gibt es ja auch charttechnisch noch einiges zu beachten (s. Ausgabe der vergangenen Woche). Noch hat keiner der großen drei US-Indizes ein mittelfristiges Verkaufssignal gegeben.

In jedem Falle aber sollte dieser Chart jetzt jedes Mal vor unserem geistigen Auge auftauchen, wenn wir über neue, super-bullishe Prognosen stolpern. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Nachfrage nach Börsenkrediten auch diesmal wieder voll ins Schwarze trifft, ist hoch. Achten wir auf die kommenden Einstiegssignale!

 

Silberstreif für DAX-Bären

Passend zur neuen, noch nicht sehr ausgeprägten Abwärtswende der Nachfrage nach Börsenkrediten in den USA hat es aber auch hierzulande „hinter den Kulissen“ eine bemerkenswerte Entwicklung gegeben, wenn auch aus einer ganz anderen Ecke:

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So ist die Anzahl neuer Jahrestiefs am deutschen Aktienmarkt in der abgelaufenen Woche erstmals wieder über die Anzahl neuer Jahreshochs gestiegen, was die abgebildeten Kurse von neuen Jahreshochs minus neuer Jahrestiefs ins Minus gedrückt hat. das bedeutet: Während die mittelfristigen charttechnischen Aufwärtstrends (und erst recht natürlich die langfristigen) immer noch tief im grünen Bereich rangieren, scheint bei der Anzahl neuer Hochs/neuer Tiefs bereits ein Paradigmenwechsel eingeleitet worden zu sein. Ob und wann daraus bei den Indizes belastbare Verkaufssignale werden, bleibt offen. Zum Nichtstun sind wir aber deswegen nicht verdammt. Denn eines geht so gut wie immer: Meine „Doppelstrategie“.

Calls oder Puts? Falsche Frage!

Wenn Sie schon länger meine Kolumnen verfolgen, werden Sie sich sicherlich erinnern, dass ich vor vielen Monaten live drei Tests meiner sgn. Doppelstrategie vorgestellt habe. Drei Schuss, drei Treffer. Und diese Strategie, Sie sehen es in der nachstehenden Tabelle, lässt sich von Tradern ganz vorzüglich auch für kurzfristige Strategien auf die 30 DAX-Aktien nutzen. Das Schöne dabei:

Es kann Ihnen völlig egal sein, ob die Bullen die Bären erneut aus dem Ring drängen oder ob die Bären den Bullen jetzt ordentlich etwas zwischen die Hörner geben. Die abgebildete Tabelle habe ich der Freitagsausgabe von „private profits“ entnommen. Aktualisiert wird sie täglich, weil sich die neuen Topp-/Flopp-Kandidaten meiner Analyse jeden Tag ändern können. Am Freitag hat sich nichts geändert. Und wenn Sie einmal sehen, wie sich die Kurse der (grünen) Call-Kandidaten und der (organgefarbenen) Putkandidaten seit ihrer Erstempfehlung verändert haben, dann erkennen Sie auch, welches Potential für kurzfristig operierende Trader hier nur darauf wartet, umgesetzt zu werden.

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Falls Sie mit der Auswahl der geeigneten Derivate noch Schwierigkeiten haben, senden Sie mir bitte einfach eine kurze E-Mail an pp@axel-retz.de und geben Sie als Betreff nur

EUR/AUD: Auf ein Neues!

Wie in der letzten Woche erwähnt, haben die Leser eines meiner Briefe nun in gut einem Monat 41,41 Prozent Gewinn mit einem Call auf den Euro gegen den australischen Dollar gemacht.

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Und wie Sie im Chart erkennen, können Sie sich sicher denken, dann ich bereits wieder „Gewehr bei Fuß“ stehe, um hier erneut einzusteigen. Denn der Kurs hat ja nun an einem ganz wichtigen, horizontalen Widerstand angeklopft. Und kann er diese Bremsmarke bezwingen (was der Fall sein wird, sobald neue miese Konjunkturdaten etwa aus China kommen), wird er zusammen mit fallenden Rohstoffpreisen wieder den Weg nach oben antreten. Wie ich bereits erläutert hatte, klebt der austral. Dollar wegen der üppigen Rohstoffreserven des Landes an den Rohstoffen. Werfen Sie also auch hier ab und zu einmal einen Blick auf den Chart. Denn bis zum nächsten Kursziel von 1,60 besteht ja noch reichlich Potential.

Apple: Es bleibt bei der Planung der letzten Woche. USD/CAD: Ebenso.

Viel Erfolg und beste Grüße

Axel Retz

 

 

Axel Retz ist seit über 25 Jahren als Chefredakteur von Börsenmagazinen und Börsendiensten tätig und betreibt das Portal private-profits. Konservative Anleger finden dort seit Jahren bewährte, treffsichere Strategien zur Outperformance der Märkte in Hausse- und Baissephasen. Aggressivere Trader finden alle notwendigen Tools, um mit kleinem Einsatz kurzfristige Gewinne zu erzielen. „Phasen, in denen sich keine Gewinne erzielen lassen, das sind die Seitwärtsmärkte. Aber sie sind nichts anderes als Unterbrechungen im Trendverhalten. Technische oder fundamentale Analyse? Für mich macht es die Mischung!“

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Axel Retz ist seit über 25 Jahren als Chefredakteur von Börsenmagazinen und Börsendiensten tätig und betreibt das Portal private-profits. Konservative Anleger finden dort seit Jahren bewährte, treffsichere Strategien zur Outperformance der Märkte in Hausse- und Baissephasen. Aggressivere Trader finden alle notwendigen Tools, um mit kleinem Einsatz kurzfristige Gewinne zu erzielen. „Phasen, in denen sich keine Gewinne erzielen lassen, das sind die Seitwärtsmärkte. Aber sie sind nichts anderes als Unterbrechungen im Trendverhalten. Technische oder fundamentale Analyse? Für mich macht es die Mischung!“

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