By 19. Februar 2013 Read More →

E.ON mit der Chance auf eine Trendwende

Zahlreiche negative Analystenkommentare und ein schlechtes Branchensentiment drückten die E.ON-Aktie zuletzt tief in den Keller. Zu Unrecht meint Goldman Sachs und sieht die Aktie deutlich höher. Auch charttechnisch gibt es inzwischen einige Argumente für einen Einstieg.  

 

Im Reigen der skeptischen Expertenmeinungen zur E.ON-Aktie sticht das Urteil von Goldman Sachs deutlich hervor. Die US-Investmentbank kürzte Mitte Februar zwar das Kursziel wegen einer Bewertungsanpassung um 0,50 Euro, unter dem Strich trauen die Amerikaner den Düsseldorfern aber immer noch einen satten Kursanstieg auf 21 Euro zu. Gemessen am aktuellen Kurs entspricht dies einem Potenzial von rund 57 Prozent. Wenig überraschend lautet daher auch die Empfehlung „Buy“.

 

Von fundamentaler Seite gibt es sicher einige Argumente, die für den Energiewert sprechen. Ende 2011 schlummerten in der Bilanz rund 39,6 Mrd. Euro, an der Börse wird der Konzern hingegen nur noch mit 26 Mrd. Euro bewertet. Entsprechend attraktiv sieht das Kurs-Buchwert-Verhältnis aus. Auch mit der sehr starken Dividendenrendite von knapp acht Prozent ist E.ON ganz vorne im DAX zu finden.

 

An der Börse stoßen die Argumente derzeit allerdings noch auf taube Ohren. Erst vor wenigen Tagen sackte die Aktie intraday unter das Tief aus 2011. Zeitweise gab es die Papiere so günstig wie seit 2003 nicht mehr. Im Chartverlauf der vergangenen Monate fällt vor allem der scharfe Rücksetzer im November auf, als E.ON die Prognose für 2013 kassierte und auch die weiteren Aussichten skeptisch einschätzte. Der Chart zeigt zudem klar die wesentlich schlechtere Performance im Vergleich zur RWE-Aktie (blau) sowie zum DAX (schwarz). Während RWE bis in den November hinein mehr oder weniger dem DAX folgen konnte und erst seit der letzten Erholungsrally dem breiten Gesamtmarkt klar hinterherhinkt, lief es für E.ON (rot) über den gesamten Zeitraum hinweg deutlich schlechter. Immerhin weist die Tendenz bei beiden Energiewerte seit Anfang Februar wieder leicht nach oben, während der DAX per Saldo auf der Stelle tritt. Ein möglicher Boden?

 

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Vielleicht. Gegenwärtig ist es dennoch zu früh, als konservativer Anleger auf dieses Szenario zu setzen. Denn mittel- und langfristig weisen alle relevanten Trendlinien und natürlich auch die gleitenden Durchschnitte abwärts. Wer aber das Risiko und auch die Chancen von antizyklischen Investments sucht, findet in der E.ON-Aktie aktuell einen sehr guten Kandidaten. Im längerfristigen Wochenchart wurde zwar die wichtige Unterstützungszone zwischen 13,40 bis 14 Euro klar unterboten. Auf Basis der Indikatoren ist die Aktie aber stark überverkauft, sodass eher mit einem nachlassenden Verkaufsdruck zu rechnen ist.

 

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Mut macht aber auch der Tageskursverlauf. Bisher wurde das 2011er-Tief und damit die letzte Bastion der Käufer zum Handelsschluss immer verteidigt. Sollte dieses wichtige Bewegungstief nicht mehr unterboten werden, deuten sowohl die bullische Divergenz im trendfolgenden MACD wie auch der Sprung über die sehr steile und kurzfristige Abwärtstrendlinie zumindest auf eine temporäre Erholung. Als kleine unmittelbar bevorstehende Hürde kristallisiert sich der Bereich um 13,40 / 13,50 Euro heraus. Steigt der Kurs weiter, wäre Platz bis 13,86 Euro (23,6% Fibonacci-Niveau) sowie 14 Euro. Kursgewinne darüber hinaus und damit auch über die deutliche Umsatzhäufung bis 14,50 Euro stellen aktuell das maximale Kurspotenzial dar, ehe die E.ON-Aktie ein deutlicheres Kaufsignal liefern würde.

 

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Fazit: Das von Goldman Sachs herausgegebene Kursziel von 21 Euro scheint doch etwas sehr optimistisch. Sowohl für kurz-, als auch langfristig ausgerichtete spekulativere Anleger bietet die Aktie inzwischen aber ein interessanten Chance-Risiko-Verhältnis. Eine erste Position sollte aber zwingend mit einem Stopp knapp unter dem letzten Tief abgesichert werden.

Posted in: Aktien

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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