By 28. November 2013 Read More →

Drei auf einen Streich

Die wirkliche Welt ist nicht immer gerade „märchenhaft“. Weder in der Politik noch an den Märkten. Das eine kann man ändern, am anderen muss man verdienen!

Ach wie gut, dass niemand weiß …

Das Märchen vom Rumpelstilzchen kennen sicherlich noch die Meisten von uns. Aus Stroh Gold zu spinnen, ist ja schon ganz ordentlich. Noch viel märchenhafter ist es aber, aus dem puren Nichts Geld zu erschaffen. Und da sich viele Anleger offenbar ihr kindliches Gemüt bewahrt haben, glauben sie allen Ernstes, dass dieses Märchen entweder niemals aufhört oder aber ein gutes Ende findet. Die nicht ganz nachvollziehbare Folge:

Sie treiben den Dow Jones Zug um Zug immer näher an die Ihnen aus den Vorwochen bekannte, obere Begrenzung des großen charttechnischen „Megaphons“ heran, die nun in unmittelbare Reichweite gekommen ist und bei deren Erreichen wir sorgsam nach ersten Trendwendesignalen Ausschau halten sollten.

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An der super-bullishen Stimmung der US-Börsenbriefe (s. nebenstehender Chart) hat sich derweil nichts geändert. Im Gegenteil. Im Wochenvergleich unterbot die Quote der skeptischen Kommentare das vorherige 26 Jahrestief sogar noch einmal.

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Da die Börsendienste ein recht gutes Spiegelbild der Anlegerstimmung insgesamt widerspiegeln, ist die derzeitige Euphorie fast schon so etwas wie ein Garant für einen ausgewachsenen Kurssturz, sobald die ersten Verkäufe einsetzen. Glauben Sie bitte nicht, dass unser DAX dann davon verschont bliebe.

Denn erfahrungsgemäß setzt unser Aktienindex die Vorgaben der Wall Street gerne etwas stärker um, vor allem bei fallenden Kursen. Achten wir also auf mögliche Signale eines Richtungswechsels. Und wer Longpositionen ohne Absicherung hat, sollte das rasch ändern.

Gold: Wie erwartet

Entgegen dem seit Monaten wieder neu aufgekommenen Optimismus für die Edelmetalle hatte ich Ihnen einen weiteren Preisverfall angekündigt. Und diese Bewegung scheint sich nun Bahn zu brechen.

Rechts sehen Sie den Goldchart in der für uns maßgeblichen Darstellung auf Euro-Basis. Noch sechs Euro und der Unzenpreis wird das letzte Zwischentief unterschreiten.

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Charttechnisch wäre das ein starkes, neues Abwärtssignal. Unterfüttert werden könnte es durch neue „positive Daten“ von der Inflationsseite, also weiter rückläufige Teuerungsraten. Wie Sie wissen, halte ich das allerdings für alles andere als positiv: Wenn selbst die exzessivste Liquiditätsschwemme aller Zeiten keinen Inflationsschub in Gang setzen kann, dann spricht das für einen starken deflationären Druck, dessen Dynamik durch die monetären Maßnahmen der Notenbanken gerade eben einmal leidlich abgepuffert werden kann.

Kommt der „Zinsdreh“, ist diese Maskierung der Deflation dahin. Und damit auch das Argument, Edelmetalle als Inflationsschutz anzusehen.

Währungen: Drei auf einen Streich

Die Perspektive einer deflationären Entwicklung spiegelt sich seit Monaten in den Rohstoffpreisen wider, dem Trommelfeuer angeblicher konjunktureller Aufschwungssignale einfach kein offenes Ohr schenken mögen.

Sichtbar wird die Erwartung einer wirtschaftlichen Abschwächung aber auch an den Devisenmärkten. Tendenziell reagieren Währungen von Ländern, die viele Rohstoffe im Boden haben oder produzieren, auf Phasen konjunktureller Abkühlung mit Kursverlusten.

Seit Mitte 2011 betrifft das vor allem das Verhältnis des kanadischen Dollars gegenüber seinem US-Pendant. Charttechnisch hat sich dabei ein typisches „absteigendes Dreieck gebildet. Wird seine knapp unter 0,95 liegende untere Begrenzung durchstoßen, ist es Zeit zum Puteinstieg (Ziel zunächst 0,88).

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USD/JPY: Zielkurs 110

Ähnlich faszinierend ist aber auch die aktuelle Ausgangslage bei USD/JPY. Hier ist der Kurs nach einer Konsolidierung in Form eines symmetrischen Dreiecks nun nach oben ausgebrochen. Und wie Sie sehen, steht der Trendfolge-Indikator MACD ganz unmittelbar vor einem neuen Kaufsignal.

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Warten sollten Sie hier nicht mehr. Denn ein Call mit einem nach dem Einstieg sofort platzierten Stopp ist eine risikoarme, aussichtsreiche Position. Ziel hier: 110!

EUR/JPY: Wenn, dann richtig!

Die politisch gewollte und von der Bank of Japan auf Biegen und Brechen geförderte Schwächung des Yen könnte für „Späteinsteiger“ bald durchaus reizvoll werden. Denn bei 140 wartet hier ein mächtiger, horizontaler Widerstand. Wird er überwunden, lohnt auch hier der sofortige Call-Einstieg, wobei ebenfalls gleich nach dem Start ein enger Stopp platziert werden sollte. Kann der Kurs die genannte Hürde nehmen, ist nach oben (fast) alles drin. Dabei sein sollte sich lohnen!

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Viel Erfolg und beste Grüße!

Axel Retz

About the Author:

Axel Retz ist seit über 25 Jahren als Chefredakteur von Börsenmagazinen und Börsendiensten tätig und betreibt das Portal private-profits. Konservative Anleger finden dort seit Jahren bewährte, treffsichere Strategien zur Outperformance der Märkte in Hausse- und Baissephasen. Aggressivere Trader finden alle notwendigen Tools, um mit kleinem Einsatz kurzfristige Gewinne zu erzielen. „Phasen, in denen sich keine Gewinne erzielen lassen, das sind die Seitwärtsmärkte. Aber sie sind nichts anderes als Unterbrechungen im Trendverhalten. Technische oder fundamentale Analyse? Für mich macht es die Mischung!“

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