By 5. April 2013 Read More →

Die Warnsignale mehren sich, nicht nur in den USA

Noch ist nicht viel passiert – aber es riecht nach einer Top-Bildung. Der breite Markt scheint von innen eher aufzuweichen, ohne dass Sie dies bisher in den bekannten Indizes erkennen können.

 

Liebe Leserinnen und Leser,

hoffentlich haben Sie schöne Ostertage verbracht und sind nun wieder frisch und ausgeruht. Denn ich habe das Gefühl, daß wir im nun beginnenden Quartal an den Börsen sehr viel konzentrierter als im vergangenen agieren müssen. Die vergangenen Tage haben mich etwas an das berüchtigte „Window-Dressing“ der Verwalter erinnert. Ganz nebenbei haben auch wichtige Daten wie Verbrauchervertrauen und Arbeitsmarkt mehr als enttäuscht.

Wie gewohnt sollen Sie meine Meinung nicht als generelles Verkaufssignal begreifen. Aber ich will Ihnen ein paar Gründe darlegen, warum sich die Gefahr einer übrigens völlig üblichen Korrektur erhöht. Ich stütze mich dabei nicht auf trendfolgende Indikatoren, die immer dem Markt hinterherhinken, sondern auf Marktbreite und Trendbestätigung.

Sehr häufig habe ich Sie hier schon mit der Dow-Theorie und dem Transportsektor „gequält“. Dieser sollte in stabilen Marktphasen den Dow Jones Industrial Index bestätigen – was er aber aktuell leider nicht tut.

In dieser Woche hat sich im P & F Chart ein Verkaufssignal gebildet, was die Gefahr eines Doppeltops verstärkt. Wie Sie sehen, hat sich die aktuelle negative 0-Spalte (Ziffer 4 für April) unter die vorhergehende 0-Spalte geschoben. Momentan ist also das Angebot aus irgendwelchen Gründen größer als die Nachfrage bei den sehr konjunkturempfindlichen Transportaktien und der Sektor wird von der Angebotsseite bestimmt. Nach der sehr starken Kursentwicklung im Januar und Februar (beachten Sie die entsprechende X-Säule) ist dies auch keine große Überraschung. Der Sektor ist ein Warnsignal dafür, dass wir im April endlich Gewinnmitnahmen erleben, die an der Börse die Regel und nicht die Ausnahme sind. Dieses Bild zeichnen auch andere wichtige Sektoren.

 

Wichtiger Energiesektor schwächelt

Bekanntlich gehören auch die Energie- und Ölaktien zu den Trendsettern der Börse. Dies ist kein Wunder, da eine freundliche Konjunkturlage mit großem Hunger nach Öl und Energie verbunden ist.

Genau dieser Hunger könnte sich demnächst abschwächen – glaubt man an die vorauslaufende Funktion der Aktien des Energiesektors. Diese zeigten sich jüngst weniger optimistisch und deuten an, dass große Investoren ganz langsam beginnen, ihre Positionen abzubauen. Dies ist natürlich in einem freundlichen Börsenumfeld einfacher als wenn die große Herde der Lemminge schon wieder in Bewegung ist und ebenfalls aussteigen will.

Noch ist nicht viel passiert – aber es riecht nach einer Top-Bildung bei knapp 80 Punkten. In den vergangenen drei Sitzungen hat sich der Druck erhöht und die 50-Tage-Linie ist in akuter Gefahr. Sollte diese unterschritten werden, wäre dies ein weiterer Warnschuss. Beachten Sie aber auch den MACD, der an kritischer Stelle in der Nähe der Null-Linie ein Verkaufssignal ausgelöst hat. Vor allem zeigt er sich aber divergent zum Kursverlauf des Sektors und auch das Histogramm wird negativ (die blauen Balken deuten auf zunehmenden Verkaufsdruck). Auch der wichtige Energiesektor deutet an, sich nun wieder verstärkt auf die Risiken der Märkte zu konzentrieren.

 

MDAX kommt aus dem Tritt

Fast hätte man es nicht mehr für möglich gehalten – aber nun geht sogar dem unverwüstlichen MDAX nach einer Rallye von etwa 20 % die Puste aus.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Vorgestern ist der kleine Bruder des DAX unter seine stark steigende 21-Tage-Linie gefallen und wird nun wahrscheinlich den 50-Tage-Durchschnitt testen. Der MACD hat auf „Verkauf“ gedreht.

Da risikoscheue Investoren meist bei den zyklischen kleineren Werten zuerst abspringen, würde ich diese Entwicklung gut im Blick behalten. Da der April saisonal zu den negativen Monaten zählt, könnten alleine aus diesem Grund die Bären demnächst selbstbewusster als bisher auftreten.

 

Der innere Markt bröckelt leicht

In dieses Bild passt auch der schnelle Risikoindikator des inneren Marktes, der gestern deutlich unter die Räder kam.

Mehr als 14 % der an der New Yorker Börse NYSE gehandelten Aktien verlor ihre wichtigste Unterstützung – die 50-Tage-Linie. Es wird also quer über die Sektoren kurzfristiges Kapital abgezogen. Beachten Sie bitte die frische negative 0-Spalte (4 für April ganz rechts)

Noch ist nicht viel passiert – aber es ist meiner Meinung nach nicht die Zeit, sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Bald wird es bestimmt wieder ein komfortableres Chance-Risiko-Verhältnis geben.

Zur Erinnerung: Abgebildet sehen Sie den wichtigsten kurzfristigen und objektiven Risiko-Indikator des inneren Marktes. Dieser zeigt den  Prozentsatz der Titel an der NYSE, die oberhalb ihrer 50-Tage-Linie handeln. Damit wird grundsätzlich die Marktbreite verdeutlicht und überprüft, ob viele Einzeltitel oder nur wenige hochkapitalisierte Aktien eine Bewegung mittragen. Oberhalb von 70 % beginnt die obere extreme Zone, die einen überhitzten Marktzustand konstatiert und bei 30 % die überverkaufte. Der hier gezeigte 50-Tage-Indikator ist ein Instrument, dass Ihnen aus einer völlig anderen Perspektive zeigt, mit welchem Risiko-Grad Sie aktuell investiert sind.

 

Falls Sie Fragen zum Text haben, oder nach meinem bestem Wissen und Gewissen sichere und sinnvoll diversifizierte Anlagen suchen, unterstütze ich Sie gerne. Ebenfalls, falls Sie sich für einen fairen Depotcheck, die neue Vermögensverwaltung oder meine Anlageberatung interessieren.

 

Viel Erfolg mit Ihren Positionen in den kommenden Tagen und alles Gute wünscht Ihnen

 

Ihr Klaus Buhl

 

 

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

About the Author:

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

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