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By 8. April 2013 Read More →

Ein Feuerwerk an Trading-Ideen

Trader haben Anlegern voraus, dass es ihnen sehr egal ist, in welche Richtung die Kurse gehen. Und während unter den Anlegern wieder das große Zittern begonnen hat, laufen sie sich warm. Wie es jetzt wieder aussieht, warten sehr viele Chancen auf sie.

 

Liebe Leserinnen und Leser,

heute vorab etwas in eigener Sache: Ich bitte um Verständnis, dass ich Anfragen zu diesem Newsletter nur teilweise beantworten kann. Erst einmal sind teilweise über 50 Zuschriften/Anfragen pro Woche einfach dermaßen zeitaufwändig, dass meine „restliche“ Arbeit davon in Mitleidenschaft gezogen würde.

Zu Anfragen wie zu venezuelanischen Anleihen (der Newsletter der letzten Woche) darf  ich keine konkreteren Empfehlungen abgeben, da mir das Wertpapierhandelsgesetz schlichtweg untersagt, Empfehlungen zu Anlagen zu publizieren, die ich nicht zuvor in einem meiner Börsendienste empfohlen habe. Zum Nordea-Fonds, den ich im „Kapitalschutz-Brief“ schon länger halte, durfte ich Ihnen also eine WKN mitteilen. Zu venezuelanischen Anleihen nicht. Und selbstverständlich halte ich mich daran …

Heute wird es ausnahmsweise einmal sehr „technisch“. Korea, die US-Arbeitsmarktdaten, die neu ausgebrochene Vogelgrippe, den Euro und die Steueroasen-Geschichte mögen sich Andere vornehmen. Wer mit Charts so gar nichts anfangen kann, sollte seine Zeit ab hier besser nutzen. Für alle Übrigen wird es sicherlich sehr spannend.

Gold: Unter 1.525 US$ Put-Chance

In meinem „Kapitalschutz-Brief“ habe ich für das „Vorsorge-Depot“ Anfang 2007 erstmals Gold empfohlen. Schon damals ausdrücklich nur als Münzen wie Maple Leaf, American Eagle, Philharmoniker, Kruegerrand etc. Der Unzenpreis für das Edelmetall lag damals bei 628,70 US$.

Die seitdem erzielte Performance lassen wir einmal außen vor. Denn das ist „Schnee von gestern“. Viel wichtiger ist, warum ich seit damals immer und immer wieder unterstrichen habe, Edelmetalle ausschließlich physisch zu kaufen – nicht als „Zertifikat“, Xetra-Gold etc. oder angeblich bombensichere, durch physisches Material hinterlegte Papiere. Denn eines ist ja klar: Die Masse der Anleger, die in die Edelmetalle geht, tut das zu Absicherungszwecken – und oftmals aus einem zunehmenden Misstrauen gegenüber den Papierwährungen. So weit, so gut.

ABN Amro, eine gerade auch im Edelmetallbereich sehr aktive Bank, teilte ihren Kunden zu Monatsbeginn lapidar mit, beim Verkauf von Anlagen in Gold künftig nicht mehr das Edelmetall selbst, sondern den aktuellen Gegenwert in Geld auszahlen zu wollen. Wie leider so oft bei derartigen „verbrieften“ Anlagen in Gold oder Silber versteckte sich der Pferdefuß im Kleingedruckten des Prospekts, das ja ebenso wie ellenlange AGB so gut wie niemand liest.

Mittlerweile hat die Bank zwar einen Teilrückzieher gemacht, nun aber müssen Kunden, die tatsächlich Gold statt Geld haben wollen, erst ein weiteres Konto bei der schweizerischen UBS eröffnen. Wer sich diesen und noch jede Menge anderen möglichen Ärger ersparen möchte, folgt bitte einfach meinem Rat, Edelmetalle eben ausschließlich als Münzen (oder Barren) zu kaufen. Da wissen Sie, was Sie haben. Eines dürfte auf den ersten Blick auffallen: Italiens Wahlchaos, das Zypern-Dilemma, angedrohte weitere Herabstufungen durch die Ratingagenturen, völlig hemmungsloser Notenbankexzess nun auch in Japan, Koreakrise etc. haben dem Goldpreis ebenso wenig Auftrieb geben können wie die in der abgelaufenen Woche abbröckelnden Aktienmärkte.

Das ist schon einmal bedenklich: Reagiert ein Markt auf fundamentale Ereignisse gar nicht oder sogar „in die verkehrte Richtung“, ist das ein starkes Warnsignal. Und: Rückläufige Aktienkurse und die völlig erodierten Renditen an den Anleihemärkten wären doch für Gold als Anlagealternative ein klares Kaufsignal, sollte man meinen. Aber nichts da. Stattdessen hat der Unzenpreis jetzt fast schon wieder die bei 1.525 US$ untere Begrenzung eines rund 260 Dollar breiten charttechnischen „Rechtecks“ erreicht. Behalten Sie diese Marke einfach im Hinterkopf. Denn wird sie unterschritten, winkt ein kräftiger Rücksetzer mit einem „rechnerischen Kursziel“ von 1.265 US$, der sehr profitabel umsetzbar wäre.

XAU: Edelmetallaktie im freien Fall

Zwei Argumente sprechen derzeit gegen die Edelmetalle. Zum einen natürlich (ich hatte es hier ja wiederholt unterstrichen), dass die Analysten und Schwarzmaler mit ihres „Hyperinflationsszenarios“ bis jetzt erkennbar völlig daneben liegen.

Was wir erst in der letzten Woche wieder gesehen haben, sind rückläufige Teuerungsraten (in Deutschland z. B. im März im Jahresvergleich nur noch 1,4 Prozent). Vor dem Hintergrund der weltweiten Notenbankpolitik spricht das sogar recht deutlich für eine sich entwickelnde Deflation. Damit aber fällt das Inflationsschutz-Argument für die Edelmetalle fort. Einen deutlichen Warnhinweis für die Edelmetalle sendet aber auch der Gold- und Silberminen-Index der Börse von Philadelphia (XAU) aus.

Traditionell laufen die Minenwerte den Edelmetallpreisen auf der Zeitachse ein gutes Stück voraus. Und wie Sie sehen, hat der XAU gerade noch einmal eine Schippe nach unten draufgelegt. Aber auch sentimenttechnisch gibt es einen guten Grund, den Goldpreis jetzt im Auge zu halten. Seit dem Jahreswechsel 1997/1998 hat sich beim Prozentsatz der positiv eingestellten Berater zum Goldpreis so etwas wie ein stabiler Aufwärtstrend entwickelt. Derartige psychologische Trends finden sich weit häufiger als von den meisten vermutet.

Wie Sie im Chart erkennen, steht dieser Trend heute erneut zur Disposition. Kommt es zu einem Bruch der Aufwärtstrendlinie, dürfte das einem langfristigen Stimmungsumschwung an den Edelmetallmärkten gleichzusetzen sein.

Silber: An wichtiger Unterstützung

Aber nicht nur Gold, auch Silber befindet sich charttechnisch derzeit in einer sehr spannenden Phase. Vom letzten Hoch aus gesehen, hat der Unzenpreis satte 45 Prozent verloren. Wer also etwa vor zwei Jahren Silber zum Zwecke des Werterhaltes gekauft hat, für den ging dieser Schuss gehörig nach hinten los.

Wie bei Gold ist auch hier der langjährige Aufwärtstrend definitiv zu Bruch gegangen. Noch aber hat bei Silber die bei 26,40 USD/oz. verlaufende Horizontalunterstützung gehalten. Fällt auch sie,hat Silber ein praktisch unterstützungsfreies Abwärtspotential bis rund 20 US$ vor sich.

Für Gold und Silber gilt daher jetzt erhöhte Wachsamkeit. Fallen die genannten Auffanglinien, sollten physische Bestände durch Putpotionen so abgesichert werden, dass kein Verlust entsteht. Drehen die Edelmetalle wieder nach oben, ist diese „Versicherungsprämie“ zwar ggf. fort, Sie verlieren aber auch nichts. Nehmen Gold und Silber aber die Nase nach unten, spielen Ihnen die Puts das an Gewinn in die Hand, was Sie in den Metallen selbst verlieren – und Sie müssen nicht darüber nachdenken, das ja zu Absicherungszwecken gekaufte Material zu verkaufen!

Für Spekulanten sind die Marken 1.525 USD beim Gold und 26,40 USD beim Silber natürlich nicht minder interessant. Und wenn man bedenkt, wo die Edelmetalle im Zuge der Finanzkrise Ende 2008 gelandet waren, ist die Ausgangslage heute um so interessanter.

Nikkei, Nasdaq 100 und DAX

Neben den Edelmetallen haben aber auch einige Aktienmärkte zum Wochenschluss charttechisch Bemerkenswertes abgeliefert. Beginnen wir mit dem Nikkei. Je besinnungsloser die Bank of Japan mit der Liquiditätskeule schwingt, umso euphorischer werden die Käufer. Wie das argumentativ einzuordnen ist, soll heute nicht Thema sein, heute geht es ja um die „Technik“.

Und da heißt es jetzt, in den kommenden Tagen aufzupassen. Denn Im Kerzenchart hat der Nikkei am Freitag einen geradezu lehrbuchmäßig perfekten „Shooting Star“ abgeliefert.

Unter den Werkzeugen der Candlestick-Charttechnik gehört der Shooting Star zu den treffsicheren Formationen – wenn er im Folgenden durch entsprechende Kursbewegungen bestätigt wird. Für sich allein genommen stellt er nur einen Hinweis auf das mögliche Ende der Aufwärtsdynamik dar. Erst wenn die Kurse jetzt auch tatsächlich den Dreh nach unten vollziehen, ist das Verkaufssignal in trockenenTüchern.

Der Blick auf den Nasdaq 100 ist vor allem deshalb von Interesse, weil der Technologie-Index für die Wall Street eine ganz ähnliche Funktion hat wie der XAU für die Edelmetalle: Er deutet mögliche Trendwenden frühzeitig an.

Wie der Chart zeigt, ist der im Frühjahr 2009 gestartete Aufwärtstrend hier aktuell noch klar intakt. Die nächsten Handelstage dürften zeigen, ob es dabei bleibt. Denn die im Kursverlauf jetzt entstandene, lupenreine „Schulter-Kopf-Schulter“-Trendwendeformation ist unübersehbar.

Aber auch hier heißt es erst einmal nur abwarten. Denn kann der Index vom jetzigen Stand aus weiter zulegen und das ja nur einen Steinwurf entfernt liegende Hoch vom September überwinden, ist die Trendwendeformation „entschärft“. Misslingt dieser Befreiungsschlag, springt auch für die zuletzt rekordverwöhnte Wall Street die Börsenampel auf Gelb um. Für den DAX ist sie das bereits.

In der letzten Woche schrieb ich dazu, dass wir im Deutschen Aktienindex das neue Signal jetzt sozusagen auf dem Tablett serviert bekommen würden. Und wir haben es serviert bekommen. Denn nach einem durchaus hoffnungsvollen Wochenbeginn mit einer neuen Annäherung an die 8.000er Marke rutschte der Kurs dann doch deutlich ab.

In der Folge durchbrach der DAX nun erstmals die seit Juni letzten Jahres etablierte Haussegerade, die er am letzten Wochenende gerade noch einmal hatte verteidigen können. Markttechnisch muss unterschieden werden: Auf Tagesbasis feuern die Indikatoren nun sozusagen aus allen verfügbaren Rohren Verkaufssignale ab. Auf Wochenbasis hingehen, Sie sehen es im abgebildeten Chart, hält sich der Trendindikator meines Kapitalschutz-Briefs immer noch auf der Aufwärtsseite auf.

Das passt recht gut auch zum charttechnischen Bild. Denn bei 7.600 Punkten wartet die durch das Mai-Hoch 2011 definierte, waagerecht verlaufende Unterstützung. Wenn es den Bären gelingt, auch diese Verteidigungsbastion der Haussiers zu brechen, scheint der Weg nach unten risikoloser begehbar als derzeit noch. Aber diese Entscheidung ist ja jetzt nicht mehr einmal ein Prozent weit entfernt.

Was auch immer die kommenden Tage bringen, mit Gold, Silber, dem Nasdaq 100 und dem DAX scheinen sich nun einige sehr viel versprechende neue Positionen in der Pipeline zu befinden.

Viel Erfolg und beste Grüße!

Axel Retz

www.private-profits.de

 

 

Axel Retz ist seit über 25 Jahren als Chefredakteur von Börsenmagazinen und Börsendiensten tätig und betreibt das Portal private-profits. Konservative Anleger finden dort seit Jahren bewährte, treffsichere Strategien zur Outperformance der Märkte in Hausse- und Baissephasen. Aggressivere Trader finden alle notwendigen Tools, um mit kleinem Einsatz kurzfristige Gewinne zu erzielen. „Phasen, in denen sich keine Gewinne erzielen lassen, das sind die Seitwärtsmärkte. Aber sie sind nichts anderes als Unterbrechungen im Trendverhalten. Technische oder fundamentale Analyse? Für mich macht es die Mischung!“

About the Author:

Axel Retz ist seit über 25 Jahren als Chefredakteur von Börsenmagazinen und Börsendiensten tätig und betreibt das Portal private-profits. Konservative Anleger finden dort seit Jahren bewährte, treffsichere Strategien zur Outperformance der Märkte in Hausse- und Baissephasen. Aggressivere Trader finden alle notwendigen Tools, um mit kleinem Einsatz kurzfristige Gewinne zu erzielen. „Phasen, in denen sich keine Gewinne erzielen lassen, das sind die Seitwärtsmärkte. Aber sie sind nichts anderes als Unterbrechungen im Trendverhalten. Technische oder fundamentale Analyse? Für mich macht es die Mischung!“

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