By 17. April 2013 Read More →

Die Börsenampel springt auf „Rot“

An den Aktienmärkten scheint bereits das erste Hitzegewitter aufzukommen. Am Montag sendete der wichtigste Risiko-Indikator der New Yorker Börse ein deutliches Warnsignal. Der Goldpreis könnte hingegen vor einer ordentlichen Gegenbewegung stehen.

 

Liebe Leserinnen und Leser,

hoffentlich konnten Sie das schöne Frühlingswetter genießen und sich entspannen. Denn ich habe das Gefühl, daß die kommenden (Börsen) Tage Ihre volle Aufmerksamkeit benötigen werden. Dies ist wie immer keine Crash-Warnung, da ich nach wie vor keine Glaskugel besitze. Aber immerhin ist der für mich wichtigste Risiko-Indikator auf „rot“ gesprungen. Daher sollten Sie die offensive Mannschaft durch die  defensive ersetzen und Ihre Stopps sorgfältig beachten. Falls wir kein Fehlsignal sehen, beginnt nun eine Zeit, in der „Mr.Market“ im Vorteil sein und versuchen wird, Ihnen möglichst viele Punkte der jüngeren Vergangenheit wieder abzuknöpfen. Positiv ist einerseits, daß der Index oberhalb der kritischen Grenze von 70 % notiert und daher noch kein klassisches Verkaufssignal generiert hat. Auf der anderen Seite ist aber die heutige Fallhöhe umso markanter.

Da haben die europäischen Indizes ja heute Vormittag ganz schön Luft abgelassen. 200 Punkte binnen zehn Minuten verlor der DAX – wirklich bemerkenswert. Übrigens völlig ohne relevante Nachrichten, falls ich das richtig beurteile. Ich interpretiere dies als Warnsignal, denn der breite Markt hat sich am Montag sehr deutlich abgeschwächt und unterhalb der Oberfläche brodelt es gewaltig. Obwohl sich zuletzt gute und schlechte Nachrichten die Waage hielten, und die US-Indizes sogar jüngst neue Hochs schafften, ist der wichtigste Risiko-Indikator der New Yorker Börse am Montag auf „rot“ gesprungen. Vom Hoch gezählt hat sich die Anzahl der Kaufsignale nach P & F um mehr als sechs Prozent verringert. Dies ist die kritische Anzahl die benötigt wird, um einen Wechsel von einer X-spalte in eine negative 0-Spalte zu erzeugen. Dies bedeutet, dass aus Gründen die wir heute nicht kennen, von bestimmten Investoren Kapital abgezogen wird. Quer über die Branchen und Sektoren hinweg. Hier können Sie mehr über die Hintergründe der Philosophie lesen.

 

Innerer Markt deutet auf steigende Risiken

 

Quelle: stockcharts.com

Nur kurz zur Erinnerung:

Der NYSE BPI wird berechnet, indem alle an der New Yorker Börse gelisteten Aktien ausgewertet und gezählt werden, wieviele von ihnen sich auf einem Point &Figure Kaufsignal befinden. Diese Anzahl wird durch die Gesamtzahl der an der NYSE gelisteten Aktien dividiert und auf 100 Prozent bezogen.

Wenn nun eine größere Anzahl an Aktien von einem Point &Figure Kaufsignal in ein Point &Figure-Veraufssignal wechseln, so lässt sich daraus folgern, dass in einem gewissen Umfang Kapital aus dem Markt fließt.  Und natürlich umgekehrt.

Damit bleibt noch die Frage, ab wann ein derartiger Mittelzufluss oder Kapitalabzug relevant ist. Denn man möchte sich ja als Anleger nicht bei jeder kleinen Kursbewegung erneut die Frage stellen, wie nun vorzugehen ist und ob sich ein neuer wichtiger Trend etablieren könnte. Historisch bewährt hat sich hier die Schwelle von 3 Boxen. Wenn also der Index über 3 Boxen steigt oder fällt, findet ein Wechsel in eine neue X- oder O-Spalte statt. Deswegen stehen in einer Spalte auch entweder nur X oder 0. Entweder sind die Bullen oder die Bären eindeutig im Vorteil in einer bestimmten Marktphase und entsprechend sollten Sie agieren.

 

 

Gold: Ende des Gemetzels

Viel wurde gesagt und geschrieben über den crashartigen Ausverkauf am Goldmarkt. Bekanntlich wurde unter hohem Volumen die vermeintlich betonharte Unterstützung bei 1.500 $ pulverisiert. Sehr schnell wurden  automatische Verkäufe ausgelöst und die Lawine von stopp-loss Verkäufen losgetreten. Diese verstärkte sich rasch in Folge der Exekutionen nach den berüchtigten „Margin-Calls“ durch die Broker nach Unterschreitung der hinterlegten Sicherheiten.

Die Ursachen für den Ausverkauf sehe ich in einer gezielten Preis-Drückung einiger Investmentbanken, die eine ungeschickte Äußerung des EZB-Präsidenten Draghi ausgenutzt haben. Dieser schlug vor wenigen Tagen vor, dass Zypern zur eigenen Rettung auch die Goldreserven anzapfen könne. Natürlich reicht die Goldmenge Zyperns bei Weitem nicht aus, den Gold-Crash zu begründen. Aber die Überlegung vieler Anleger ging wohl gleich weiter in Richtung der Goldreserven von Italien, Spanien, Portugal und Frankreich.

 

Quelle: stockcharts.com

 

So eine dynamische und negative 0-Spalte sieht man nicht jeden Tag. Daher will ich Ihnen heute den schnörkellosen P & F Chart nicht vorenthalten. Unterhalb von 1.530 gab es kein Halten mehr – vermutlich weil sich kaum jemand vorstellen konnte, dass trotz aller nach wie vor intakten funda-mentalen Gründe für Gold so etwas möglich wäre. Vielleicht überlegen Sie nun, warum ich dem Goldpreis eine gute Chance auf eine ordentliche Gegenbewegung zubillige? Deshalb, weil der Preis bis in die Region vom Oktober 2010 durchgereicht wurde. Damals begann die große Euphorie für Gold, als die FED sich äußerte, für längere Zeit die Zinsen zu drücken. Falls diese Euphorie – oder extreme Spekulation – aus dem Goldpreis abgelassen wurde, wäre das ein gutes Zeichen.

Hinzu kommt das alte Argument, daß die Banken kein Interesse an einem hohen Goldpreis und hohen Beständen der Kundschaft haben, da es hier weder Bestandsprovisionen noch Managementgebühren zu verdienen gibt. Mal ganz davon abgesehen, dass man mit Gold keine Geldschöpfung betreiben kann. Ein wichtiger Auslöser für den Einbruch war daher sicherlich auch eine konzertierte Aktion verschiedener Institutionen am Terminmarkt. Vielleicht erklärt sich ja nun auch die kürzlich öffentliche Ansage von Star-Investor Soros, eigen Gold-Positionen abzubauen. Schließlich kann man ja nun wieder günstig (er) einkaufen. Ein Schelm wer dabei böses denkt.

Die konkreten Handelsanweisungen nach dem Einbruch beim Gold und nach den Warnsignalen des „Inneren Marktes“ erhalten Sie seit kurzem in meinem neuen Premium-Dienst. Hier zeige ich konkret, wie Sie sich an den extremen Punkten eines Sektors oder des breiten Marktes verhalten sollten, um nicht durch das Getöse der Massenmedien  unter die Räder zu kommen. Denn wie Ihnen die heutige erste Grafik zeigt, funktioniert die Methodik objektiv und unbestechlich. Sowohl für die NYSE als auch für die relative Stärke der industriellen Branchen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit Ihren Positionen in den kommenden Tagen, an denen ich übrigens auch eine höhere Volatilität erwarte.

 

Herzliche Grüße aus dem Rheinland,

 

Ihr Klaus Buhl

 

 

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

About the Author:

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

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