Deutsche Bank: Vier Mrd. Euro in vier Tagen

Wichtige Details der Einigung mit Griechenland stehen zwar noch aus, aber schon jetzt schwenkt der Markt allmählich wieder in den Risikomodus. Zu Wochenbeginn waren Finanzwerte ganz oben in der Gewinnerliste zu finden, die Sorgen um mögliche Ansteckungseffekte der Griechenland-Krise auf die Euro-Peripherieländer lassen somit nach.

  

Auch wenn noch längst nicht die Tinte unter dem neuen dreijährigen Rettungsprogramm über rund 86 Mrd. Euro für Griechenland getrocknet ist, feiert die Börse bereits eine Lösung im Schuldenstreit mit Athen. Kaufe bei Gerüchten, verkaufe bei Fakten. Weit oben in der Gewinnerliste reihten sich zu Wochenbeginn vor allem Aktien ein, die auch schon im ersten Quartal zu den Favoriten zählten.  

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Seit Ende vergangener Woche kletterten Bayer, Deutsche Telekom und Deutsche Bank bereits um mehr als zehn Prozent. Auch BASF, Allianz und SAP sind unter den Top 10-Plätzen zu finden, Siemens rangiert auf Rang zwölf. Gekauft wurden somit vor allem die für den DAX richtungsweisenden Indexschwergewichte. Allianz, BASF, Bayer, SAP und Siemens kommen insgesamt auf eine Gewichtung von rund 40 Prozent. Besonders ausländische Investoren sind hier wahrscheinlich aufgrund der hohen Liquidität wieder verstärkt eingestiegen. Entsprechend stark legte daher auch der DAX im Vergleich zu anderen Indizes zu.

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Deutsche Bank holt auf

Auch die Papiere der Deutsche Bank profitierten in den vergangenen Tagen, der Börsenwert der Frankfurter kletterte um rund vier Mrd. Euro. Anders als bei vielen anderen Blue Chips ist hier die Unsicherheit wesentlich größer. Sowohl die zahlreichen Skandale der Vergangenheit als auch der Vorstandswechsel sprechen nicht gerade für den Finanzwert. Auch im Hinblick auf die Bewertung kann nicht gerade von einem Schnäppchen die Rede sein. Auf Basis der Gewinnschätzungen für 2016 liegt das KGV bei 12,8 und damit bereits über dem langjährigen Durchschnitt. Die Dividendenrendite fällt mit 2,5 Prozent ebenfalls nicht verlockend aus, nur das KBV von 0,6 ist durchaus günstig – zeigt aber auch, wie groß die Skepsis der Marktteilnehmer ist.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Charttechnisch blieb den Anlegern im Juni nur denkbar knapp ein Verkaufssignal erspart. Ähnlich wie bei einigen anderen Blue Chips wurde die 200-Tage-Linie kurzzeitig unterboten. An der horizontalen Unterstützung um 26,50 Euro nutzten Schnäppchenjäger das ermäßigte Niveau und sorgten für eine Stabilisierung. Diese Marke sollte auch künftig nicht mehr unterboten werden. Der Blick ist nun aufwärts gerichtet, die nächste Barriere lauert bei knapp 30 Euro. Das Preis-Volumen-Gebirge (am rechts Rand des Charts) fällt oberhalb der Schwelle deutlich ab, was durchaus Fantasie auf der Oberseite aufkommen lässt. Dazu muss die runde Marke aber erst überboten werden. Mit einer Differenz von gut sechs Prozent zur 21-Tage-Linie hat sich die Aktie bereits recht weit von ihrem Monatsmittelwert noch oben abgesetzt. In den vergangenen zwölf Monaten kam es häufig ab einem Abstand von 6,4 bis maximal 8,7 Prozent zu einer Umkehrbewegung (s. Indikator unter dem Chart). Ein dynamischer Sprung über die 30er-Marke und anschließender Rally bis an die nächste Hürde bei 32 Euro ist daher nicht zu erwarten. Nur wenn es zu einer ähnlichen Übertreibung kommt wie zuletzt Anfang 2014 (Differenz zur 21-Tage-Linie: 14 Prozent), erscheint ein Test des Jahreshochs in Reichweite. Nachhaltig waren diese Bewegungen in der Vergangenheit allerdings nicht, häufig kam es zu einer ebenso zügigen Korrektur.

Fazit: Kurzfristig ist mit einer gesunden Atempause zu rechnen, anschließend sollte die 30er-Schwelle sich nicht als große Herausforderung erweisen. Ziele liegen in einem freundlichen Umfeld bei 32 und 33,40 Euro

 

Posted in: Aktien, Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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