By 18. November 2014 Read More →

Deutsche Bank nur auf Platz 28 von 30

Mit dem freundlichen Wochenauftakt hat der DAX ein frisches Verkaufssignal nur knapp verhindert. Doch noch wäre es zu früh, Entwarnung zu geben. Denn vor allem die technische Verfassung der Indexmitglieder stimmt nachdenklich.

Vorerst bleibt es dabei: An dem amerikanischen Börsen herrscht Stillstand. Zumindest auf Schlusskursbasis erreichten Dow Jones sowie S&P 500 neue Rekorde, überzeugend war die Vorstellung aber nicht. Bereits seit mehreren Tagen laufen die Indizes in einer extrem engen Handelsspanne, technisch bildete sich eine Reihe von Dojis aus. Diese sehr kleinen Kerzen signalisieren eine erhöhte Unsicherheit. Wenig überraschend, denn die US-Indizes haben sich im internationalen Vergleich sehr gut entwickelt und sind kurzfristig kräftig überhitzt. Auf der anderen Seite hält aber die Hoffnung auf eine bevorstehende Jahresendrally viele investierte Anleger davon ab, ihre Positionen glattzustellen. Im Ergebnis dümpelt der Markt seitwärts. Sollte diese Entwicklung aber noch einige Tage andauern, wird es gefährlich. Denn je länger und enger Seitwärtsbewegungen bestehen, desto größer sind vielfach die anschließenden Ausbruchsbewegungen nach oben oder unten. Saisonal betrachtet neigen die Börsen bis Thanksgiving (Ende November) eher zur Schwäche. Der kleine Verfall an den Terminmärkten am Freitag könnte als Auslöser für eine Korrektur dienen.

Hingegen zeigt der DAX unverändert ein gewisses Eigenleben. Die wesentlich schlechtere Performance gegenüber dem S&P 500 scheint bisher auch keine Schnäppchenjäger anzulocken, zu groß ist offenbar das Risiko mit Blick auf die europäische Konjunktur / Krise in der Ukraine. Auch unter der Oberfläche sieht es nicht besser aus. Von den 30 Indexmitgliedern notieren mit Merck, Fresenius Medical Care und Fresenius nur drei Werte prozentual zweistellig über ihrer 200-Tage-Linie. Gerade für längerfristig ausgerichtete Investoren ist dies ein klares Warnsignal und zugleich Hinweis auf eine unverändert schwache Nachfrageseite. Dafür spricht auch, dass aktuell nur neun Aktien im DAX über ihrem langfristigen Durchschnitt notieren – eine geringe Quote. Vier Werte laufen sogar um mehr als zehn Prozent unter ihrer Signallinie: BASF, Deutsche Bank, Lufthansa und Lanxess. Wir werden uns die Tabelle sowie weitere Kennzahlen genauer im kostenlosen Chart-Webinar am Abend anschauen. Hier können Sie sich anmelden.

DAX: Stunden- und Tagesanalyse

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Mit der nun deutlich schwächeren Dynamik an den amerikanischen Aktienmärkten wird es auch für den DAX wesentlich schwerer, die nächste Hürde im Bereich um 9400 zu nehmen. Bereits seit Ende Oktober scheiterte der Index mehrfach an der Barriere, die zudem von der knapp darüber verlaufenden 200-Tage-Linie verstärkt wird. Auch dies ist eher negativ einzuordnen, denn auf Basis berechneter Mittelwerte ist die Tendenz für den DAX mit Blick auf die kommenden Monate negativ, wenn dieser seinen 200-Tage-Durchschnitt unterschritten hat (mehr dazu ebenfalls im Webinar).

Im kurzfristigen Bereich sind die wesentlichen Handelsmarken unverändert. Auf der Oberseite herrscht wie erwähnt seit mehreren Wochen ab Kursen von 9400 verstärkter Abgabedruck. Solange nicht mindestens die 200-Tage-Linie zurückerobert wird, sollten neue Long-Positionen gemieden werden.

Alternativ eröffnen sich gute Nachkaufgelegenheiten bei Rücksetzern an die 9150er-Marke. Hier wurde der DAX bereits mehrfach gekauft. Neben einer horizontalen Unterstützung sorgt auch die steigende 21-Tage-Linie für Sicherheit. Erfolgt aber der Durchbruch auf der Unterseite, drohen Verluste bis 8850.

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Wochenanalyse:

Ampel bleibt auf Orange

Die technische Lage im mittel- bis langfristigen Wochenchart bleibt unverändert angespannt. Mit dem Mitte Oktober erfolgten Mini-Crash löste der Markt zugleich eine breite Schiebezone zwischen 9000 bis 10.000 nach unten hin auf und lieferte ein klassisches Verkaufssignal. Abgeleitet aus der Höhe dieser Formation wäre eigentlich mit weiteren Verlusten bis in den Bereich um 7750 (roter Balken) zu rechnen. Dieses Kursziel wurde mit der jüngsten Abwärtsbewegung aber nicht erreicht. Der DAX drehte bereits knapp über den 2000 / 2007er-Hochs und eroberte zum Monatswechsel sogar die alte Seitwärtszone zurück. Wie haben somit eine klassische Patt-Situation, Verkaufs- und Kaufsignal heben sich mit dem erneuten Sprung über die 9000 per Wochenschluss auf. Negativ bleibt unverändert die seit dem Sommer bestehende intakte Serie von fallenden Bewegungshoch- und Tiefpunkten. Die grundsätzliche Tendenz am Aktienmarkt ist daher nur bestenfalls als seitwärts zu bezeichnen, mit starken Abwärtsrisiken. Diese eher pessimistische Einschätzung ändert sich erst, wenn der DAX das September-Hoch bei rund 9900 überwindet.

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Monatsanalyse:

Die Würfel sind offenbar gefallen

Im langfristigen Monatschart standen zwei Szenarien bisher im Blickpunkt: Entweder eine kurze Konsolidierung bei 10.000 mit anschließend weiter steigenden Kursen oder ein klassischer Retest der 2000 / 2007er-Hochs. Gerade die bearische Variante erschien zuletzt deutlich wahrscheinlicher, und so kam es nun auch. Der MACD leistete erneut sehr gute Dienste und warnte frühzeitig vor einer Korrektur. Ich hatte zuletzt mehrfach auf die erhöhten Risiken hingewiesen.

Für Anleger, die den Ausbruch Mitte 2013 verpassten, eröffnete sich somit auf den ersten Blick noch einmal eine gute Gelegenheit zum Einstieg. Allerdings hat sich die Lage im MACD noch längst nicht abgekühlt, wir handeln unverändert auf einem erhöhten Niveau, dass Verkaufssignal ist intakt. Bis in den Bereich um 7750 / 8000 bleibt das Szenario einer Retest-Bewegung noch möglich. Darunter wird es dann deutlich bearischer, Kursverluste bis an die gestrichelte Aufwärtstrendlinie (Hilfslinie) bei rund 6000 wären denkbar. Noch aber besteht Grund zur Hoffnung, dass wir diese Kursregionen nicht sehen werden.   

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Posted in: Deutschland, Indizes

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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