By 29. Juli 2013 Read More →

Der Königsweg zur üppigen Rente

Phantastische Arbeitslosenquote, steigende Renten, sinkende Rentenbeiträge. Soweit das Offizielle. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Wer für den Ruhestand auf Nummer sicher gehen will, muss ausgetretene Pfade verlassen.

 
Auf Wunsch des Reichskanzlers Bismarck kündigte Kaiser Wilhelm der Erste am 17.11.1881 erstmals Gesetze zur Sozialversicherung in Deutschland an. Bismarck fürchtete um den sozialen Frieden, da immer größere Teile der Bevölkerung verarmten. Bis zu Einführung der Rentenversicherung dauerte es dann noch einmal zehn Jahre.
Heute haben wir den sgn. Generationenvertrag, in dem die wirtschaftlich Aktiven von heute die im Ruhestand befindlichen wirtschaftlich Aktiven von gestern finanzieren. So weit, so gut. Oder anders: So weit die Theorie dieser an sich äußerst guten Idee. Mit der seit Jahrzehnten zu beobachtenden Veränderung der demographischen Pyramide ist der Generationenvertrag heutiger Prägung jedoch dem Untergang geweiht.
Schon 2040 wird das Verhältnis von Arbeitnehmern und über 60-Jährigen 1: 1 betragen. Und dann? Leider ist nicht zu erkennen, dass die Politik, der diese Zahlen bestens vertraut sein dürften, weiter zu denken bereit ist als bis zum nächsten Wahltermin. Und da die Mehrzahl der Wähler schon heute der Altersgruppe Ü50 zuzuordnen ist, wird sich Parteien übergreifend um eine wirkliche Reform des Rentensystems herumgedrückt und stattdessen vollmundig an die Verantwortung des Bürgers für die private Altersvorsorge appelliert.
Für viele Arbeitnehmer ist das allerdings ein makabrer Witz. Denn nach den in der abgelaufenen Woche vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung für 2010 veröffentlichten Daten liegt Deutschland im Vergleich von insgesamt 17 europäischen Ländern bei der Niedriglohnquote auf Platz 2. Noch düsterer sieht es nur in Litauen aus.
Für die kreative Arbeitsmarktstatistik, mit der sich vortreffl ich Wahlkampf machen lässt, ist ein Job ein Job, auch wenn er weniger Einkommen abwirft als zur Bestreitung des Lebensunterhaltes erforderlich. Für die kommende Entwicklung der Renten hingegen sind die heutigen Niedriglöhne so etwas wie die politisch grob fahrlässig herbei geführte, zumindest aber stillschweigend tolerierte Garantie der Altersarmut. Hinzu kommen noch ein paar Kleinigkeiten:
1. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Partei DIE LINKE von vorletzter Woche hervorgeht, ist der Kaufkraftschwund der Renten zwischen 2000 und 2012 im Westen um 19,0 und im Osten um 23,4 Prozent gefallen. Da sich die Renten an der Entwicklung der Löhne orientieren, sieht es dort nicht besser aus. Und das in einer Phase, wohlgemerkt, in der eine nennenswerte Inflation nur in den Köpfen stattgefunden hat (was Sie so oder so verstehen können).
2. Die zur Eurorettung bemühte Niedrigstzinspolitik führte und führt dazu, dass die Vorsorgebemühungen derjenigen, die sich das überhaupt leisten können, unter dem Strich meist zu einem Minusgeschäft werden.

Und 3. Diejenigen, die heute zu den Durchschnitts- oder Besserverdienenden zählen, stopfen mit ihren Beiträgen und Steuern die Löcher des Systems, das die Politik herbeigeführt hat. Sie zahlen für die Hartz IV-Bezieher, für die sgn. Aufstocker und für alle anderen Transferleistungen an diejenigen, die in Lohn und Brot stehen, davon aber einfach nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Da Arbeitnehmer und Rentner nur in ihrer Funktion als Steuerzahler  „systemrelevant“ sind, hat die Politik im Prinzip recht, wenn sie an die private Vorsorge appelliert. Zuerst aber müsste sie die Bedingungen schaffen, unter denen jeder dazu auch in der Lage wäre. Mit der Aufblähung des Niedriglohnsektors hat sie in den letzten Jahren jedoch das genaue Gegenteil getan. Mindestlöhne sind also so etwas wie der erste richtige Schritt – abgesehen einmal davon dass Parteien, die sich dem verweigern, erstens behandlungsbedürftig kurzsichtig, zweitens unanständig und drittens weder christlich noch sozial oder liberal sind.

 

Der Königsweg zur üppigen Rente

Nach all den vielen Jahren, in denen ich mich mit diesem Thema beschäftigt habe, hat sich eines immer klarer herauskristallisiert: Für „Otto Normalbürger“ gibt es nur eine einzige realistische Möglichkeit, auch im Alter finanzielle Unabhängigkeit zu genießen. Und diese Möglichkeit trägt den heute viel gescholtenen Namen „Finanzmärkte“! Nirgends sonst sind Sie unabhängiger von falscher Beratung, Eigeninteressen der Anbieter dubioser Vorsorgeprodukte, konjunkturellen Zyklen, dem Zinsniveau, der Notenbankpolitik, Wechselkursen und was weiß ich für Einflussfaktoren, die Ihr Ziel unterminieren oder gar durchkreuzen können.
Voraussetzung ist natürlich, dass Sie bereit sind, den Weg des Marktes mitzugehen, d. h. sowohl Hausse- als auch Baissephasen zu nutzen. All das Gerede von der angeblich unschlagbaren Rendite des Aktienmarktes ist dummes Geschwätz, wenn Sie nicht aus Zufall genau dann gekauft haben, wo es sonst so gut wie keiner tat: nämlich an einem Baissetief, also dann, wo Ihnen so gut wie jeder vom Einstieg abrät. Ansonsten sieht es eher ernüchternd aus. Wer sich etwa beim Aktienhype im März 2000, als der DAX zum ersten Mal die 8.000er Marke riss, zum Einstieg in den DAX verleiten ließ, der sitzt nach über 13 Jahren „Anlage“ trotz des jüngst erreichten neuen Allzeithochs heute infltionsbereinigt auf einem ansehnlichen Minus.
Wie sich das ändern lässt? Ganz einfach: Schon mit wirklich geringem technischem Aufwand können Sie beide Seiten des Marktes, also Hausse UND Baisse, für Ihren Vermögensaufbau nutzen, wie Sie im nebenstehenden Chart sehen, in den ich (Rot) einen Test-Indikator eingefügt habe. Die Interpretation: Steigt der DAX auf Basis des Monatsschlusskurses über die rote Linie, ist es an der Zeit, Index-Zertifikate zu kaufen. Und fällt er unter die rote Linie zurück, gehen Sie auf die Shortseite. Für die Praxis bedeutet das:

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Sie haben minimalen Aufwand. Nur einmal (am Monatsende) müssen Sie schauen, ob sich ein neues Signal ergeben hat. Und dann ggf. handeln. Ansonsten können Sie die Börse Börse sein lassen. Und wie Sie sehen, nehmen Sie dennoch alle großen Bewegungen des Marktes nach oben und nach unten profitabel mit. Ich meine:

Das ist der Schlüssel zur sicheren und vor allem üppigen Altersvorsorge, den Sie sonst wirklich nirgends geboten bekommen. Schon einmal gar nicht von Aktienfonds, die zur Performance „verdammt“ und daher so gut wieimmer ausschließlich der Aufwärtsseite verpflichtet sind. In der Regel verlieren diese Fonds dann in der nächsten Baisse auch wieder alles, was sie zuvor an Buchgewinnen erzielt hatten. Und:

Wie Sie im Chart sehen, beendete der DAX den Juni nur noch ganz knapp oberhalb der roten Linie. Was nicht mehr und nicht weniger bedeutet als dass schon am kommenden Mittwoch mit dem Monats-UItimo das nächste Signal zustande kommen könnte.

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Facebook: Ausbruch
Aus gutem Grund hatte ich Ihnen am letzten  Wochenende die Facebook-Aktie vorgestellt. Denn ein dermaßen perfektes „symmetrisches“ Dreieck
gibt es nicht alle Tage. Gefolgert hatten wir aus dieser Formation, dass es nun zu einem Ausbruch kommen musste, aus dem sich etwas machen ließe.
Wie Sie im aktualisierten Chart erkennen, kam diese Chartbesprechung genau zur richtigen Zeit. Denn einen Ausbruch wie diesen gibt es nicht alle Tage.
Über die langfristigen Perspektiven der Aktie ist damit natürlich kein Urteil gefällt. Aber bleibt der Wall Street eine größere Korrektur erspart, können sich die beim Börsengang von Facebook eingestiegenen Jung- Aktionäre berechtigte Hoffnungen auf ein Wiedersehen ihres Einstandspreises machen. Anteilseigner der Deutschen Telekom können das nicht. Womit ich nur feststellen möchte, dass eine Anlagestrategie wie oben für den DAX vorgestellt auf Sicht immer profitabler ist das Aufspringen auf jeden neuen Hype.

 

Wall Street: Risiko unverändert
Die erste Abwärtswende bei der Nachfrage nach Börsenkrediten in den USA habe ich hier vor drei Wochen abgebildet. Und seitdem gilt es, diesen zuverlässigsten aller Trendwendeindikatoren für die Wall Street nicht mehr aus den Augen zu lassen. Mit dem Freitagsschluss, da können die Haussiers noch einmal aufatmen, blieb das Interesse an Aktienkäufen auf Pump gegenüber der Vorwoche erneut unverändert. Im Gegenzug bedeutet das natürlich
auch, dass auch die Bären weiterhin hoffen können.

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Seitwärtsbewegungen dieses Indikators sind selten. Und länger als fünf Wochen haben sie in den vergangenen 30 Jahren noch nie gedauert. Wir können also davon ausgehen, dass wir hier bald die nächste Zacke sehen werden. Entweder nach oben, was wieder Entwarnung bedeuten würde. Oder eben abwärts, womit das Risiko eines baldigen deutlichen Abwärtsschubs in New York so  gut wie sicher wäre. Die Seitwärtsbewegung bei den Börsenkrediten dürfte daher mit Fug und Recht als Ruhe vor dem Sturm zu bezeichnen sein.

EUR/GBP: Countdown der Extraklasse
EUR/AUD hatten wir ja erst in der letzten Woche betrachtet. Und die dort skizzierten Chancen bestehen unverändert fort. Jetzt aber hat sich der Euro noch gegenüber einer anderen Währung in Stellung gebracht: gegenüber dem Britischen Pfund. Und falls es hier zum Ausbruch kommen sollte, steht Großes zu erwarten. Die Details:
Vom Ausbruch des Subprime-Desasters bis zum Zenit der Finanzkrise explodierte der Euro gegenüber dem Pfund um sage und schreibe 24 Cent (= 41
Prozent). Seit dem Hoch vom Jahreswechsel 2008/ 2009 hat sich im Chart nun eine lupenreine „Flagge“ gebildet, also eine Konsolidierungsformation, die es „in sich hat“.

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Denn kann sich der Kurs aus dieser Formation nach oben befreien, winkt nach dem charttechnischen Regelwerk eine neue Aufwärtsbewegung, die noch einmal die Strecke durchmessen sollte, die der Kurs vor dem Beginn der Flagge durchmessen hatte, also erneut 24 Cent. Rechnerisch entspräche das einem Kursanstieg bis 1,10. Auch EUR/GBP gehört daher jetzt unbedingt auf Ihre persönliche Watchlist!

 

Viel Erfolg und beste Grüße

Axel Retz

 

 

Axel Retz ist seit über 25 Jahren als Chefredakteur von Börsenmagazinen und Börsendiensten tätig und betreibt das Portal private-profits. Konservative Anleger finden dort seit Jahren bewährte, treffsichere Strategien zur Outperformance der Märkte in Hausse- und Baissephasen. Aggressivere Trader finden alle notwendigen Tools, um mit kleinem Einsatz kurzfristige Gewinne zu erzielen. „Phasen, in denen sich keine Gewinne erzielen lassen, das sind die Seitwärtsmärkte. Aber sie sind nichts anderes als Unterbrechungen im Trendverhalten. Technische oder fundamentale Analyse? Für mich macht es die Mischung!“

About the Author:

Axel Retz ist seit über 25 Jahren als Chefredakteur von Börsenmagazinen und Börsendiensten tätig und betreibt das Portal private-profits. Konservative Anleger finden dort seit Jahren bewährte, treffsichere Strategien zur Outperformance der Märkte in Hausse- und Baissephasen. Aggressivere Trader finden alle notwendigen Tools, um mit kleinem Einsatz kurzfristige Gewinne zu erzielen. „Phasen, in denen sich keine Gewinne erzielen lassen, das sind die Seitwärtsmärkte. Aber sie sind nichts anderes als Unterbrechungen im Trendverhalten. Technische oder fundamentale Analyse? Für mich macht es die Mischung!“

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