By 31. März 2014 Read More →

DAX stemmt sich gegen Schwäche bei Facebook, Google und Tesla

Während der DAX nach dem Krim-Rücksetzer auf Erholung setzt, bleibt Rückendeckung von den amerikanischen Börsen aus. Im Gegenteil, die Situation verschärft sich sogar und die Verkäufer haben die Regie übernommen.  

Liebe Leserinnen und Leser,

trotz eines Wechselbades von internationalen  positiven und negativen Konjunkturnachrichten war der „Trigger“ der vergangenen Woche die Aussage eines hochrangigen FED-Mitglieds, welches die Wogen um eine früher als gedachte Zinserhöhung wieder glättete. Prompt sprang der DAX um knapp drei Prozent binnen zweier Handelstage in die Höhe und verringerte dadurch etwas die relative Schwäche gegenüber den US-Börsen in diesem Jahr. Dabei knackte der DAX übrigens die sehr wichtige Hürde bei knapp 9.400 Punkten. Der Weg in Richtung der bisherigen Hochs könnte nun frei sein – aus Sicht der Charttechnik jedenfalls.

Apropos US-Börsen. Auf diese bin ich ja schon in der vergangenen Woche hier eingegangen und habe gesagt, dass „die Nasdaq von innen her faule“. Genau daran hat sich leider in dieser Woche nichts geändert – ganz im Gegenteil.

Die US-Börsen werden vom Angebot gelenkt

Immer deutlicher fallen die für die Bullen so wichtigen Wachstumswerte (als Zeichen von hoher Risikofreude) in ihrer Entwicklung hinter den bekannten S & P 500 Index zurück. Und an der noch umfassenderen NYSE sieht es genauso düster aus. Dies erkennen Sie auch an der folgenden Grafik, die Ihnen den steigenden Prozentsatz der US-Titel zeigt, die unter ihre 200-Tage-Linie fallen – und damit unter ihre wichtigste Unterstützung.  Wenn man nun davon ausgeht, dass diese Titel auch künftig zu Schwäche neigen, muss man sich fragen, wer oder was die Indizes in den kommenden Wochen „oben“ halten soll. Unterhalb der Oberfläche der wichtigsten Indizes brodelt es also ordentlich.

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Quelle: stockcharts.com

Dies ist kein gutes Zeichen, behalten Sie Ihre Positionen gut im Blick und bleiben Sie bremsbereit. Genau so mache ich es auch im Premiumbrief und der Vermögensverwaltung. Aber Achtung, dies ist keine Crashwarnung denn der 200-Tage-Indikator ist in erster Linie ein Risikoindikator, der Ihnen zeigt, dass JETZT in den USA Kapital abgezogen wird (was sich kommende Woche wieder ändern kann). Vor allem in den Modebranchen Pharma und Biotech, sowie in den heiß gelaufenen Randbereichen der Nasdaq, wird jetzt ordentlich Luft abgelassen.

Obwohl Trends eher bestehen bleiben als kippen, muss der Indikator nicht zwangsläufig bis in die untere extreme Zone wandern. Interessant ist nämlich umgekehrt, dass es einige Titel aus verschiedenen Branchen an den US-Börsen gibt, die ich für extrem interessant halte.

Da wir die Zukunft nicht kennen, gibt es für erfolgreiche Investitionen keine Regieanleitung und jede Allokation ist ein Abwägen von Wahrscheinlichkeiten. Diese wiederum benötigen auch Erfahrung und Fingerspitzengefühl und sind letztlich eine Interpretation des heutigen Kräfteverhältnisses zwischen Käufern und Verkäufern.

Um unser Bild zu verbreitern, werfen wir einen Blick auf den Transportsektor, der bekanntlich wegen seiner Konjunkturanfälligkeit ein weiteres wichtiges Puzzlestück ist. Und auch hier kann ich ihnen wenig gutes vermelden.

Der Transportsektor gerät unter Druck

Entsprechend der Dow-Theorie sollte sich in guten Börsenphasen der Transportsektor nicht zu weit nach unten vom Dow Jones Industrial Index loslösen.

Nun aber hat der wichtige Transportsektor ein Verkaufssignal der P & F Technik gebildet, als sich die aktuelle 0-Spalte bei 7.450 unter die vorhergehende schob (frische 0-Spalte rechts) und damit ein Ausrufezeichen gesetzt. Momentan zeigt der Chart ganz nüchtern, dass hier die Verkäufer am Drücker sind. Oder anders ausgedrückt: der Sektor der wichtigen und konjunkturempfindlichen Transportsektor wird momentan vom Angebot bestimmt. Dies würde ich ebenfalls als Warnzeichen interpretieren und in Ihrem Risiko-Verhalten verankern.

Denn aus irgendwelchen Gründen ist hier der Verkaufsdruck jetzt höher als in der Vorwoche. Daher muss mit einem Erreichen der Region von etwa 7.150 Punkten gerechnet werden. Da sich dies aber alles oberhalb der aufsteigenden positiven Unterstützungsgeraden abspielt, der Aufwärtstrend also noch intakt ist, gehe ich von einem ganz normalen Ausatmen der Kurse aus. Aus heutiger Sicht ist mit einem Test der Region von 7.150 zu rechnen. Falls dieses Niveau aber unterschritten wird, wäre die folgende brauchbare Unterstützung die aufsteigende Unterstützungsgerade. Wegen deren Steigung in einem 45-Grad-Winkel würde auch dies, je nach Zeitverlauf, auf die gleiche Kursregion deuten. Historisch betrachtet ist es völlig üblich, dass von Zeit zu Zeit jede Unterstützungs (und Widerstandsgerade) getestet wird. Auf der anderen Seite ist es aber eher selten, dass wir in den USA derart angeschlagene Charts sehen, der heimische DAX aber sehr dynamisch die Folgen der Krim-Krise aufholt.

DAX auf dem Weg in Richtung 9.700

Zuletzt noch schnell ein Blick auf den DAX, den viele Leser sehr genau beobachten, obwohl er nicht unbedingt so viel über die Performance des deutschen Marktes oder eines mit deutschen Werten bestückten Portfolios aussagt.

Jedenfalls sieht der ruhige und von den störenden Nebengeräuschen bereinigte P & F Chart wirklich positiv aus. Da kann man nicht viel aussetzen und den Bären nicht viel Hoffnung machen. Einerseits wurde die kurz unterschrittene Unterstützungsgerade erneut bestätigt. Und auf der anderen Seite hat der Index bei 9.350 ein frisches Kaufsignal generiert und die Widerstandslinie von unten durchstoßen. Dadurch wurde auch das alte Projektionsziel von 10.000 Punkten erneut bestätigt. Daher gehe ich trotz der nicht ganz einfachen Umstände von einem Test der Region von 9.700 aus und werde eine leicht gehebelte Position auf den DAX, die ich bei 8.900 empfohlen habe, noch im Bestand lassen. (im diversifiziertem Premiumbrief)

Umgekehrt wird es unterhalb von 9.200 wieder ungemütlich. Dort würde ein erneutes Verkaufssignal ausgelöst und die aufsteigende Unterstützungsgerade wäre ein möglicher Anlaufpunkt.

Aber warten wir besonnen ab und lassen die Charts entscheiden, die ohne Emotionen den Ausgang des Kampfes zwischen Angebot und Nachfrage darstellen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit Ihren Engagements,

Herzliche Grüße aus dem Rheinland,

Ihr Klaus Buhl

Posted in: Gastbeiträge

About the Author:

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

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